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Trickfilm-Reise ins Welterbe

Im Stollen werden die jugendlichen Projektteilnehmer zu Geräuschfängern: Texte und Klänge werden aufgezeichnet. Fotos: Weiss

Im Stollen werden die jugendlichen Projektteilnehmer zu Geräuschfängern: Texte und Klänge werden aufgezeichnet. Fotos: Weiss

Wildemann. Ein paar Kinder suchen Stöckchen für Stockbrot – und finden ein geheimnisvolles Mundloch. „Wollen wir reingehen?“ – „Ich weiß nicht, das könnte gefährlich sein...“ Aber wie es so ist, die Kinder gehen doch hinein – und verlaufen sich in den Tiefen des alten Bergwerks...

Von Peter Weiss Dienstag, 10.07.2018, 14:54 Uhr

Wildemann. Ein paar Kinder suchen Stöckchen für Stockbrot – und finden ein geheimnisvolles Mundloch. „Wollen wir reingehen?“ – „Ich weiß nicht, das könnte gefährlich sein...“ Aber wie es so ist, die Kinder gehen doch hinein – und verlaufen sich in den Tiefen des alten Bergwerks...

Zum Glück ist das nur der Anfang eines der vier Trickfilme, die Inhalt eines Trafo-geförderten kreativen Ferienprogramms der Stiftung Unesco-Welterbe im Harz zusammen mit den vier Oberharzer Bergbaumuseen sind. Vom „Frosch im Schacht“ bis zum „Turm, der Gold zu Tage fördert“ reicht die Ideenpalette. Neben dem 19-Lachter-Stollen Wildemann waren beziehungsweise sind das Oberharzer Bergwerksmuseum, die Grube Samson und die Schachtanlage Knesebeck die geschichtsträchtigen Spielorte der Geschichten-Expedition ins Welterbe.

„Mit einer Drachenschnur ließen wir eine starke LED-Taschenlampe in den Ernst-August-Schacht einfahren“, erzählt der Wildemanner Stollenführer Helmut Kröner vom ersten Workshop-Tag im 19-Lachter-Stollen. Damit wollte er den Mädchen und Jungen einen Eindruck von der Tiefe des Schachtes vermitteln. „Schon in 100 Metern Tiefe kam sie uns vor wie ein Glühwürmchen in einer Sommernacht.“

Dann begann die eigentliche Arbeit am Film: Eine Geschichte wurde ausgedacht und die Charaktere dazu entwickelt. Mit Begeisterung entwickeln die jungen Teilnehmer gemeinsam mit Comiczeichner Klaus Günther Geschichten rund um den Bergbau im Oberharz.

Mit dem Schreiben des Drehbuchs, dem Gestalten der Figuren und Kulissen sowie dem Drehen und Vertonen der einzelnen Szenen vergehen die jeweils zweieinhalb Tage wie im Fluge. So entsteht im Wildemanner Besucherstollen ein kleiner Film von Geistern, die verirrten Kindern im stillgelegten Bergwerk den Weg hinaus zeigen und gleichzeitig selbst von ihrem Fluch befreit werden.

In mühevoller Kleinarbeit und mit einfachsten Hilfsmitteln werden die Filmkulisse und die Figuren gebastelt und bemalt. Unzählige Sequenzen müssen gefilmt und zusammengefügt werden. Die „Darsteller“ werden von Hand jeweils immer um wenige Millimeter bewegt, bis das Drehbuch abgearbeitet ist.

Dann heißt es für die Kinder, noch einmal in den Stollen einzufahren. Diesmal sind sie als Geräuschfänger unterwegs: Die Texte werden mit einem Audiogerät vor Ort zusammen mit den originalen Untertage-Geräuschen aufgezeichnet. „Atmo“ nennen das die Fachleute.

Die Filmarbeit hat allen Teilnehmern sichtlich Spaß gemacht. Ein Junge hat sich gleich für die beiden nächsten Workshops in der Grube Samson St. Andreasberg und am Schacht Knesebeck in Bad Grund eingebucht. Letzterer startet heute, Mittwoch, und geht bis Freitagnachmittag. Kurzentschlossene können sich noch per E-Mail unter kresse@welterbeimharz.de anmelden. Gestartet war das Trickfilm-Projekt in Zellerfeld. Nach Abschluss der Aktion werden alle vier Filme im Internet auf der Homepage des Stollens und der Welterbe-Stiftung publiziert.

Im Regieplan sind die einzelnen Szenen genau beschrieben.

Im Regieplan sind die einzelnen Szenen genau beschrieben.

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