Technologin für den Karton nach Maß
Lena Klauenberg konstruiert einen Karton, mit dem die empfindliche Gerätschaft sicher verschickt werden kann. Foto: Gereke
Astfeld. Die Ausbildung ist nicht von Pappe – doch die Ergebnisse sind aus eben diesem Werkstoff. Lena Klauenberg hat die Ausbildung zur Packmitteltechnologin als Jahrgangsbeste bestanden.
Und mittlerweile ist die 21-jährige Langelsheimerin sogar noch mehr: Botschafterin ihres Berufes. Und auch mit diesem Titel steht sie in der Region allein auf weiter Flur.
„Wir machen Kartons“, mit diesen einfachen Worten erklärt die Botschafterin, was ein Packmitteltechnologe macht. „Damit kann jeder etwas anfangen, mit Verpackungen kommt jeder in Berührung – ob er nun eine Pizza bestellt hat oder das Paket des Online-Versandhauses in Empfang nimmt.“
Während der dreijährigen Ausbildung lernt der Packmitteltechnologe die verschiedenen Rohstoffe kennen, die Fertigungsmaschinen zu bedienen, die Entwicklung von Verpackungen sowie ihr Konstruieren. „Wir stellen nicht nur Verpackungen in Millionenauflage her, sondern produzieren auch Sonderanfertigungen, beispielsweise für den Transport eines Motorblocks“, erklärt Klaus Nickel, Geschäftsführer der Harzer Kartonagen, wo die Botschafterin arbeitet.
Während der Ausbildung bildete sich Lena Klauenberg in einem Seminar zur Ausbildungsbotschafterin weiter, um nun auf Messen oder in Schulen zu vermitteln, was man mit ihrem Beruf alles machen kann und ihn näher zu bringen. „Schüler hören eher einem Gleichaltrigen zu als einem Erwachsenen“, begründet sie ihre Botschaftertätigkeit.
Sie selbst kam auf ganz anderem Wege zu diesem Ausbildungsberuf, den es erst seit Kurzem gibt: Nach Realschulabschluss und Fachabi Technik las sie in der Goslarschen Zeitung von den Erweiterungsplänen der Harzer Kartonagenfabrik und dem Packmitteltechnologen – sie informierte sich, arbeitete auf Probe, stieg ein.
„Der Job hat eine hohe Ausbildungstiefe. Erforderlich ist mathematisches Wissen, aber auch Technikbegeisterung, denn es geht auch um Elektronik, Pneumatik und Grundlagen der Metallverarbeitung“, sagt sie. „Aber auch Handarbeit ist erforderlich, wenn es zum Beispiel gilt, ein Kartonmuster zu bauen.“
Die Firma Harzer Kartonagen hat rund 45 Beschäftigte – darunter sechs Auszubildende. Neben dem Packmitteltechnologen sind Industriekaufmann/frau und Fachkraft für Lagerlogistik zwei weitere Ausbildungsberufe in dem Unternehmen, das einen Jahresumsatz von rund 7Millionen Euro tätigt. Den Betrieb gibt es seit mehr als sechs Jahrzehnten – seit 42 Jahren hat er seinen Sitz in Astfeld. Etwa 10 Millionen Quadratmeter Wellpappe werden dort pro Jahr zu Verpackungen verarbeitet. Weltweit bestehen etwa 70 Prozent der Verpackungen aus Wellpappe – ein Produkt aus recyceltem Papier und nachwachsenden Rohstoffen.
Die Chancen auf Übernahme für die Astfelder Auszubildenden stehen übrigens gut. „Die Maschinen werden immer komplexer, Spezialisten sind gefragt. Ein Auszubildender kostet den Betrieb rund 50000 Euro – und wir sind daran interessiert, ihn anschließend zu halten“, erklärt Nickel, Leiter des Familienunternehmens in dritter Generation.