Tenne: Frank Faber meldet Insolvenz an
Vier Mal in der Woche tritt Frank Faber in seiner Tenne auf. Foto: GZ-Archiv
Braunlage. Der Inhaber der Tenne am Blueberry Hill, der im Harz bekannte Musiker Frank Faber, hat in der vergangenen Woche Insolvenz angemeldet. Der Betrieb geht aber weiter.
Letztlicht siegte die Erleichterung: Der Braunlager, der die im gesamten Harz bekannte Gaststätte „Tenne am Bluebery Hill“ betreibt, konnte seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. „Bevor ich wegen Insolvenzverschleppung angeklagt werde, habe ich lieber selbst diesen Schritt unternommen“, berichtet Faber am Dienstag. Er will nun sehen, dass er die finanziellen Altlasten irgendwie los wird. „Ich bin überzeugt davon, die Tenne erfolgreich führen zu können“, sagt der Musiker, der vor allem an den Wochenenden Hunderte von Gästen nach Braunlage lockt.
Laut Faber ist vor allem die GEMA schuld, dass er in finanzielle Schieflage geraten ist. Die Verwertungsgesellschaft, die dafür sorgt, dass Komponisten und Texter von Liedern ihr Geld bekommen, hat die Auszahlungen an den Braunlager einige Jahre lang nicht vorgenommen. „Bis 2009 habe ich stets um die 50.000 Euro im Jahr erhalten“, sagt Faber, der eigenen Angaben zufolge ordentliches Mitglied der GEMA ist.
Diese Zahlungen seien ein wichtiger Bestandteil seiner Finanzierung gewesen. Als sie vier Jahre lang hintereinander ausblieben, begann seine finanzielle Misere. „Ich habe erst einmal umgeschichtet oder die Gläubiger vertröstet“, berichtet der Sänger. Ein Rechtsstreit mit der Verwertungsgesellschaft, die dann auch noch ihre Statuten verändert hatte, brachte nicht den erhofften Erfolg. „Statt 200.000 bekam ich nur 20.000 Euro“, berichtet Faber, der eigenen Angaben zufolge diesen Vergleich annehmen musste.
Insolvenzverwalter Peter Steuerwald aus Braunschweig ist ebenfalls überzeugt davon, dass Faber die Tenne erfolgreich weiterführen kann. In dem Betrieb sind außer dem Sänger sieben weitere Mitarbeiter beschäftigt, deren Stellen der Gastronom gerne halten möchte, zumal einige bereits sehr lange bei ihm beschäftigt sind. Nicht äußern möchte sich der Insolvenzverwalter über die Gründe, die zur Zahlungsunfähigkeit geführt haben. Steuerwald betont, dass bislang das Insolvenzverwahren auch noch gar nicht eröffnet ist.
Derzeit würden erst einmal die Unterlagen gesichtet. Der Verwalter, der noch nicht persönlich den Kontakt zu den Hauptgläubigern aufgenommen hat, meint dennoch „positive Signale“ erkannt zu haben, dass diese seinem Konzept auf Weiterbetrieb zustimmen.
Faber ist dankbar, dass seine Zulieferer und Mitarbeiter ihn wegen der Ankündigung, insolvent zu sein, nicht fallen gelassen haben. Er blickt denn auch positiv in die Zukunft und betont, dass er die Tenne wirklich erfolgreich weiterführen könne, wenn er denn von den Altlasten befreit sei.