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Taugt der Vienenburger See zum Badeparadies?

Soll das Schwimmen in Vienenburger See erlaubt werden?  Foto: Epping

Soll das Schwimmen in Vienenburger See erlaubt werden? Foto: Epping

Goslar. Schön ist er ja, der Vienenburger See. Doch taugt er auch als Badeparadies? Die Grünen-Fraktion will das von der Stadtverwaltung prüfen lassen. Dort ist man jedoch skeptisch und fürchtet vor allem einen starken Besucherschwund im benachbarten Freibad, den die Öffnung des Sees bewirken könnte.

Freitag, 30.08.2019, 14:31 Uhr

Im Stadtwerke-Ausschuss landete der Grünen-Antrag genau deswegen auf der Tagesordnung. Ratsherr Holger Fenker erläuterte noch einmal den Vorstoß seiner Fraktion. Dieser sei bei der Diskussion um das Badeverbot am Wiedelaher See entstanden, wo wegen des Naturschutzes das Schwimmen untersagt ist. Die Grünen wollen nun herausfinden, ob der wenige Kilometer entfernte Vienenburger See nicht als Alternative herhalten könnte.

Stadtwerke-Betriebsleiter Dirk Becker befürchtet jedoch „massive Verluste“ für das Vienenburger Freibad, sollte am See eine kostenfreie Badestelle eingerichtet werden. Die Besucherzahlen seien momentan auf gutem Niveau. Auch SPD-Ratsherr Torsten Röpke will keine neue Konkurrenz zum Freibad schaffen, für das die Stadt „viel Geld in die Hand genommen“ hat und das jetzt schon rund 100.000 Euro Verluste schreibe. Während für die Stadtwerke als Freibad-Betreiber vor allem wirtschaftliche Aspekte gegen einen Vienenburger Badesee sprechen, ging Henning Wehrmann (Bürgerliste) auf die Sicherheitsfrage ein. Lauern gefährliche Eisenteile im Wasser, wie man immer mal wieder hört? Und welche Teile des Sees stehen unter Naturschutz? Rüdiger Wohltmann erinnerte sich an eine alte Debatte vor Jahren, wo die Gefahr durch Metallteile im See diskutiert wurde. Wehrmann forderte die Verwaltung auf, offene Fragen in den anderen Fachausschüssen, die den Antrag diskutieren, zu beantworten. „Das muss alles mal überprüft werden“, fand auch Fenker. Immerhin habe jahrelang ein Triathlon-Wettbewerb die Teilnehmer durch den See geführt, ein Schlauchbootrennen gibt es außerdem.

Carlos Mateo (CDU) plädierte dafür, die Vienenburger zu befragen, ob sie für einen kostenlosen Badesee das Überleben ihres Freibades gefährden würden. Oder geht auch beides nebeneinander? Fenker will lieber die „Möglichkeiten“ sehen und glaubt, dass ein Badesee durchaus Menschen anziehen würde.

Ina Menge (FDP) gab zu bedenken, dass der See nicht nur zum Baden, sondern das Ufer dann auch zum Grillen und für andere Aktivitäten genützt würde – wo bleibt da die Naherholung? Auch Ramona Homann (AfD) sprach sich gegen den Grünen-Antrag aus.

Zu einer Abstimmung kam es im Stadtwerke-Ausschuss aber nicht. Der Antrag wurde als behandelt weitergegeben, zu viele Fragen sind noch zu klären.

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