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Vor 50 Jahren: Geburtsstunde der TSG Bündheim/Schlewecke

Diese Mannschaft der TSG Bündheim/ Schlewecke stieg 1968 von der Bezirks- in die Verbandsliga auf.  Foto: Privat

Diese Mannschaft der TSG Bündheim/ Schlewecke stieg 1968 von der Bezirks- in die Verbandsliga auf. Foto: Privat

Bündheim/Schlewecke: Vor einem halben Jahrhundert wurde die TSG Bündheim/Schlewecke aus der Taufe gehoben. In den folgenden Jahren ging es für die Fußballer der Blau-Weißen steil nach oben.

Von Egon Knof Dienstag, 09.09.2014, 20:00 Uhr

Bündheim/Schlewecke. Vor 50 Jahren begann für die Fußballer aus Bündheim und Schlewecke eine neue Zeitrechnung. Nach dem Zusammenschluss des TSV Bündheim und des SV Grün-Weiß Schlewecke zur TSG Bündheim/Schlewecke ging es für die Kicker beider Orte hinauf bis in die Verbandsliga. Parallel dazu verlief auch die Historie des BSV Bad Harzburg ähnlich erfolgreich. In einer Miniserie blickt die GZ auf diese bewegte Zeit im kurstädtischen Fußball zurück.

Die Saison 1963/64 ist für die Fans aus Bündheim und Schlewecke wenig erbaulich. Der TSV Bündheim steht als Absteiger aus der Bezirksklasse fest, der SV Grün-Weiß Schlewecke kann sich als Drittletzter nur so eben in der Klasse halten. Und die Aussichten für die Zukunft sind alles andere als rosig: Karriere-Ende und Bundeswehr führen zu Personal-Engpässen. Doch beide Vereine hängen nicht nur sportlich am Tropf. Vor allem in Schlewecke gibt es auch im Vorstand um den Vorsitzenden Joachim Echt Auflösungserscheinungen. Anders in Bündheim, wo Walter „Pille“ Siemer und vor allem Heinrich „Heini“ Stute den Laden zusammenhalten.

In dieser ziemlich vertrackten Situation stecken die aktiven Spieler aus Bündheim und Schlewecke die Köpfe zusammen. Heraus kommt der Entschluss, künftig gemeinsame Sache zu machen. Zusammen mit dem MTV Schlewecke, wo zu der Zeit Otto Winter als Vorsitzender das Sagen hat und der auch das „Geburtsdatum“ 1890 als Mitgift in die Ehe einbringt.

Klar, es gibt natürlich Nörgler und Skeptiker, die den Verlust der Identität der drei Vereine prophezeien, doch die Befürworter lassen sich jetzt nicht mehr aus dem Tritt bringen. Und so wird am 1. Juli 1964 die TSG Bündheim/Schlewecke aus der Taufe gehoben. Zum 1. Vorsitzenden wird von den Mitgliedern Walter Siemer und zum Geschäftsführer Heinrich Stute gewählt.

Beide Vereine bringen jeweils eine ihrer Vereinsfarben in die neue Turn-undSportgemeinschaft (TSG) ein, sodass aus Blau-Gelb und Grün-Weiß schließlich Blau-Weiß wird. Unter dem Dach der TSG sind neben den Fußballern auch Turner, Handballer, Leichtathleten und Tischtennisspieler vereint, später kommen auch noch die Badmintonspieler dazu. Doch in dieser Miniserie wollen wir uns ausnahmsweise einmal nur auf den Fußball konzentrieren.

Der Zusammenschluss ist anfangs eine reine Zweck-Ehe, doch mit den Jahren raufen sich die Bündheimer und Schlewecker immer besser zusammen, auch wenn es zwischen den Akteuren und Fans aus den beiden Orten immer wieder zu Frotzeleien kommt. Das hat fast Tradition und sich bis heute nicht geändert, wenn die alten Haudegen aus der Gründungszeit der TSG irgendwo zusammenhocken und ausdiskutieren, wer denn nun die besseren Fußballer mitgebracht hat.

