2. Fußball-Bundesliga

Neustart des VfL Wolfsburg: Zumindest das Ziel ist klar

Neustart des VfL Wolfsburg mit dem neuen Trainer Tobias Strobl.

Neustart des VfL Wolfsburg mit dem neuen Trainer Tobias Strobl. Foto: Swen Pförtner/dpa

Der VfL Wolfsburg beginnt seine Vorbereitung auf die Zweitliga-Saison. Viele Personalfragen sind noch offen. Der neue Trainer Tobias Strobl nimmt es gelassen. Was von ihm verlangt wird, weiß er.

Von Claas Hennig, dpa 24.06.2026, 15:20 Uhr

Wolfsburg. Das Thermometer zeigte Temperaturen jenseits der 30 Grad, als der VfL Wolfsburg seine Mission Wiederaufstieg startete. Knapp einen Monat nach der Niederlage in der Abstiegs-Relegation gegen den SC Paderborn versammelte der neue Cheftrainer Tobias Strobl 31 Spieler - darunter acht Jugendspieler - im Trainingszentrum an der Volkswagen Arena zur ersten Trainingseinheit.

Zuletzt hatte der VfL Wolfsburg vor 30 Jahren eine Vorbereitung auf eine Saison in die 2. Fußball-Bundesliga begonnen. Diesmal ist es ein Start mit einigen personellen Ungewissheiten. Nur das Ziel ist klar: der Wiederaufstieg.

Auftrag an Trainer: Wiederaufstieg - und sonst nichts

Von Neu-Trainer Strobl wird nicht weniger als genau dies erwartet. Als Belastung empfindet er es nicht, dass der VfL Wolfsburg als Top-Top-Favorit in die neue Saison geht. Er könne sich davon befreien, betonte der 38-Jährige unmittelbar vor dem ersten Training. „Dieser Rolle werden wir uns bewusst sein müssen“, meinte Strobl. Es seien ja schon Spieler geholt worden, „die in einer vergleichbaren Situation auch schon mal drin waren“.

Zuletzt hatten die Wolfsburger mit einigen prominenten Verpflichtungen ihre Ambitionen deutlich gemacht. Der bisherige Hertha-Kapitän Fabian Reese und Torjäger Robert Glatzel vom Bundesligisten Hamburger SV kamen für die Offensive, Hauke Wahl vom Mitabsteiger FC St. Pauli für die Defensive. Alle drei gelten als gestandene Spieler mit reichlich Erfahrung - vor allem in der 2. Liga. Das Trio stand dann auch im Mittelpunkt der Auftakteinheit.

Weitere namhafte Zugänge

Zuvor hatten schon Rückkehrer Elvis Rexhbecaj vom FC Augsburg fürs Mittelfeld und Mittelstürmer Fraser Hornby vom Ligakonkurrenten Darmstadt 98 als Zugänge festgestanden. Rexhbecaj fehlte noch, Hornby trainierte individuell genauso wie Kapitän Maximilian Arnold und Bence Dardai.

Die vier Neuen vom VfL: Hauke Wahl, Fabian Reese, Fraser Hornby und Robert Glatzel (von links).

Die vier Neuen vom VfL: Hauke Wahl, Fabian Reese, Fraser Hornby und Robert Glatzel (von links). Foto: Swen Pförtner/dpa

Auch in den kommenden Wochen wird sich die Trainingsgruppe von Strobl immer wieder ändern. Einige Spieler haben nach Länderspieleinsätzen noch Urlaub, andere Profis sind bei der WM. „Das Kennenlernen ist jetzt wichtig“, sagte Strobl.

Es sei „cool, dass wir jetzt sieben Wochen haben. Aber wir wissen schon, dass es alles ein bisschen zerstückelt ist.“ Jetzt sei es erst mal so, „dass es um Spieltrieb auf dem Platz geht, um Freude, um Aktivität“.

Kader im Umbruch

Dass der Kader mitten im Umbruch steckt, ist ihm klar. Aktuell sind 39 Spieler unter Vertrag. In Alessio Besio soll laut „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“ ein weiterer Spieler kommen. Der Angreifer war zuletzt vom SC Freiburg an den Drittligisten SC Verl verliehen und kennt von dort auch Trainer Strobl.

Wie Strobls Aufgebot zum Saisonstart am 7. August und am Ende der Transferperiode am 1. September aussieht, ist - wie bei so vielen Clubs - völlig offen. Viele Personalfragen sind ungeklärt. Zahlreiche Spieler aus der Abstiegssaison werden den Verein verlassen oder habe ihn schon verlassen. 

Wer geht noch?

Torwart Kamil Grabara gehört zu den sicheren Abgängen. Als sein Nachfolger wird Herthas Tjark Ernst gehandelt, der damit seinem bisherigen Teamkollegen Reese folgen würde. Auch die Zukunft von VfL-Instanz Arnold ist nicht klar.

Konstantinos Koulierakis, Lovro Majer oder der algerische WM-Fahrer Mohamed Amoura sowie U21-Nationalspieler Dzenan Pejcinovic wollen oder sollen gehen, oder werden - wie im Fall von Pejcinovic - umworben. Strobl wollte sich nicht festlegen lassen, mit wie vielen Spielern er in die Saison geht.

Viel Arbeit steht an

Klar ist: Der Trainer hat in den kommenden Wochen gemeinsam mit seinem Vorgänger und neuen Sport-Geschäftsführer Dieter Hecking sowie Sportdirektor Pirmin Schwegler viel zu tun, um beim Saisonstart bereit zu sein.

Strobl will, „dass wir dann spätestens am ersten Spieltag hier stehen und ich dann von draußen auch das Gefühl habe: ‚Ja, das ist schon unsere Mannschaft, so stelle ich es mir vor‘.“ In den nächsten Tagen muss Strobl aber vor allem erst einmal den Umgang mit der Hitze bewerkstelligen.

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