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Verdacht auf Noro-Virus: 35 Gäste mit Magen-Darm-Beschwerden

<p>Zahlreiche Rettungswagen sind am Maritim-Berghotel im Einsatz: In der Einrichtung klagen 35 von 400 Gästen über eine Magen-Darm-Erkrankung. Es besteht der Verdacht auf Noro-Virus. Foto: Privat</p>

<p>Zahlreiche Rettungswagen sind am Maritim-Berghotel im Einsatz: In der Einrichtung klagen 35 von 400 Gästen über eine Magen-Darm-Erkrankung. Es besteht der Verdacht auf Noro-Virus. Foto: Privat</p>

Braunlage. Es ist der Albtraum jedes Hotelmitarbeiters. Donnerstagmorgen ist am Maritim vom Landkreis Goslar der sogenannte Massenanfall an Verletzten ausgerufen worden. 35 der insgesamt 400 Gäste des Berghotels klagen über Magen-Darm-Probleme. Laut Leitendem NotarztDr. Tobias Steffen besteht der Verdacht auf eine Noro-Virus-Erkrankung. „Das können wir aber erst nach der Auswertung von Stuhlproben belegen“, erklärt er. Jedenfalls mussten drei Gäste per Rettungswagen ins Krankenhaus nach Herzberg und Goslar gebracht werden.

Von Michael Eggers Donnerstag, 27.12.2018, 17:07 Uhr

Braunlage. Es ist der Albtraum jedes Hotelmitarbeiters. Donnerstagmorgen ist am Maritim vom Landkreis Goslar der sogenannte Massenanfall an Verletzten ausgerufen worden. 35 der insgesamt 400 Gäste des Berghotels klagen über Magen-Darm-Probleme. Laut Leitendem NotarztDr. Tobias Steffen besteht der Verdacht auf eine Noro-Virus-Erkrankung. „Das können wir aber erst nach der Auswertung von Stuhlproben belegen“, erklärt er. Jedenfalls mussten drei Gäste per Rettungswagen ins Krankenhaus nach Herzberg und Goslar gebracht werden.

Es war ein dramatisches Bild vor dem Hotel gestern Morgen: Insgesamt 15 Rettungswagen standen an dem Komplex. „Wir haben zunächst so viele Fahrzeuge benötigt, weil der Massenanfall an Verletzten die Stufe 13 hatte“, erklärt Steffen. Das heißt, anfangs sei damit gerechnet worden, dass es 13 Erkrankte gebe, die stationär versorgt werden sollten. Doch die Zahl konnte nach einem intensiven Medizin-Check nach unten revidiert werden.

„Viele der erkrankten Gäste haben sich nach der Untersuchung dafür entschieden, im Hotelzimmer zu bleiben“, berichtet der Arzt. Das Zimmer bilde eine abgeschlossene Einheit, und solange die Erkrankten keinen Kontakt zu anderen Gästen hätten, könne sich das Virus nicht verbreiten.

Bei drei Gästen allerdings sei die stationäre Unterbringung nicht zu vermeiden gewesen. Die Urlauber seien dehydriert und hätten unter ärztlicher Aufsicht weiter behandelt werden müssen. Steffen rechnet aber damit, dass die Zahl der Erkrankten in den nächsten Tagen noch steigt. „Das ist so ein dynamischer Prozess“, kündigt er an. Der Mediziner lobt dabei die professionelle Zusammenarbeit mit dem Hotel. Nach den ersten Ermittlungen vermutet der Leitende Notarzt, dass die Erkrankung über eine Reisegruppe in das Hotel gekommen sei, die per Bus angereist ist. Im Bus könne sich so ein Virus gut verbreiten. Aber mittlerweile seien auch andere Urlauber von der Erkrankung betroffen.

Ob es wirklich der Noro-Virus war, könne erst nach 48 Stunden ermittelt werden. So lange dauert laut Steffen die Auswertung der Stuhl-Proben. Mittlerweile sei das Gesundheitsamt des Landkreises zuständig. Es ermittele nun die Infektionsursache und die Verbreitung, schreibt der Landkreis in einer Pressemitteilung.

„Unser Hotelbetrieb geht ganz normal weiter“, teilt auf Anfrage der leitende Mitarbeiter Philipp Gagel mit. Als es die ersten Anzeichen auf die Magen-Darm-Erkrankung gab, habe das Maritim seine Mitarbeiter darum gebeten, den Gästen nicht mehr die Hand zu schütteln. Außerdem stellte es ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung und versorgte die kranken Urlauber mit Tee und Zwieback.

Das Berghotel habe zudem den ärztlichen Dienst über die Erkrankungen informiert, der dann die weiteren Aktionen einleitete. Gagel lobt ebenso wie Leitender Notarzt Steffen die Zusammenarbeit mit der Wurmberg-Apotheke, die trotz des Zweiten Weihnachtsfeiertags für Gäste, die bereits Symptome hatten,  binnen kürzester Zeit ausreichend Medikamente und Desinfektionsmittel zur Verfügung stellte. Wie Gagel weiter berichtet, habe bislang kein Maritim-Mitarbeiter über Magen-Darm-Probleme geklagt.

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