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Gewaltpräventions-Projekt in Schladen-Werla

Wild und stark statt jung und aggressiv

Für seine Projektidee hat Jan Breitkopf (Mitte) aus seinen Erfahrungen als Erzieher, aber auch aus den Inhalten seines Studiums geschöpft. Foto: Düber

Für seine Projektidee hat Jan Breitkopf (Mitte) aus seinen Erfahrungen als Erzieher, aber auch aus den Inhalten seines Studiums geschöpft. Foto: Düber

Schladen. „Wild+Stark“ – das könnte der Name für ein eigenes Gewaltpräventionsprojekt der Gemeinde Schladen-Werla werden. Die Idee dafür stammt von Jan Breitkopf, er stellte den Projektvorschlag am Montagabend im Ausschuss für Schule, Jugend, Senioren, Sport und Integration im Dorfgemeinschaftshaus vor.

Dienstag, 01.09.2020, 16:38 Uhr

Entwickelt hat Breitkopf die Projektidee im Rahmen seines Studiums der Sozialpädagogik in Hannover, geschöpft hat er aber auch aus seinen beruflichen Erfahrungen: Er arbeitet zeitgleich als Erzieher in der Schladener Kindertagesstätte „Im Winkel“. Er selbst habe in den vergangenen Jahren einen vehementen Anstieg von aggressivem Verhalten bei den Kindern beobachtet, erklärte Breitkopf die Hintergründe seines Projekts. Unkontrollierte Wutausbrüche, Beleidigungen, körperliche Auseinandersetzungen gehören unter anderem dazu. Auch in Kitas sei Mobbing schon sichtbar. Der Austausch mit Kollegen und die Literaturrecherche hätten seinen Eindruck bestätigt.

Da die Ursachen für dieses Verhalten sehr komplex seien und den Rahmen sprengen würden, ging Breitkopf gleich auf die Maßnahmen ein, die für die Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen ergriffen werden könnten. „Es liegt in unserer Verantwortung, ihnen einen Handwerkskoffer mit Konfliktlösungen und Sozialkompetenz mit auf den Weg zu geben“, sagte er.

Das Gewaltpräventionsprojekt unter dem Arbeitstitel „Wild+Stark“, der fördernswerte Eigenschaften von Kindern beschreibe, könnte aus Angeboten zu sozialem Kompetenztraining, Selbstbehauptungstraining und Teambuilding bestehen, so Breitkopf. Ziele wären, das Selbstbewusstsein der Teilnehmer zu stärken, aggressives Verhalten abzubauen und stattdessen Konfliktlösungsstrategien und sozial integratives Verhalten zu fördern.

Von den Ausschussmitgliedern und vonseiten der Verwaltung erntete Breitkopf viel Lob für seine Projektidee, auch von Bürgermeister Andreas Memmert. „Wer einmal gemobbt wurde, weiß, was für ein hartes Brot das ist.“ Bei den Kosten müsse man noch einmal genauer hinschauen, warf Julian Märtens (SPD) ein. Vielleicht kommen dafür aber auch Förderprogramme in Frage, überlegte Memmert. Er gebe viel lieber Geld für die Prävention, als für spätere Maßnahmen, aus. Unterstützung für das Projekt bot auch Bernd Retzki an, Dezernent für Schule, Jugend und Soziales des Landkreises Wolfenbüttel. Er war zu Gast im Ausschuss, um den kommunalen Handlungsplan Integration vorzustellen.

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