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Viel Witz und unzählige Verstrickungen

<p>Nikolaus Nachtigall (Michael Lindauer, re.) ist das Gespenst. Verstorben einst am Schreibtisch des braven Beamten Theobald Müller (Michael Kanigowski), ist es noch immer mit seinem ehemaligen Arbeitsplatz eng verbunden und entsetzt, als es von einer Umnutzung oder gar einem Abriss des denkmalgeschützten Rathauses hört. Fotos: Leifeld</p>

<p>Nikolaus Nachtigall (Michael Lindauer, re.) ist das Gespenst. Verstorben einst am Schreibtisch des braven Beamten Theobald Müller (Michael Kanigowski), ist es noch immer mit seinem ehemaligen Arbeitsplatz eng verbunden und entsetzt, als es von einer Umnutzung oder gar einem Abriss des denkmalgeschützten Rathauses hört. Fotos: Leifeld</p>

Hornburg. Glauben Sie an Geister? Was? Es gibt gar keine? Freitagabend wurden die Zuschauer der Premierenvorstellung des Hornburger Altstadt-Theater eines Besseren belehrt. Die Laienschauspieler boten in „Beamte – Geister – Gummibäume“ eine zweistündige Komödie aus der Feder von Hans Schimmel, die zwischen hohen Aktenbergen, geruhsamen Beamtenleben und ganz viel Korruption alles bot, natürlich auch ganz viel Witz und Spuk.

Von Andrea Leifeld Sonntag, 03.03.2019, 18:16 Uhr

Hornburg. Glauben Sie an Geister? Was? Es gibt gar keine? Freitagabend wurden die Zuschauer der Premierenvorstellung des Hornburger Altstadt-Theater eines Besseren belehrt. Die Laienschauspieler boten in „Beamte – Geister – Gummibäume“ eine zweistündige Komödie aus der Feder von Hans Schimmel, die zwischen hohen Aktenbergen, geruhsamen Beamtenleben und ganz viel Korruption alles bot, natürlich auch ganz viel Witz und Spuk.

Und der zeigte sich mit dem Gespenst Nikolaus Nachtigall (Michael Lindauer) von einer echt unheimlich grünen Seite. Verstorben einst am Schreibtisch des braven Beamten Theobald Müller (Michael Kanigowski), ist es noch immer mit seinem ehemaligen Arbeitsplatz eng verbunden und entsetzt, als es von einer Umnutzung oder gar einem Abriss des denkmalgeschützten Rathauses hört. Eine Umnutzung des Hauses zum Swinger-Club fände der Geist ja noch ganz reizvoll, aber der Bau eines Supermarktes am Ort seines Todes? Nein, das ginge gar nicht, sah Nachtigall sein Eingreifen als erforderlich an. Zuerst musste ein menschlicher Verbündeter her, damit es gelingen kann, der aufstrebenden (Ober)-Bürgermeisterin Sieglinde Haselbusch (Kerstin Naue) und dem korrupten Unternehmensberater Roland Hein (Holger Fenker) das Handwerk zu legen…

Und wer die lange Tradition der Hornburger Altstadt-Bühne kennt, der weiß, dass solche Komödien immer von viel Witz und unzähligen Verstrickungen geprägt sind. So auch Freitagabend, als die Komödie eine gelungene und gewohnt ausverkaufte Premiere im Stammhaus der Laien-Theatergruppe im „Haus Hagenberg“ feierte. Neun weitere Vorstellungen werden an den kommenden Wochenenden im Theatersaal des Hauses folgen. Zwei Aufführungen gibt es im Lessingtheater Wolfenbüttel (5./6.April).

„Wenn überhaupt, dann gibt es für diese zwei Vorstellungen noch einige Restkarten“, berichtete die Intendantin der kleinen Laien-Bühne, Doris Bötel-Rabe, sehr zufrieden von einem bestens laufenden Kartenvorverkauf und die Rückkehr an die Wolfenbütteler Spielstätte. 2018 musste als Ausweichstätte die ehemalige Schlosserei am Goslarer Rammelsberg herhalten, Bötel-Rabe erachtet aber die dortige Bühne – und mehr noch die Akustik des Saales – für Theaterstücke als nicht optimal.

Zurück zum Spuk im Rathaus: Mit der klassischen Rollenverteilung „Der Mann ist immer schuld“ erlebten die Zuschauer einen geistreichen Abend. Nicht nur von Gespenst Nikolaus Nachtigall heimgesucht und geplant, wiederfuhren dem braven Beamten Theobald Müller auch immer wieder feminine Sticheleien. Aber wie ist es nun? Lieben Frauen lieber einen klugen oder einen schönen Mann? „Weder noch. Ich liebe nur dich!“, lautete die erklärende Antwort…

Zum Abschluss des Premierenabends wurde es dann noch feierlich: Theater-Urgestein Dieter Wagner, der als der Bürobote Franz Brenner in dem Stück zu sehen ist, erhielt die Auszeichnung „Ehrennadel des Amateurtheaterverbandes Niedersachen“. Überreicht wurde sie durch den Verbandsvorsitzenden Alexander Börger. Wagner blickt mit der Premiere nicht nur auf sein 35-jähriges Bühnenjubiläum zurück, sondern brachte sich stets mit großem Engagement aktiv und verdienstvoll für das Hornburger Amateurtheater ein. Unter anderem leitete er eine Theater-AG in der Schule, aus der auch neue Laien-Schauspieler hervorgingen.

Dieter Wagner

Dieter Wagner

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