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Waldbühne in Benneckenstein

Theaternatur-Festival will Barrieren beseitigen

Zu einem spannenden Bühnenaufbau gehört auch die entsprechende Illumination: Sie setzt die Waldbühne in Benneckenstein erst richtig in Szene.  Fotos: Brabanski

Zu einem spannenden Bühnenaufbau gehört auch die entsprechende Illumination: Sie setzt die Waldbühne in Benneckenstein erst richtig in Szene. Fotos: Brabanski

Benneckenstein. Gemeinschaft, Optimismus und Solidarität stehen dieses Jahr im Programmheft des Theaternatur-Festivals. Nach dem letzten Jahr, welches unter dem Titel „Grenzen:los!“ verlief, schließt das Festival der darstellenden Künste mit dem Titel „Endstation:Einheit!“ an. Am Freitag geht es los.

Donnerstag, 06.08.2020, 18:02 Uhr

Nach den 30 Jahren Wiedervereinigung will das Festival nun die Barrieren zwischen West- und Ostdeutschland endgültig aus dem Weg räumen. Gerade in der Corona-Krise soll das Ziel sein, ein dramaturgisches Zeichen für Hoffnung und Zusammenhalt zu setzen – dabei gilt es, die darstellenden Künste sprechen zu lassen.

Neben den zwei Eigenproduktionen des Kulturrevier Harz, dem Theaterstück: „Es ist noch nicht soweit“ (Uraufführung: Freitag 7. August, 20.30 Uhr, sowie dem Tanztheater „Un/eins“, Premiere: 21.August, 20.30 Uhr), wird es auch 16 verschiedene Gastspiele aus ganz Deutschland geben.

Dieses Jahr feiert nicht nur die Wiedervereinigung einen runden Geburtstag: Auch die traditionsreiche Waldbühne in Benneckenstein wird 70 Jahre alt. Das Team hat sich trotz Lockdown nicht vom Weg abbringen lassen. „Wir haben tatsächlich etwas Unverfrorenheit und Mut bewiesen. Ich habe immer gesagt, es ist noch so lange Zeit, es kann keiner absehen, wie es im August aussieht. Wir haben jeden Monat die neuen Auflagen gecheckt und es hat uns immer in die Hände gespielt“, sagt Janek Liebetruth, Regisseur und künstlerischer Leiter des Festivals. „Ab Mai standen die Zeichen dann auf Öffnung, aber natürlich mit gekreuzten Fingern“ ergänzt Liebetruth: „Wir haben auch relativ früh über Alternativen gesprochen, wir konnten ja immer noch Einfluss darauf nehmen. Dann hätten wir die Weichen anders gestellt und wären umgeschwungen auf ein digitales Format. Dass wir jetzt stattfinden dürfen, ist eine Verkettung von vielen glücklichen Umständen.“

Janek Liebetruth ist künstlerischer Leiter des Theaternatur-Festivals.

Janek Liebetruth ist künstlerischer Leiter des Theaternatur-Festivals.

Die Zuversicht hat sich rentiert, mit viel Durchhaltevermögen und Optimismus wurde nun zum sechsten Mal das Theaternatur-Festival ins Leben gerufen. Unter den vorgeschrieben Corona-Maßnahmen, wie den Abstandsregeln und den Hygienebestimmungen, die nicht allein durch Platzhalter im Publikum gesichert werden sollen, sondern auch durch das Minimieren der Platzzahl von 400 auf 200, dürfen die Zuschauer das Festival trotz Einschränkungen in vollen Zügen genießen. Außerdem gilt auf dem Gelände eine Maskenpflicht (ausgenommen am Platz) und die Gäste haben die Möglichkeit, sich an reichlich Desinfektionsspendern die Hände zu desinfizieren.

„Es ist noch nicht soweit“ ist ein Auftragswerk, welches Sören Hornung für den Verein geschrieben hat. „Ich habe dabei zur Story beigetragen“, verrät Liebetruht: „Im Grunde ist das Stück in der Corona- Krise entstanden und natürlich schwingt dies auch irgendwie mit. Trotzdem geht es vor allem um den Nachwende-Konflikt. Dabei stehen der Ost- und Westsandmann als Zeichen für die Wende. Im Stück arbeiten diese ihren Zwist auf“, erläutert der Regisseur. Außerdem dürften sich die Zuschauer auf eine äußerst spannende Bühne von Hannes Hartmann, sowie auf ein charakterstarkes Kostümbild von Leah Lichtwitz freuen.

Auf der Waldbühne in Benneckenstein laufen die Proben für das Theaterfestival. Heute gibt es die erste Premiere.

Auf der Waldbühne in Benneckenstein laufen die Proben für das Theaterfestival. Heute gibt es die erste Premiere.

Auch dieses Jahr bietet das Festival kleine Überraschungen für ihre Gäste, einige Gastspiele laufen unter dem Projektnamen: „Frei/Luft/Kultur“. Dabei wird bei freiem Eintritt ein städtischer Raum in der Region Oberharz bespielt, wie beispielsweise bei der Zirkus-Trilogie nach Kafka „Zirka Trollop“, die am Samstag um 17Uhr in Braunlage auf der „Neuen Mitte“ für Unterhaltung sorgt. Weiterhin sollen im Rahmen des zweiten neuen Formats namens „Haerzarchiv“ persönliche Anekdoten und Geschichten der Oberharzer in interaktiven Kunstinstallationen in der gesamten Stadt präsentiert werden.

Bei der „Endstation: Einheit“, so heißt es in der Ankündigung, wird es „solidarisch, bunt und vielfältig“, Künstlerinnen und Künstler kommen aus verschiedenen Sparten zusammen und beglücken die Zuschauer mit einem breit gefächerten Programm aus Tanz, Schauspiel, Performance, Installation und Musik.

Auch diesmal ist für die jungen Besucher des Festivals im Waldstudio gesorgt, mit Jungem Theater wie „Ein König zu viel“ (ab 4 Jahren, Sonntag 9. August, 11 und 15 Uhr), „Käfer und Spinne“ (ab 4 Jahren, Sonntag 16. August, 11 und 15 Uhr und „HÄ?!“ (ab 5 Jahren, Sonntag 23. August, 11 und 15 Uhr).

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