Viele Telefonzellen verschwinden, denn da telefoniert niemand mehr
An Bahnhöfen werden Telefonzellen laut Telekom noch genutzt, weshalb auch die auf dem Bad Harzburger Bahnhofsplatz erhalten bleibt. Foto: Schlegel
Bad Harzburg. Im Handy-Zeitalter sind öffentliche Telefonzellen ein Anachronismus. Die Telekom baut deshalb die meisten Zellen in Bad Harzburg ab. Fünf jedoch bleiben erhalten.
Statistisch gesehen hat heutzutage jeder Deutsche ein Mobiltelefon, heißt es bei der Telekom – die daran ja auch tüchtig mitverdient. Ein anderer Geschäftsbereich des Konzerns bleibt da jedoch auf der Strecke: Die gute alte Telefonzelle hat ausgedient. Einige werden gar nicht mehr genutzt. Deshalb werden jetzt die meisten der ohnehin nur noch wenigen öffentlichen Fernsprecher in Bad Harzburg abgebaut.
Bundesweit hat die Telekom laut eigener Auskunft noch 40.000 Telefonzellen beziehungsweise öffentliche Telefone, 15 davon in Bad Harzburg. Doch die meisten werden gar nicht mehr genutzt. An einigen Standorten betrug der Umsatz im vergangenen Jahr sage und schreibe null Euro, bei anderen immerhin noch 25 Euro – im Jahr. „Die Bedeutung der Telefonzelle hat mit dem Siegeszug des Handys abgenommen“, sagt Stefanie Halle, Pressesprecherin der Telekom. Zwar gebe es immer noch Stellen mit hoher Nutzung, beispielsweise Bahnhöfe, aber eben auch welche, an denen die Telefonzellen offenkundig niemanden mehr interessiert.
Den Gemeinden werden deshalb Vorschläge unterbreitet, welche Standorte man abbauen kann, beziehungsweise will. Die Städte wiederum können um den Erhalt des einen oder anderen öffentlichen Fernsprechers bitten.
Ob das was nützt, steht allerdings auf einem anderen Blatt. In Bad Harzburg sieht das Ergebnis dieser Gespräche so aus: Erhalten bleiben die Telefonzellen am Bahnhof, an der Forstwiese, in der Kurhausstraße sowie zwei in der Herzog-Wilhelm-Straße (in Höhe der Nummern 47 und 100). Abgebaut werden zehn Telefone und zwar unter anderem in Bettingerode, Westerode und Göttingerode, zwei in der Breiten Straße, am Sachsenhof, in der Ilsenburger Straße, in der Nordhäuser Straße und in der unteren Herzog-Wilhelm-Straße. Bei der Stadt sieht man die Sache vergleichsweise gelassen. Natürlich ist der Abbau irgendwo ein Verlust. Andererseits könne man auch nur schwerlich dagegen argumentieren.
Die abgebauten Zellen aus Bad Harzburg werden – wie andere im Land – als Ersatzteillager genutzt, beziehungsweise fachgerecht entsorgt, so die Telekom. Wer nostalgisch veranlagt ist, kann sich auch eine kaufen. „Wir veräußern Telefonhäuschen zu einem festen Preis und in einem technisch aufgearbeiteten Zustand“, so Stefanie Halle. Infos zu den Zellen bekommt man von der Telekom per E-Mail unter der Adresse info@telekom.de. Zu den Preisen sagt die Telekom nichts, sie sollen laut GZ-Informationen bei rund 400 Euro liegen.