Von der Hitze beflügelt ins kühle Wasser
Nichtschwimmer mit Flügeln: Kinder vom Kindergarten Bahnhofstraße sind Stammgäste in den Bädern der KTW – derzeit im Silberbornbad. Fotos: Potthast
Bad Harzburg. Fürs Wochenende werden mindestens 2000 Gäste im Silberbornbad erwartet, am Donnerstag waren es schon fast 1200. Die Hitze macht’s. Frühschwimmer kommen aber immer.
Die 2000er-Marke ist am Wochenende fällig, bleibt die Hitze. Schon am Donnerstag hatte das Silberbornbad der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW) fast 1200 Gäste – in der ersten Juniwoche waren es 3261. Frühschwimmer älteren Jahrgangs, Kindergarten-Kinder sind eher vormittags in den Becken, Jugendliche kommen ihrer vorgegebenen Schulstruktur gemäß am Nachmittag – während der Sommerferien selbstverständlich auch zu anderen Zeiten.
Gleich morgens, sobald aufgesperrt ist, ziehen die Frühschwimmer ihre Bahnen. Friedrich Beims hat sich das zur Gewohnheit gemacht. Seit 1988 kommt der notorische Frühaufsteher regelmäßig. Einst habe er in 35 Minuten 1000 Meter geschafft, nun in derselben Zeit 500. Es geht ihm nicht um das „Wie viel“. Dass er Bewegung hat, ist ausschlaggebend. Der Schlusspunkt seines Morgensports: Eintauchen ins Wellness-Becken. Das hat nämlich eine Sprudelanlage, und die hat Massageeffekte.
Ein Plausch mit Fred Robrade – auch er ist derzeit morgendlicher Stammgast im Außenbecken, auch er hat die 80 überschritten – gehört mittlerweile zum Programm. Das Schwimmpensum darf aber deswegen nicht wesentlich eingeschränkt werden.
Um im Alter gesund zu bleiben, schwimmt Fred Robrade. Damit er dafür ausreichend Platz hat, kommt er eben morgens. Nachmittags ist ihm zu viel los. Am liebsten sind ihm zudem die kühleren Tage – eigentlich lieber als die jetzigen.
Anderen ist das Wetter wurscht. Die setzten sich, so Schwimm-Meisterin Barbara Sydekum, bei 35 Grad Außentemperatur in den Whirlpool. Und manche reißen dann ihre Meter Bahn für Bahn im Innenbecken ab. Das Wasser ist ja so oder so erfrischend.
Am Freitag hatte es in beiden Schwimmerbecken – sowohl in dem unter freiem Himmel als auch in dem unter dem Dach – etwas weniger als 30 Grad Celsius. Irgendwann wird es kleinen Körpern aber zu kalt im Wasser, selbst wenn das im Nichtschwimmerbecken am Freitag 31 Grad Celsius auf dem Thermometer anzeigte, selbst wenn viel Toberei im Spiel war. Friert es die Kinder, am Freitagvormittag waren welche vom Kindergarten Bahnhofstraße im Bad, geht’s raus aus dem Wasser.
Runter vom Außengelände müssen alle Gäste und rein in die Halle, zieht Gewitter auf. Dafür hat der Schwimmmeister Sorge zu tragen. Es darf dann keiner, wirklich niemand mehr auf das Gelände – wegen der Blitze.
Ist der Himmel blau, knallt die Sonne, wie es für das aktuelle Wochenende vorhergesagt ist, dürfte es in und an den Außenbecken, an und auf den Rutschen rummelig werden – Jutta Schmidt von den KTW rechnet mit mindestens 2000 Gästen. Für die Aufsicht sind zwei Schwimmmeister der KTW und ein Rettungsschwimmer im Dienst. Sie haben ein Auge besonders auf die kleinen Besucher, die sich mitunter ohne Eltern am Rand der Becken tummeln. Da das nicht selten passiert und um ein Unglück zu vermeiden, liegen Informationszettel im Foyer aus: Mit dem Hinweis auf die Aufsichtspflicht der Eltern.
Ein Frühschwimmer auf Kurs: Friedrich Beims kommt seit 1988 regelmäßig ins Schwimmbad und zieht gleich morgens seine Bahnen.