WSV ist stolz auf seine Spitzensportler
ARD-Experte Arnd Peiffer fällt für die kommenden beiden Biathlon-Übertragungen aus. Foto: dpa
Obwohl Biathlon die größte Sparte beim Wintersportverein in Clausthal-Zellerfeld ist, ist es nicht leicht, einen neuen Wart zu finden - Dies zumindest ist das Ergebnis der Jahreshauptversammlung
Clausthal-Zellerfeld. Was haben Arnd Peiffer, Franziska Hildebrand, Danilo Riethmüller und Karolin Horchler gemeinsam? Alle vier sind preisgekrönte Biathleten, die bei zahlreichen Meisterschaften und teilweise sogar bei den Olympischen Spielen teilgenommen haben. Zugleich sind sie alle Mitglieder beim Wintersportverein Clausthal-Zellerfeld – für den WSV also mehr als ein Grund, richtig stolz zu sein. Bei der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle ist es daher umso frustrierender für den ersten Vorsitzenden Winand Haeseler, wie schwierig es sich gestaltet, einen neuen Biathlonwart für den Oberharz zu finden.
Unbestritten ist Biathlon die größte Sparte des WSV. Nachdem Toni Schmidt aus dem Trainerstab des Niedersächsischen Skiverbandes im Sommer an den Bundesstützpunkt Oberhof gewechselt ist, war auch der Posten des Biathlonwartes neu zu vergeben. Patrick Wolloscheck, zweiter Vorsitzender des WSV, sagte, dass der Verein alle Eltern eingeladen hatte, deren Kinder in Clausthal-Zellerfeld Biathlon betreiben würden. „Ich saß mit nur einem Vater aus Hannover da“, berichtete er. Die beiden hätten sich zwar sehr nett unterhalten, aber für den Mann aus der Landeshauptstadt sei der Job aufgrund der Entfernung nichts. Bei Wolloscheck entstand Unverständnis bei solch einer geringen Resonanz auf die Einladung. Es könne nicht sein, dass die komplette Vereinsarbeit nur auf so wenige Schultern verteilt werde, sagte er.
Für die Zukunft hofft Wolloscheck, dass sich noch mehr Leute für den Verein engagieren, anstatt zu meckern. Bis zum nächsten Jahr hat der WSV mit Heike Bani, die eigentlich für die Geschäftsstelle zuständig ist, eine kommissarische Leiterin der Sparte Biathlon gefunden. Bis dahin soll jedoch ein Nachfolger gefunden werden, sprach Wolloscheck gerade die jüngeren Vereinsmitglieder an.
Ehrungen stehen auf der Tagesordnung beim WSV Clausthal-Zellerfeld. Foto: Knoke
Alexander Ehrenberg (SPD) hatte als stellvertretender Bürgermeister neben den Grußworten vom Rat und der Verwaltung gute Nachrichten im Gepäck. Weil die energetische Sanierung am Alten Bahnhof nahezu abgeschlossen sei, sei auch das dortige Vereinsheim des WSV bald wieder gut zu erreichen und lärmfrei. Der SPD-Fraktionsvorsitzende sagte, dass sich die Mitglieder ja wieder dort treffen und die Übertragungen der Meisterschaften gemeinsam im Fernsehen schauen könnten. Also ein Schritt in Richtung Geselligkeit – vor allem wenn Olympiasieger Arnd Pfeiffer, der im März dieses Jahres sein Karriereende bekannt gegeben hat, künftig als Wintersport-Experte der ARD zu sehen sein wird.
Ehrenberg appellierte zudem an den Verein, auf die Sportförderung zurückzugreifen. „Es ist noch Geld da.“ Mittel aus 2020 verfallen zum Ende des Jahres, weil sie nicht alle ausgeschöpft wurden. Damit das mit den Geldern für 2021 nicht passiert, können Vereine im Rathaus bis Mai einen Antrag stellen.
Horst Knobloch vom Kreissportbund erinnerte noch an die Anfänge des WSV. Zu Gründungszeiten, im Jahr 1949, habe der Verein rund 50 Mitglieder gehabt und nur wenig Sportarten angeboten. Über die Jahrzehnte habe der WSV sein Repertoire ziemlich erweitert und gehe über die klassischen Wintersportarten hinaus.
Alle Übungsleiter freuen sich, dass die Kurse nach der langen Corona-Pause wieder so langsam losgehen. Die Yoga-Stunde im Rehazentrum Oberharz werde beispielsweise gut angenommen, gleiches gelte für das Kinder-Turnen, verkündete Winand Haeseler. Ganz wetterunempfindlich seien auch die Walking-Damen im Kurs von Brigitte Jach. Seit mehr als 50 Jahren leitet sie übrigens schon dieses Angebot. Für eine Langlaufgruppe werden noch händeringend Übungsleiter gesucht, sagte der Vorsitzende Haeseler. „Es fehlt tatsächlich nicht an Kindern.“ Ein weiterer Erfolg: Im Juli durften wieder die Landesmeisterschaften auf Sonnenberg im Sommer-Biathlon ausgetragen werden. Das habe reibungslos geklappt und dem Verein ein Lob vom Deutschen Schützenbund verschafft.
Veränderungen im Vorstand des WSV gibt es nicht. Winand Haeseler wurde zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt, Patrick Wolloscheck bleibt zweiter Vorsitzender, und Bernd Lösch wurde als dritter Vorsitzender ebenfalls wiedergewählt. Einstimmig wurde auch entschieden, dass Petra Panczyk-Dietrich das Amt der Schatzmeisterin weiter ausführen darf und Udo Rebentisch Schriftführer bleibt. Frank Melzer ist Pressewart.