VfL Oker und der TSKV Goslar machen Tempo
<p>Aus Gegnern werden in der kommenden Saison womöglich Mitspieler: Eine Szene aus der vergangenen Saison aus der Partie zwischen dem TSKV Goslar und dem VfL Oker. Foto: GZ-Archiv</p>
Der VfL Oker und der TSKV Goslar wollen bei der Verschmelzung der Fußball-Abteilungen Tempo machen. Erste Entscheidungen sind noch vor Weihnachten zu erwarten.
Peter Anders, 2. Vorsitzender des VfL, kann sich vorstellen, dass die Mitglieder seines Vereins noch in diesem Jahr über den Zusammenschluss entscheiden. „Die Zeit läuft“, sagt Anders, „und wir wissen nicht, welche Steine noch in den Weg reinkommen.“ Geplant ist, dass die Verschmelzung schon zur kommenden Saison greift.
Auch der TSKV will spätestens Anfang kommenden Jahres eine Grundsatzentscheidung fällen. Vorsitzender Ömer Özvar betont, dass Transparenz aber das oberste Gebot sei. „Das ist bei so einem Riesenschritt für den Verein selbstverständlich.“ So soll der Verschmelzungsvertrag, wenn er denn vorliegt, vorab für die Mitglieder in der Geschäftsstelle ausgelegt werden.
Bewusst haben beide Seiten bisher nicht über weitere Punkte wie den gemeinsamen Namen, ein neues Logo, die Trikotfarben oder auch die Personalien gesprochen. „Wir wollen erst die Zustimmung einholen, bevor wir uns um die Details kümmern. Alles andere macht keinen Sinn“, sagt Özvar.
Den Verschmelzungsvertrag setzt der Goslarer Rechtsanwalt und Notar Hans Henning Körner auf, der bereits einen ähnlich gelagerten Fall begleitet hat. Im Frühjahr 2003 entschieden sich der Goslarer SC 08 und der SV Sudmerberg zu einer Verschmelzung, die fast problemlos durchgewunken wurde. In Sudmerberg opponierte damals im Wesentlichen nur die Damenmannschaft gegen die Fusion. Der Verein firmierte zunächst unter Goslarer SC 08/Sudmerberg, ehe der Zweitname Ende 2012 verschwand. „Wir wollen diesen Vertrag nicht verlängern, die Verschmelzung ist völlig überholt“, sagte der damalige GSC-Vorsitzende Wolfgang Gasz.
Gar nicht erst zueinanderfanden zwei mögliche Partner im Jahr 2003. TuS Clausthal-Zellerfeld und der FC Zellerfeld wollten damals gemeinsame Sache machen, was aber auf der Mühlenhöhe nicht auf die nötige Zustimmung traf. Die erforderlichen 80 Prozent Ja-Stimmen wurden meilenweit verfehlt. „Zum damaligen Zeitpunkt war das die richtige Entscheidung“, sagt der heutige FCZ-Vorsitzende Jens Bergmann, „zum heutigen Zeitpunkt wäre das Thema hingegen ergebnisoffen.“
So sei in seinem Verein die Jugendarbeit mangels Masse inzwischen fast zum Erliegen gekommen. „Über kurz oder lang wird es so etwas wie in Oker bei uns auch geben“, meint Bergmann. „Wenn wir zukunftsorientiert arbeiten wollen, dann muss etwas passieren.“ Einen Satz, den sich auch der VfL und der TSKV auf die Fahnen schreiben könnten.