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Unfallstatistik 2018: Von Verkehrstoten verschont geblieben

Kontrollaktionen wie im vergangenen Jahr in der Fußgängerzone sollen Präsenz zeigen und für sichere Verkehrsteilnahme sensibilisieren. Personell gerät die Bad Harzburger Polizei aber bei solchen Unternehmungen an ihre Grenzen. Archivfoto: GZ

Kontrollaktionen wie im vergangenen Jahr in der Fußgängerzone sollen Präsenz zeigen und für sichere Verkehrsteilnahme sensibilisieren. Personell gerät die Bad Harzburger Polizei aber bei solchen Unternehmungen an ihre Grenzen. Archivfoto: GZ

Bad Harzburg. Die Bad Harzburger Polizei hat ihre Verkehrsunfallstatistik für 2018 vorgestellt. Von tödlichen Unfällen blieb die Kurstadt vergangenes Jahr verschont, die Straßen bleiben auf einem ähnlich sicheren Niveau wie 2017.

Von Mario Steigleder Montag, 01.04.2019, 14:51 Uhr

Von einem relativ geringen Wert in Sachen Verkehrsunfällen berichtet Hans-Hermann Bosse, stellvertretender Revierleiter in Bad Harzburg. 630 Unfälle wurden 2018 registriert, 15 weniger als im Vorjahr. Besonders erfreulich sei, dass es immer weniger Unfälle mit Schwerverletzten gebe. Waren es 2017 noch 16 solcher Unglücke, berichtet Bosse von drei im vergangenen Jahr. Tödliche Verkehrsunfälle habe es 2018 überhaupt nicht gegeben. Allgemein bleibe die Zahl der Verletzten aber auf ähnlichem Niveau, denn der Anteil von Leichtverletzten sei im Gegenzug gestiegen, sagt der Polizist.

Dass immer weniger Menschen schwer verletzt aus einem Unfall kommen, führen die Ordnungshüter auf die sicher werdenden Fahrzeuge zurück. Zudem habe es in der vergangenen Zeit vermehrt Kontrollen zur Gurt- und Geschwindigkeitsdisziplin der Verkehrsteilnehmer gegeben – was wohl auch die Fahrer für sicheres Fahren sensibilisiert habe.

Apropos Kontrolle: Laut Matthias Fiedler, zuständig für Verkehrsstraftaten und -unfälle, ist auch das Thema Handynutzung am Steuer vermehrt überprüft worden. Und mit Erfolg, denn dank drastischer Sanktionen – 100 Euro und ein Punkt werden fällig– und besserer Kommunikationsmöglichkeiten im Auto (z.B. Freisprecheinrichtungen) sei die Zahl solcher Fälle gesunken, sagt Polizeichef Thorsten Ahrens. Trotz alledem gebe es aber noch etliche Fahrer, die im Auto mit dem Handy in der Hand erwischt werden – 130 seien es 2018 gewesen. Und würde die Polizei noch mehr kontrollieren, würden auch mehr Verstöße vermerkt werden, sagt Bosse.

Trotz der vielen Kontrollen gab es 2018 neun Unfälle, bei denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren. Die Hauptursache für Verkehrsunfälle sei aber die missachtete Vorfahrt, sagt Bosse. Schwierig aufzuklären und mit hoher Zahl vertreten sind Unfallfluchten: 172 mal krachte es, und der Verursacher verschwand. Die Polizei appelliert hier: Wer so einen Vorfall beobachtet, sollte sich das Kennzeichen merken und die Beamten informieren. So werde ein Ermittlungserfolg viel wahrscheinlicher, so Bosse.

Hauptsächlich verwickelt in Unfälle sind laut Polizeistatistik Pkw. Die Zahl der Lastwagen-Unglücke sei zwar gestiegen, aber auch nicht signifikant. Unfälle mit Motorrädern würden, im Gegensatz zum Oberharz, in Bad Harzburg keine Rolle mehr spielen, hier gab es 2018 17 Vorfälle. Zugenommen habe hingegen die Zahl der Fahrradunfälle von 15 auf 24.

Unfallschwerpunkte gebe es in Bad Harzburg nicht, sagt Ahrens. Zwar passierten die meisten Vorfälle etwa auf der Herzog-Julius- und der Breiten Straße – das liege aber schlichtweg daran, dass auf diesen Hauptstraßen auch am meisten Verkehr herrsche.

Mit Blick auf das laufende Jahr soll vor allem weiterhin stark kontrolliert werden, sagt Bosse, gerade in Richtung Tempo, Handy, Drogen und Alkohol. Die Polizei Bad Harzburg ist aber eingeschränkt: Natürlich wolle man mehr kontrollieren, etwa auch bei Radfahrern. Personell sei aber viel mehr als in den vergangenen Jahren einfach nicht möglich.

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