Wolfgang Hahne feiert 85. Geburtstag
<p>Wolfgang Hahne an der Dennert-Tafel, die für seinen Vater aufgestellt worden ist, der vor mehr als 90 Jahren das Busunternehmen gründete, das der heute 85-Jährige noch immer führt. Foto: Eggers</p>
Hohegeiß. Busfahren, das war für Wolfgang Hahne stets mehr, als nur ein Beruf. „Ich war immer Busfahrer aus Leidenschaft“, betont er. Deshalb sei es ihm auch sehr schwer gefallen, vor elf Jahren den Busführerschein abzugeben. „Ich vermisse das Busfahren heute noch“, sagt der Hohegeißer Unternehmer, der am heutigen Samstag seinen 85. Geburtstag feiert. „Leider nicht so, wie zunächst geplant“, bedauert er.
Der Jubilar, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Cornelia Zühlke und ihrem Sohn Stefan nach wie vor ein Busunternehmen mit insgesamt 13 Mitarbeitern sowie mehreren Aushilfen leitet, hatte Verwandte, Freunde, Weggefährten und Bekannte ins Kurgastzentrum nach Braunlage eingeladen, um kräftig zu feiern. „Wegen des Corona-Virus muss ich jedoch absagen“, erklärt er.
Hahne will die Party nun im Sommer nachholen und heute nur im engsten Kreis feiern. „Aber ich kann ja mit meiner Tochter und ihrem Mann nicht einmal abends essen gehen, weil kein Restaurant geöffnet hat“, sagt der 85-Jährige.
Überhaupt würde das Virus ihm derzeit kräftig die Stimmung verhageln. Seine Fahrer dürften jetzt den Fahrgästen nicht mehr die Fahrkarten verkaufen. „Vielmehr müssen die Gäste hinten einsteigen“, erklärt Hahne. „Kassieren können wir dann nicht, also nehmen wir im Linienverkehr kein Geld ein“, sagt er. Glücklicherweise gebe es aber noch die Unterstützung der öffentlichen Hand.
„Allerdings geht der Reiseverkehr derzeit gar nicht mehr“, berichtet Hahne. Vor allem älteren Harzern ist der Werbespruch aus den 60er Jahren „Die Reise ist ein Hochgenuss, fährst Du im Hahne-Reisebus“ noch bekannt. Diese Fahrt sei jetzt zu Zeiten von Corona ebenso wenig möglich, wie eine Tour durch den Harz, die von Hotels und Jugendherbergen regelmäßig gebucht würden.
Wenn er an seine Zeit als Busfahrer zurückdenkt, dann erinnert sich Wolfgang Hahne vor allem an die Zeiten gerne, als er mit seinen Gästen quer durch Europa gefahren ist. „Ich habe dadurch schon in jungen Jahren die Fjorde in Norwegen gesehen, war in Sizilien, Schweden oder Südspanien unterwegs“, sagt der 85-Jährige, der seit 1952 seinen Auto- und seit 1956 seinen Bus-Führerschein hat. Im Alter von 21 Jahren ist er zudem in den Betrieb des Vaters eingestiegen, den er 1974 übernahm.
Das Geburtstagskind wuchs in Hohegeiß auf und ging in dem Bergdorf auch zur Schule. „Wir waren damals mehr als 40 Schüler in einer Klasse“, erinnert er sich. Als einer der wenigen Hohegeißer hatte er als Kind einen Kettcar, mit dem er die Straßen hinunterfegte. „Unsere Nachbarn hatten sich manchmal beschwert, weil ich zu schnell unterwegs war“, sagt er.
Die Geschwindigkeit reizte Wolfgang Hahne auch am Skifahren. „Ich bin sogar Rennen gefahren, damals noch für den Hohegeißer Sportverein, der eine eigene Wintersportsparte hatte“, berichtet er. Mittlerweile gehört er dem Verein seit 70 Jahren an und hofft, dass nach der aktuellen Diskussion ohne Fußballteam der HSV 2021 seinen 100. Geburtstag noch erlebt.
Doch nicht nur für den Sportverein engagierte sich das Geburtstagskind, auch politisch war Wolfgang Hahne aktiv. Er gehört der SPD seit 56 Jahren an, war SPD-Fraktionsvorsitzender im Ortsrat und saß vom 15. Februar 1983 bis Oktober 1991 zudem im Rat der Stadt Braunlage. Der heute 85-Jährige war damals für Karl Sternitzke nachgerückt und wurde 1986 dann direkt gewählt.
Aber vor allem bekannt wurde Wolfgang Hahne als Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins Hohegeiß, der Ende der 80er und Anfang der 90er das Lichterfest im Kurpark ausrichtete, zu dem in dieser Zeit stets mehrere Tausend Besucher kamen.
„Wir haben mit den Einnahmen unter anderem ganz viel Werbung für einen Urlaub in Hohegeiß gemacht und natürlich unser Wahrzeichen, den Geißbock, im Ortszentrum aufgestellt“, erklärt er. Rückblickend gefalle ihm der Geißbock aus Holz besser, als der jetzige aus Stein, „aber ich freue mich, dass der aus Holz noch im Hotel Sonneneck zu sehen ist“, sagt er.
Für seine Verdienste für die Stadt Braunlage war er am 14. Juli 2007 mit dem Ehrenteller der Stadt Braunlage ausgezeichnet worden. Wolfgang Hahne hat eine erwachsene Tochter und einen erwachsenen Sohn sowie zwei Enkel und drei Urenkel.