Vicco-von-Bülow-Oberschule: Mehr Inklusion mit weniger Schülern
Schulleiterin Kathrin Rudolph (links) und die didaktische Leiterin Beate Kegel vor dem Schulgebäude. Es fehlt Konrektorin Ursula Richter. Foto: Steigleder
Vienenburg. Gefährdet ist der Standort der Vicco-von-Bülow-Oberschule Vienenburg nicht. Dafür besteht der Anspruch, die Qualität zu halten – bei mehr Inklusion und sinkenden Schülerzahlen.
Der Standort Vicco-von-Bülow-Oberschule in Vienenburg ist nicht gefährdet. Für die Schulleitung um Rektorin Kathrin Rudolph geht es jetzt darum, die erreichte Qualität auch in Zukunft zu gewährleisten.
Viel gekämpft und gearbeitet hätten sie in der Vergangenheit, berichtet Kathrin Rudolph. Die größere Herausforderung sei jetzt aber, das erreichte Niveau zu halten. Denn die Oberschule muss in den kommenden Jahren vor allem mit einem rechnen: mehr Inklusionsschüler bei sinkenden Schülerzahlen.
„Die Dreizügigkeit so wie jetzt zu halten, wäre schon sehr gut.“ Neben Rektorin Rudolph und ihrer Stellvertreterin Ursula Richter ist auch die didaktische Leiterin Beate Kegel Teil der Schulleitung. Fakt sei zwar, dass die Schülerzahlen sinken werden, die Oberschule stehe aber auf drei sicheren weil bewährten Beinen: Differenzierung, Fördern und Fordern und Berufsorientierung. Zusammen mit einem dreistufigen Förderunterrichtskonzept werde eben jene Qualität erreicht, so Rudolph.
Als einzige Oberschule im Landkreis bietet die Vicco-von-Bülow-Schule jahrgangsgebundenen Unterricht an, die Konstellation der Klassen 5 bis 10 ändern sich somit nicht. Relativ kleine Klassen und Fördergruppen gewährleisten dann das, was Rudolph „die Schüler da abholen, wo sie sind“ nennt.
Dazu gehören auch Inklusionsschüler. Die Oberschule ist barrierefrei, in der Hinsicht gewappnet für die nächsten Jahre. Eine Herausforderung sieht Rudolph wiederum in der zukünftigen Differenzierung. Denn die Lehrer stünden demnächst vor zwei Gruppen in einer Klasse: Inklusionsschüler und nicht behinderten Kinder. Da entstehe einfach mehr Förderbedarf – jeder Inklusionsschüler benötige rund drei Stunden Extrazuwendung pro Woche. Und das, obwohl es jetzt schon zu wenige Förderlehrkräfte gebe.
Das Dreigestirn der Schulleitung blickt dennoch optimistisch in die Zukunft, denn die Erfahrungen aus der Vergangenheit seien durchweg vielversprechend gewesen. Positive Rückmeldungen von Eltern, kooperierenden Betrieben, anderen Schulen und ehemaligen Schülern sprechen da für sich. Und die – natürlich drei – Grundwerte der Schule – Respekt, Achtung und Wertschätzung – sollen auch die nächsten Jahre gewährleistet werden. Kathrin Rudolph ist sich sicher: So, wie bisher, gehe es weiter.
Schule : Die Hauptschule und die Realschule Vienenburg wurden am 1. August 2009 organisatorisch zusammengelegt und als kombinierte Haupt- und Realschule zum 31. Juli 2011 aufgelöst. Gleichzeitig wurde an diesem Standort zum 1. August 2011 eine Oberschule errichtet. Die Oberschule ist gemeinsam mit der Schule am Harly (Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung) in einem Schulzentrum untergebracht und die einzige jahrgangsgebundene Förderschule im Landkreis. Das klassische Einzugsgebiet umfasst die Ortsteile Vienenburg, Immenrode, Lengde, Lochtum, Weddingen und Wiedelah der Stadt Goslar. Momentan obliegt Kathrin Rudolph die Schulleitung.
Schülerzahl: 379 Schüler, davon 22 Inklusionskinder, verteilen sich auf 18 Klassen. 76 Schüler kommen von auswärts, 180 sind Fahrschüler. Nach Landkreis-Prognosen kommt die Schule 2017/18 auf 331 Schüler, 2010/21 auf 266 Schüler, und 2023/24 auf 241 Schüler.
Schulbetriebskosten: Aus Funktionspersonalkosten (z.B. Sekretariat) der Bewirtschaftung inklusive Fremdreinigung und baulicher Unterhaltung ergibt sich eine Summe von rund 755.000 Euro.
Jüngste Baumaßnahmen: Die Nutzbarmachung von Verkehrsflächen, hier sind Aufenthaltsbereiche für Versammlungen und Aufführungen gemeint, bauordnungsrechtliche Sanierungen und die geschaffene Essensausgabe schlagen mit 1.500.000 Euro zu Buche. Zusammen mit der Sanierung des Nahwärmenetzes ergibt das rund 1.700.000 Euro Baukosten.
Sanierungsbedarf: Absehbare Baumaßnahmen in dem Schulentwicklungsplanungszeitraum sind bauliche Sanierungen für 2 Millionen Euro, die Modernisierung und Sanierung der Elektroanlagen für 280.000 Euro, die Neugestaltung des Pausenhofs für 370.000 Euro und die Sanierung der Flachdächer im Bereich der Gänge und der Sporthalle für 167.000 Euro . Zusammen mit der Sanierung der Sanitäranlagen und der Erneuerung der Fensterelemente in der Sporthalle für insgesamt 378.000 Euro werden rund 3.200.000 Euro Gesamtkosten veranschlagt. Quelle: Landkreis Goslar