Unfassbar: Rote Kuh spielt scheues Reh
<p>Bei dem Tier auf dem Bild handelt es sich nicht um die Kuh, die im Januar von einer Weide bei Lautenthal ausgebüxt ist und sich seither in den Wald zurückgezogen hat. Zuletzt wurde das entlaufene Tier Freitag im Kurpark Seesen gesehen. Archivfoto: Sowa</p>
Von wegen blöde Kuh: Seit zweieinhalb Monaten versteckt sich ein Harzer Rotvieh erfolgreich im Wald bei Seesen und spielt mit seinen Häschern Katz und ... ähem Kuh.
Von wegen blöde Kuh: Seit zweieinhalb Monaten versteckt sich ein Harzer Rotvieh erfolgreich im Wald bei Seesen und spielt mit seinen Häschern Katz und ... ähem Kuh.
Das im Januar von einer Weide bei Lautenthal ausgebüxte Tier ist wie berichtet am Freitag zum wiederholten Mal in Seesen gesichtet worden, schwang aber rechtzeitig die Hufe und konnte erneut entkommen. Zuvor hatte ein Anrufer sich beim Polizeirevier in Seesen gemeldet und die Beamten von seiner Sichtung der Kuh um 17.30 Uhr im Kurpark informiert. Doch der Polizeieinsatz führte nicht zur Festnahme: Das Tier sei im Bereich der Asklepios-Klinik in den Wald verschwunden, erklärt ein Sprecher der Polizei Seesen am Montag auf Nachfrage. Bei einer Nachsuche hätten bis zum Einbruch der Dunkelheit auch der Landwirt, dem die Kuh gehört, und eine Tierärztin aus Goslar, die mit einem Narkosegewehr bewaffnet war, nach dem Vieh Ausschau gehalten. Es ist dann auch noch einmal gesehen worden, allerdings konnten Landwirt und Medizinerin auch mit vereinten Kräften die Kuh nicht an der Flucht hindern. Daran, dass es sich bei der gesichteten Kuh um das vermisste Tier von der Weide bei Lautenthal handelt, besteht offenbar kein Zweifel. „Diesseits des Sternplatzes haben wir keine Vieh- oder Milchwirtschaft und auf der anderen Seite ist eins ausgebüxt“, bringt ein Seesener Sheriff den Ermittlungsstand knackig auf den Punkt.
Die Tierärztin sagt, sie sei bereits zuvor bei Sichtungen des Tiers hinzugerufen worden. Ein Problem beim Einfangen sei, dass das Tier stark unter Adrenalin stehe. Der Landwirt hatte sich zu einem früheren Zeitpunkt bereits geäußert und die Schreckhaftigkeit auch darauf zurückführt, dass Neugierige im Wald nach dem Tier gesucht und es damit weiter verängstigt hätten. Er bat darum, das zu unterlassen.
Ein ähnlicher Fall einer Kuh, die in den Wald geflohen war und sich dort versteckte, hat vor einiger Zeit in Bayern für Schlagzeilen gesorgt. Das scheue Tier wurde dort als „Kuh, die ein Reh sein will“ bekannt. Das Tier galt übrigens als Sicherheitsrisiko, nachdem es vor ein Polizeiauto gelaufen war. Autofahrer sollten zwischen Lautenthal und Seesen also die Augen offen halten.