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Vater und Sohn stellen gemeinsam aus

Marian und Gerd Winner vor einer Arbeit des Künstlersohnes: Zu sehen sind Werke zum Thema „Quartiers de Paris“ morgen im Dörntener Atelier.  Foto: Gereke

Marian und Gerd Winner vor einer Arbeit des Künstlersohnes: Zu sehen sind Werke zum Thema „Quartiers de Paris“ morgen im Dörntener Atelier. Foto: Gereke

Liebenburg/Dörnten. Ausstellung eines besonderen Trios mit einem besonderen Thema: Unter dem Motto „Quartiers de Paris“ öffnet Professor Gerd Winner am Samstag die Türen seines Dörntener Ateliers. Zu sehen sind Werke von Winner selbst, seinem Künstlerfreund Rainer Mordmüller und Marian Winner, der 15-jährige Sohn des Liebenburger Künstlers. Erstmals stellen Vater und Sohn gemeinsam in dieser Form aus.

Von Andreas Gereke Donnerstag, 25.10.2018, 18:04 Uhr

Auf eine Feststellung legt Winner senior besonders Wert: „Nicht meine Frau Martina und ich waren es, die Marian zur künstlerischen Arbeit animiert haben. Er kam durch seinen Freund in der Medien-AG der Schule dem Thema nah“, erzählt der 82-Jährige. Und so übernahm Marian Winner die Kamera seines Vaters, kaufte sich ein spezielles Objektiv dafür und fotografierte bei einem Paris-Aufenthalt los. Anschließend bearbeitete er die Aufnahmen am Rechner künstlerisch – unter anderem mit der vom Vater bekannten Technik, zwei Fotos übereinander zu legen und zu einem Werk verschmelzen zu lassen.

Der Paris-Besuch mit der Familie sei der aktuelle Anlass für die Schau. Martina Winner habe die Idee zu der gemeinsamen Veranstaltung gehabt. Zu sehen sein werden rund 60 Arbeiten: Mordmüller, wie Gerd Winner gebürtiger Braunschweiger, mit seinen Malereien, der Liebenburger Schlossherr mit seinen typischen Montagen in verschiedenen Drucktechniken – sowie die Fotografien Marians. Alle zeigen sie die Quartiere von Paris.

Aber die Schau hat auch eine Vorgeschichte, wie Winner erzählt. Ab dem Jahr 2000 reduzierte er seine Arbeitsaufenthalte in den USA. Gleichzeitig sorgte seine künstlerische Arbeit, aus der das Haus der Stille in Bergen-Belsen hervorging, für einen Rückzug aus der großen Welt ins Innere, aber auch eine alte Liebe geriet wieder in den Fokus: Paris. Die Kunstszene dort habe ihn schon immer interessiert, gesteht er. Und seit diesem Moment entstanden die Werke über Paris. Die Stadt an der Seine, in der Mordmüller, der Sohn seines Kunsterziehers, der Winner damals in die künstlerische Spur brachte, Atelier und Wohnung besitzt. Die Besuche: „Sie waren ein interaktionales Arbeiten unter- und miteinander“, sagt Winner, „eine permanente, gegenseitige Befruchtung.“ Eben eine Künstlerfreundschaft. „In Gerds Berliner Zeit wollte Rainer Mordmüller drei Wochen in Gerds Wohnung bleiben – daraus wurden sieben Jahre“, beschreibt Martina Winner eine Episode.

In diesem Sommer nun mit der Familie die ganz bewusste Rückkehr nach Paris –und die Ausstellung als Ausdruck dessen. Der Termin ist übrigens ein „Jour fixe“ – ein fester Zeitpunkt. Die Schau ist nur Samstag von 11 bis 15 Uhr zu erleben. Das Dörntener Atelier, die ehemalige St.-Christopherus-Kirche, die Winner nach ihrer Profanisierung übernahm und zu einem künstlerischen Arbeitsraum ungestaltete, befindet sich in der Straße Kampseck 4, wo sich das Atelier auch für die Nachbarschaft öffnet.

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