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Nachfolge gesucht

Tochter übernimmt Arztpraxis Langnickel von ihrer Mutter

Cornelia Langnickel (li,) und ihre Tochter Liane-Johanna streben an, im kommenden Jahr eine Gemeinschaftspraxis zu eröffnen. Noch ist die Tochter in der Weiterbildung und arbeitet als angestellte Ärztin in der Praxis ihrer Mutter. Foto: Ciszewski

Cornelia Langnickel (li,) und ihre Tochter Liane-Johanna streben an, im kommenden Jahr eine Gemeinschaftspraxis zu eröffnen. Noch ist die Tochter in der Weiterbildung und arbeitet als angestellte Ärztin in der Praxis ihrer Mutter. Foto: Ciszewski

Wolfshagen/Lautenthal. Seitdem sie mit ihrer Tochter zusammen in ihren Arztpraxen in Wolfshagen und Lautenthal praktizieren kann, erlebt die Allgemeinmedizinerin Cornelia Langnickel „die schönsten Jahre meines Berufslebens“, wie sie sagt.

Von Jörg Ciszewski Donnerstag, 23.08.2018, 16:32 Uhr

34 Jahre lang war sie „Einzelkämpferin“, seit 1990 führt sie ihre Praxis in Wolfshagen und vor sieben Jahren eröffnete sie die Zweigpraxis in Lautenthal. Mit dem Einstieg ihrer Tochter Dr. med. Liane-Johanna als angestellte Ärztin im Mai vergangenen Jahres hat die Phase begonnen, in der nun die Nachfolge eingeleitet wird. Auch wenn Cornelia Langnickel lange nicht ans Aufhören denkt. „Ich will noch einige Jahre arbeiten, weil mir die Arbeit Spaß macht“, sagt die 63-Jährige.

Ziel ist es aber, dass ihre Tochter nach ihrer Ausbildung im stationären Bereich, nach der Erlangung eines Doktorgrades der Medizin und mit Beendigung ihrer fünfjährigen Ausbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin Mitte kommenden Jahres dann als niedergelassene Ärztin mit ihrer Mutter eine Gemeinschaftspraxis gründet.

Bis dahin müssen allerdings noch viele Dinge geregelt werden, denn der Gesetzgeber mache es einem nicht leicht, sagt Cornelia Langnickel. „Obwohl doch immer betont wird, dass der Ärztemangel gerade auf dem Land behoben werden soll, gibt es viele Hürden auf dem Weg zu einer eigenen Praxis.“ Bei den Langnickels stand am Anfang eine rechtliche Beratung durch die Kassenärztliche Vereinigung, um sich über die verschiedenen Möglichkeiten zu erkundigen, wie sich ein Arzt niederlassen kann. „Es gibt sehr viele Wege, und die sind oft kompliziert und manchmal auch nur schwer nachvollziehbar“, sagt Cornelia Langnickel.

Ihre Tochter äußert Verständnis dafür, dass viele junge Mediziner vor diesem Schritt zurückschrecken. „Ich habe während der Weiterbildung in einer Klinik gearbeitet. Dort konzentriert sich der Arzt auf seine Arbeit, für alles andere ist die Verwaltung zuständig. In einer Arztpraxis muss man sich um alles kümmern“, sagt sie. Außerdem gehe man ein wirtschaftliches Risiko ein.

Die 34-Jährige ist froh, dass sie nun in der Familienpraxis einen Rahmen vorfindet, in dem sie sich mit den Aufgaben, die über das Praktizieren hinausgehen, vertraut machen kann. „Wir arbeiten offen und transparent, und es gibt ein natürliches Vertrauen“, sagt Cornelia Langnickel. „Und das Schöne ist: Wenn einer von uns mal einen medizinischen Rat braucht, dann kann er nun die Kollegin fragen. Denn wir bringen beide unterschiedliche Erfahrungen und Ausbildungen mit in den Beruf.“ Auch wenn es immer ihr Wunsch war, dass ihre Tochter einmal nach Wolfshagen zurückkommt und die Praxis übernimmt, habe sie niemals Druck ausgeübt, sagt Cornelia Langnickel. „Sie sollte ihren Weg gehen, und ich war froh, dass sie sich für die Allgemeinmedizin entschieden hatte.“

Die Tochter ist mit der Praxis in Wolfshagen groß geworden, sie ist bereits die vierte Generation in der Familie, die den Arztberuf ergreift. Ihr Großvater hat sogar bis zu seinem 86. Lebensjahr als Arzt gearbeitet. „Aber das habe ich nicht vor, auch wenn der Beruf mein Hobby ist“, sagt Cornelia Langnickel.

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