Vespa-Veteranen-Club Deutschland tourt durch den Harz
Der mit fast 81 Jahren älteste Teilnehmer, Günter Rietz (2.v.li.), fährt auch die älteste Vespa (Baujahr 1956) der Tour. Fotos: Bertram
Clausthal-Zellerfeld. Knatternd biegen 29 Motorroller in die Zellerfelder Schützenstraße ein: Der Vespa-Veteranen-Club Deutschland ist auf Harz-Tour.
Noch bis Donnerstag führt die Tour die „Hühnerschrecks“ durch den ganzen Harz. „Nicht die Personen, sondern unsere Vespas, die 30 Jahre und älter sind, sind Veteranen“, erklärt Maximilian Hayart aus Clausthal, der die Tour organisiert hat. Das älteste teilnehmende Fahrzeug ist eine Vespa Messerschmitt 2T, Baujahr 1956. „In Augsburg gebaut“, erklärt ihr Besitzer Günter Rietz aus Seligenstadt. Mit fast 81 Jahren ist er zugleich der älteste Fahrer des Feldes. Aus ganz Deutschland sind Mitglieder des größten Vespa-Vereins der Bundesrepublik angereist. Die weiteste Anreise „auf Achse und nicht auf Trailer“ hatte Klaus Altenhofer aus St. Wendel im Saarland. Zwei Tage habe er gebraucht, erklärt der 59-Jährige und sagt begeistert: „Vespa ist eine Leidenschaft - eine Passion, auf die viele kommen, um zu entschleunigen.“ Vespa fahren sei eine „Wanderung mit dem Fahrzeug“. Seine Ehefrau teile diese Leidenschaft.
Die farbenfrohen Motorroller mit großer Sitzbank, blitzendem Chrom und individuellen Details ziehen die Blicke der Passanten auf sich. „Lauter Hühnerschrecks“, meint eine Frau im Vorbeigehen.
„Die meisten haben 10 PS, die ganz alten 6,5 PS“, erklärt Maximilian Hayart, der an der TU Clausthal Bergbau studierte, seit 28 Jahren in der Berg- und Universitätsstadt lebt und heute bei der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern (DBE) arbeitet. Am Sonntag war das Unesco-Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft das Ziel. Tags darauf standen Talsperren auf dem Programm.
In St. Andreasberg besuchte der Club den Heimatbund. Weitere Stationen sind der Südharz und der Rammelsberg. Am Mittwoch führt die Reise zum Hexentanzplatz nach Thale. Donnerstag geht es mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken, mit Wanderung entlang des Goetheweges zur Einkehr in Torfhaus. Zimmer sind in Zellerfeld gebucht.
„Das Wetter stört uns nicht - wir haben gute Kleidung“, meint der Organisator bei nasskaltem Wetter am Sonntag. Zudem sei die Vespa ein gutes Alltagsfahrzeug mit schützendem Beinschild.
Plaketten und Aufkleber früherer Fahrten zieren die Motorroller. Eine kleine Dennert-Tanne, die eineHarzer Hexemit Besen auf einer Vespasitzend zeigt, ist nun hinzugekommen. „Letztes Jahr war die Tour in Hamburg“, erklärt Tour-ChefHayart. Auch der Schwarzwald und das Allgäu seien bereits auf zwei Rädern erkundet worden.
Station in Zellerfeld: Organisator der Harz-Tour ist Maximilian Hayart (3. von links).