Fakt ist auf jeden Fall, dass es gute Spieler waren. Denn nicht lange nach der Fusion ging es für die Kicker der TSG Bündheim/Schlewecke steil bergauf. Die erste Serie für die junge TSG absolvierten 1964/65 „Stani“ Eckel, Jens Krüger, „Fipse“ Effner, „Nippel“ Pape, „Rolli“ Kühling, „Manni“ Bock, Bernd Reese, Klaus-Dieter Otte, Werner Parthier, „Stuppert“ Friehe, Ernst Bormann, „Dixi“ Turk, Jupp Lüske, „Galli“ Kwaß, Willi Wenner, „Hasi“ Koch, Uwe Hausmann, „Matze“ Paul und Jochen Kaulfuß, die von Spielertrainer Fritze Schröder gecoacht wurden. In der Rückserie vervollständigten „Manni“ Liebau, Heino Wittwer, Hans-Herbert Meyer, „Merzi“ Bock, Norbert Huppasch, Horst Pawlik, „Bimbo“ Hausmann“, „Molli“ Mermolja, Peter Bergmann und Achim Mewes den Kader.

Diese junge und heiße Mannschaft sorgte in den kommenden Jahren für Furore. Bereits 1966 stürmte das Team zur Meisterschaft in der Bezirksklasse, und nach dem Aufstieg in die Bezirksliga gelang nur zwei Jahre später der Sprung in die Verbandsliga, in der sich die TSG allen Unkenrufen zum Trotz über zehn Jahre behaupten konnte. Jetzt hießen die Gegner der Blau-Weißen nicht mehr Harlingerode, Oker, Braunlage, Sehlde, Kreiensen, Gielde oder Rhüden, sondern Salzgitter, Wolfenbüttel, Braunschweig, Helmstedt, Wolfsburg, Soltau, Uelzen, Lüneburg und Winsen/Luhe.

Leistungsträger waren seinerzeit die bereits erwähnten „Recken“ aus den Gründungsjahren der TSG. Später trugen auch Akteure aus benachbarten und auswärtigen Vereinen wie Reichelt, Fricke, Peinemann, Flaig, Erlebach, Friehe, Galle, Brandt, Schmidt, Ifftner oder Weinhold sowie „Eigengewächse“ der TSG und talentierte Spieleraus anderen Bad Harzburger Vereinen wie Elsenbruch, Rohde, Arnecke, Holger Koch, Hartmut und „Manni“ Winter, Henke, Hennig, Casties, Mertins, Kaczmarek, Lymann, Knof und Reinhardt das blau-weiße Dress der TSG Bündheim/Schlewecke.

Mehr als ein Jahrzehnt gehörte die TSG zur Verbandsliga, obwohl sie vor Beginn einer jeden Saison traditionell als potenzieller Absteiger gehandelt wurde. Die beste Saison spielten die Blau-Weißen in der Spielzeit 1975/76, in der siemit 33:27 Punkten den 5. Platz belegten. Trainer war zu dieser Zeit Kurt Koch. Ein echtes Original auf der Trainerbank, der als Coach des Hamburger SV sogar schon Bundesligaerfahrung gesammelt hatte.

Der Verbandsliga-Abstieg der TSGBündheim/Schleweckeund der Neu-aufbau einer jungen Mannschaft.

Nachstehend die Vorsitzenden und Präsidenten der nebenstehend erwähnten Vereine.

Stammvereine bei Gründung der TSG: MTV Schlewecke von 1890: Otto Winter; SV Grün-Weiß Schlewecke von 1920: Joachim Echt; TSV Bündheim von 1921: Walter Siemer.

Walter Siemer 1964 bis 1973; Heinz Pahl 1973 bis 1980; Wilhelm Maitzen 1980 bis 1993.

Gerhard Preiß von 1950 bis 1969; GünterRosenberg von 1969 bis 1982; Klaus „Jockel“ Homann von 1982 bis 1988; Adalbert Posorski von 1988 bis 1993.

Wilhelm Maitzen von 1993 bis 2005; Gertfried Herrmann seit 2005.

Fußball auf dem Sportplatz an der Radau, Heimstätte der Grün-Weißen aus Schlewecke, vor einem halben Jahrhundert. Im Hintergrund die Seilbahn für den Transport von Eisenerz aus der Grube Friederike zur Mathildenhütte.  Foto: Privat

Fußball auf dem Sportplatz an der Radau, Heimstätte der Grün-Weißen aus Schlewecke, vor einem halben Jahrhundert. Im Hintergrund die Seilbahn für den Transport von Eisenerz aus der Grube Friederike zur Mathildenhütte. Foto: Privat

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