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Sundolitt-Unfall: Mitarbeiter von Maschine eingequetscht

<p>Schock und Trauer in der Belegschaft: Das norwegische Unternehmen Sundolitt will der Familie des Verunglückten finanziell zur Seite stehen. Foto: GZ-Archiv</p>

<p>Schock und Trauer in der Belegschaft: Das norwegische Unternehmen Sundolitt will der Familie des Verunglückten finanziell zur Seite stehen. Foto: GZ-Archiv</p>

Goslar. Tragischer Unfalltod zwischen Maschinen: Der 43-jährige Mann, der am Freitag wie berichtet bei der Firma Sundolitt ums Leben gekommen ist, wurde nach Polizei-Angaben eingequetscht.

Von Frank Heine Montag, 20.07.2015, 12:05 Uhr

Der Mann aus dem Landkreis Hildesheim wurde laut Polizei-Sprecher Reiner Siemers zwischen einem beweglichen Stahlträger und dem Rand einer Metallwanne eingequetscht. Er wurde gegen 9.45 Uhr tot an seinem Arbeitsplatz aufgefunden. Die Untersuchungen zur Ursache des Unglücks gehen am Montag weiter.

Nach den ersten Ermittlungen vom Unglückstag, so Siemers, sei der Mann an einer Maschine zum Zuschneiden von großen Blöcken des Dämmstoffes Polystyrol eingesetzt gewesen. Aus bislang noch ungeklärter Ursache sei bei diesem Prozess eine Rollenglaswand aktiviert worden, deren Stahlträger das Opfer an den Rand der Stahlwanne gedrückt und dort eingequetscht hätten.

Hat der Mann die Glaswand vielleicht versehentlich aktiviert? Oder hat sich das Maschinenteil automatisch in Bewegung gesetzt? Warum konnte kein Notaus erreicht werden? Diese und ähnliche Fragen werden Gegenstand der weiteren Untersuchungen sein.

Für das Unternehmen wollte Geschäftsführer Michael Nielsen am Montag nichts zum vermeintlichen Unfallhergang sagen. „Wir müssen uns selbst erst einen Überblick verschaffen“, erklärte der Däne, der seit Februar 2012 die Geschicke am Goslarer Standort des norwegischen Dämmstoff-Herstellers leitet.

„Wir bedauern sehr, was passiert ist, und denken jetzt zuerst an die Familie“, erklärte Nielsen, der zur Klärung der näheren Umstände seinen Urlaub unterbrochen hat. Das Unternehmen wolle Frau und Kind finanziell unterstützen, damit sie zumindest in diesem Bereich durch den Unfalltod von Ehemann und Vater keine Probleme bekämen.

Nachdem die Produktion nach der Entdeckung des Toten am Freitag zum Erliegen gekommen war, sollten Teile des Betriebes gestern laut Nielsen wieder an den Start gehen. Sundolitt hatte bis Sommer 2013 seinen Goslarer Standort am Langen Kamp erst kräftig erweitert und insgesamt 21 Millionen Euro investiert – unter anderem für den Bau einer rund 8.000 Quadratmeter großen und zwölf Meter hohen Halle. Um das Steuern der neuen Produktionsanlage zu lernen, war sogar ein Vorarbeiter-Trio dreimal und insgesamt acht Wochen lang in Norwegen gewesen.

Sieht aus wie Styropor, heißt aber Polystyrol: Sundolitt stellt an seinem Standort am Langen Kamp Dämmstoffe her.  Foto: GZ-Archiv

Sieht aus wie Styropor, heißt aber Polystyrol: Sundolitt stellt an seinem Standort am Langen Kamp Dämmstoffe her. Foto: GZ-Archiv

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