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Worthschule will am Georgenberg bleiben

Wichtiges Tiergehege: Hühner und Kaninchen dienen als Erziehungspartner für die Schüler.  Fotos: Privat

Wichtiges Tiergehege: Hühner und Kaninchen dienen als Erziehungspartner für die Schüler. Fotos: Privat

Goslar. Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeiter der Worthschule wollen in ihrem Gebäude am Hohen Brink auf dem Georgenberg bleiben. Einen offenen Brief an die Ratsfraktionen und die Stadtverwaltung hat die kommissarische Rektorin Swenja Niemeyer am Montag abgeschickt und im Namen der Schulgemeinschaft darauf hingewiesen, dass das Gebäude an der Zehntstraße, in dem gegenwärtig die Schillerschule untergebracht ist und das immer wieder als Tausch-Immobilie ins Spiel gebracht wird, mit seinen Ausstattungsmängeln letztlich für keine Schule als Domizil akzeptabel sei.

Montag, 15.06.2020, 11:28 Uhr

„Auch wir verfolgen die aktuelle Diskussion um Schulstandorte in Goslar und stellen uns die Frage, wenn das Gebäude in der Zehntstraße den Anforderungen eines Schulbetriebs in vielen Aspekten nicht gerecht wird: Kann dann eine andere Schule in das Gebäude umziehen?“ Diesen Zweifel hegt die Worthschulen-Gemeinschaft. Was am Altstadt-Standort fehle, stelle für jede Schule einen Mangel dar – „egal, wie sie heißt“. So erinnere die Debatte an ein „Schwarzer-Peter-Spiel“ und verunsichere Eltern, Schüler und Lehrer „nicht nur an unserer Schule“, schlussfolgert Niemeyer.

Zuvor hat sie deutlichst klar gemacht, wo die Interessen ihrer Schulgemeinschaft liegen. Der Umzug einer Grundschule sei ein einschneidendes Ereignis und verändere die Schulentwicklung gravierend. „Die Herausforderungen eines Umzugs haben wir bereits vor elf Jahren angenommen und unsere Schule am und in Abhängigkeit zum Standort Hoher Brink neu entwickelt“, erläutert Niemeyer. Seinerzeit war die Schule aus dem früheren Jäger-Casino an der Worthstraße auf den Georgenberg gewechselt.

Mit großem Engagement aller sei beispielsweise die tiergestützte Pädagogik als wichtiges Element des Schulprofils über viele Jahre aufgebaut worden. Hühner und Kaninchen dienten als Erziehungspartner für die Schüler. Alle Jahrgänge seien eingebunden. Gemeinsam mit den Eltern sei das Außengelände tiergerecht gestaltet worden, betont die Rektorin. Der Strombedarf des Tiergeheges für Licht und Wärme werde über ein kleines Windrad generiert. Seit einem Jahrzehnt erfahre die Worthschule Auszeichnungen als Umweltschule. „Solche eine besondere pädagogische Ausrichtung bedarf eines entsprechenden Außengeländes, das wir an unserem Schulstandort haben“, schreibt Niemeyer.

Zur Zusammensetzung der Schülerschaft heißt es weiter: „Obwohl es keinen Einzugsbereich für unsere Schule gibt, kommen doch viele Kinder aus dem direkten Umfeld. So wohnen aktuell 68 Prozent aller Schülerinnen und Schüler fußläufig entfernt, in den beiden ersten Klassen, die im August eingeschult werden, sogar 87 Prozent.“ Die Zahlen wären noch größer, wenn alle interessierten Kinder aufgenommen werden könnten. Dies verhindert derzeit der Verteilungsschlüssel 70:30, den eine katholische Bekenntnisschule vorgibt. Neben der Bekenntnis-Ausrichtung hätten sich die Eltern der Worthschule auch aufgrund des Aspekts „kurze Beine – kurze Wege“ entschieden, der landesweit Berücksichtigung empfinde.

Wie geht es weiter? Wie berichtet entscheidet am 30. Juni der Verwaltungsausschuss der Stadt Goslar als Schulträger über eine Eltern-Abfrage zum Status-Erhalt als Bekenntnisschule. Unmittelbar danach sollen die Eltern aller aktuellen Schüler abgefragt werden, damit die Verwaltung über die Sommerferien notwendige Vorschläge für politische Beschlüsse erarbeiten kann. Ende September entscheidet der Rat, ob und wie die Goslarer Schullandschaft umgekrempelt wird.

Seit einem Jahrzehnt als Umweltschule ausgezeichnet: Der Schulgarten spielt für diese Konzeption eine wichtige Rolle.

Seit einem Jahrzehnt als Umweltschule ausgezeichnet: Der Schulgarten spielt für diese Konzeption eine wichtige Rolle.

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