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Swingerclub im Leichtbaukombinat?

Ein Mieter ist offenbar nur schwer zu finden: Das Sozialgebäude des früheren Metall-Leichtbau-Kombinats in Blankenburg.  Foto: Bein

Ein Mieter ist offenbar nur schwer zu finden: Das Sozialgebäude des früheren Metall-Leichtbau-Kombinats in Blankenburg. Foto: Bein

Blankenburg. Diese eBay-Kleinanzeige beflügelt die Fantasien in der Blütenstadt Blankenburg: „Betreiber für einen Sauna-FKK-Swinger-Club in Blankenburg/Harz gesucht.“

Montag, 27.02.2017, 16:13 Uhr

Angeboten wird ein Objekt mit 4000 Quadratmeter Nutzfläche über drei Etagen, in „verkehrsgünstiger“ Lage an der B6n. Gemeint ist das Sozialgebäude auf dem weitläufigen Gelände des früheren volkseigenen Betriebs (VEB) Metall-Leichtbau Kombinat (MLK).

An der Immobilie müsste indes einiges getan werden, sie wird seit vielen Jahren nicht genutzt. 1991 machte der Betrieb dicht, seitdem stehen viele Gebäude leer. Auf dem Werksgelände gibt es bereits eine Diskothek, und verschiedene kleine Betriebe haben sich dort angesiedelt.

Geraldine Schindler von der MAR Service Group in Berlin hat die Anzeige aufgegeben, sie berichtet: „Uns gehört das Gelände. Manche Gebäude dort sind leider schwer zu vermieten. Deshalb versuchen wir es jetzt auch mal mit eher ungewöhnlichen Nutzungsmöglichkeiten.“

Die Resonanz jedenfalls sei groß. Bei Geraldine Schindler steht das Telefon nicht mehr still, sagt sie.

Die Stadt Blankenburg wurde von dem Ansinnen eher kalt erwischt. Bürgermeister Heiko Breithaupt (37, CDU) versucht es trotzdem mit Humor zu nehmen, er sagt: „Hier bei uns in Blankenburg muss sich niemand nackig machen, um ein Gewerbe anzusiedeln.“ Dabei hat Breithaupt vermutlich an andere Ansiedlungen gedacht, als er vor längerer Zeit bei einem Gespräch im Großen Schloss über die segensreichen Wirkungen der B6 sagte, die vierspurig ausgebaute Bundesstraße sei ein Standortvorteil. Durch sie gebe es mehr Ansiedlungen, und wer zur Arbeit bis nach Braunschweig oder Wolfsburg fahre, müsse wegen der besseren Erreichbarkeit nicht mehr aus Blankenburg wegziehen.

Die „Bild“-Zeitung berichtete Ende voriger Woche über eine mögliche Swinger-Club-Ansiedlung. Am Montag klingelte im Rathaus von Blankenburg häufig das Telefon. Eine Mitarbeiterin berichtete von großem Medieninteresse.

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