Weberturm: Außen historisch, innen modern
Der Weberturm in der Mauerstraße.
Goslar. Wer schon einmal die Goslarer Mauerstraße entlang geschlendert oder gefahren ist, hat bestimmt auch den einen oder anderen Blick auf das markante Gebäude an ihrem Ende geworfen: dem historischen Weberturm.
Historisch ist hier das Stichwort, denn der Turm hat eine lange Geschichte: Im Jahre 1280 soll das heutige Denkmal erbaut worden sein, diente in den vergangenen mehr als 700 Jahren als Wehrturm, wurde in den dreißiger Jahren von der Hitlerjugend genutzt, war ein Unterschlupf für Flüchtlinge und diente dann nach dem Zweiten Weltkrieg auch als Wohnhaus.
Schmal wirkt das Gebäude in der Mauerstraße Nummer 37, und dafür um so höher. Wer dann aber erst einmal drinnen ist, wird feststellen: So schmal ist der Turm gar nicht. Die Wände mögen dick sein, doch auf den sieben Etagen verteilt sich immerhin eine Wohnfläche von mehr als 130 Quadratmetern. Und viel Historie findet man in der Inneneinrichtung nicht, die ist modern gehalten. Für mehr als einen Raum pro Etage ist aber kein Platz in dem Turm, rund ein Drittel der Fläche nimmt allein schon die gewundene Treppeein. 99 Stufen muss der Besucher heute erklimmen, um den Weberturm vom Keller bis zur obersten Etage in seiner Gesamtheit zu erkunden.
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Mittlerweile ist das vor allem für Touristen möglich, denn der Weberturm ist seit einigen Jahren ein Ferienhaus. 2011 erwarb der Langelsheimer Dennis Rümenapp das denkmalgeschützte Gebäude bei einer Versteigerung der Stadt Goslar, zuvor hatte es vier Jahre leer gestanden. 2013 wurde das historische Gebäude erstmals an Goslars Gäste vermietet, verantwortlich dafür und für die Verwaltung ist Niklas Suliktsis. Ob dänische Familien, die in der Kaiserstadt Urlaub machen, gemeinsam reisende Freunde der Teilnehmer des Verkehrsgerichtstages, – laut Suliktsis begrüßt er in dem Ferienhaus eine vielfältige Klientel.
Ein so spezielles Objekt ist aber auch in der Vermarktung nicht einfach, gibt Suliktsis zu. „Es ist schwierig zu beschreiben und darzustellen“, sagt er. Stimmt schon: Um auf Fotos das Innenleben des Turmes darstellen zu können, ist schon einiges an Geschick erforderlich.
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Trotzdem hat der Weberturm seinen Charme, gerade weil er ungewöhnlich ist. Selbst darin wohnen wollen würde Niklas Suliktsis allerdings nicht, – jeden Tag die Treppen zu laufen wäre ihm doch zu viel.