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„Und tschüss“ nach fast 40 Jahren

Ausgezeichnet (v.li.): Chris Gießmann, Theresia Wodecky, Anastasia Krüger, Stefanie Jurk, Samantha Hase, Stefan Mögebier und Viola Pankin.  Fotos: Potthast

Ausgezeichnet (v.li.): Chris Gießmann, Theresia Wodecky, Anastasia Krüger, Stefanie Jurk, Samantha Hase, Stefan Mögebier und Viola Pankin. Fotos: Potthast

Bad Harzburg. Die Berufsbildenden Schulen Bad Harzburg entlassen 105 Absolventen und eine Lehrerin: Angelika Giesecke geht in den Ruhestand

Von Angela Potthast Sonntag, 19.06.2016, 13:54 Uhr

Ein Adieu für 106 war das am Freitag in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Bad Harzburg. Nur eine von ihnen war fast vier Jahrzehnte da: Angelika Giesecke wurde nach insgesamt 37 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Die 105 Schüler wiederum wurden in ihr Berufsleben geschickt. Acht bekamen zusätzlich zu ihren Zeugnissen noch Auszeichnungen.

„Einen tollen Einsatz in der Klasse, mit einem Kind die Ausbildung geschafft bei konstant guten Leistungen, die praktische Abschlussprüfung mit der Note 1.“ Das sind einige der Begründungen dafür, dass acht Ehemalige besonders erwähnt und mit Geschenken bedacht wurden. Europässe haben die erhalten, die einen Teil ihrer Ausbildung in Spanien oder Dänemark hinter sich gebracht haben.

Viele der BBS-Absolventen hätten schon zu Schulzeiten gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen können, so kommissarischer Schulleiter Heiner Lüdering. Beispielsweise während der Flüchtlingskonferenz des Landkreises Goslar. An die Lehrerinnen und Lehrer wiederum richtete Theresia Wodecky im Namen ihrer einstigen Mitschüler ein Dankeschön.

„Wir dürfen jetzt gehen“, sagte Angelika Giesecke zu den Absolventen und zu sich. Aus Altersweisheit könne sie ihnen mit geben: „Die negativen Sachen vergessen Sie.“ Die schönen blieben. Ob das auch auf die Lampen in der Aula zutrifft? Die hängen nach all den Veränderungen, die es während des Arbeitslebens von Angelika Giesecke an der Schule gegeben habe, noch immer. „Auf dass sie bei den künftigen Prüfungen weiterhin gut leuchten…“

Geschätzte 30000 Unterrichtsstunden, 500 Wochen Ferien unter anderem, das liegt hinter Angelika Giesecke, wie Heiner Lüdering zusammenfasste. Allein das bewirkt Identifikation. „Es ist meine Schule gewesen so die 63-Jährige. Sie war zuletzt die Dienstälteste im Kollegium.

Viele Referendare hat sie ausgebildet, drei sind Kollegen an der BBS geworden. Sie hat das Logo der Schule entworfen und den Flyer. Sie war die erste Frau in der Abteilung, heute „Bildungsangebot Ernährung“. Mittlerweile seien es mehr Frauen als Männer. Weitere Unterschiede zwischen ihren Anfängen und heute? Früher habe es ein Lehrerzimmer für alle gegeben, nun sei es je ein Raum für je ein Team – unter anderem Ernährung, Hauswirtschaft, Körperpflege. Sie hat Zeiten erlebt, in denen die Schule nur wenige Schüler hatte. Und dann wieder Zeiten, in denen 30 bis 34 Schüler in den „Ernährungs“-Klassen saßen – das war nach der Grenzöffnung der Fall.

„Was ich vermissen werde: Den Umgang mit den jungen Menschen.“ Obwohl: Angelika Giesecke zieht weg aus Bad Harzburg – in die Nähe von Sohn und Enkelkind. Am Freitag war ihr eigenes Adieu in der Aula mit den Vintage-Lampen ein „und tschüß.“

Berufsbildende Schule Bad Harzburg, BBS, kommissarischer Leiter Heiner Lüdering verabschiedet Angellika Giesecke, Lehrerin in der Abteilung Ernährung, aus dem Schuldienst

Berufsbildende Schule Bad Harzburg, BBS, kommissarischer Leiter Heiner Lüdering verabschiedet Angellika Giesecke, Lehrerin in der Abteilung Ernährung, aus dem Schuldienst

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