Sturm tobt durch Bad Sachsa: Schäden in sechsstelliger Höhe
<p>Die ehemalige Tennishalle hat der Sturm besonders schwer getroffen. Fotos: Woyda/Feuerwehr</p>
Bad Sachsa. Unwetter haben in Südniedersachsen am Dienstag teilweise schwere Schäden angerichtet. Bad Sachsa war besonders betroffen. Ein Augenzeuge beschreibt den Sturm als „heftige Böenwalze“.
Am Dienstag wurden Dächer von Freizeiteinrichtungen wie der Tennishalle und von Wohnhäusern beschädigt. Andere Gebäude wurden laut Polizei durch umherfliegende Teile beschädigt. Die Straße zwischen Bad Sachsa und Steina war wegen umgekippter Bäume bis zum Mittag gesperrt. Menschen wurden nicht verletzt.
Vor allem die ehemalige Tennishalle, die die Stadt voriges Jahr verkauft hatte und die derzeit als Freizeitstätte genutzt wird, traf der Gewittersturm besonders schwer. Teile des Daches wurden weggerissen. Regen drang ins Gebäude. Ortsbrandmeister Karl-Heinz Woyda schätzt den Schaden an dem Gebäude auf bis zu 250.000 Euro. Bürgermeister Axel Hartmann sagt: „Sie ist total zerstört.“ Er spricht von „einer Urgewalt“.
Ein Augenzeuge berichtet, der Sturm habe auf einer 500 Meter breiten Schneise gewütet. Ziegel und Balken seien herumgewirbelt worden. Betroffen war auch eine Bowlingbahn. Von einigen Gebäuden seien Schornsteine und Antennenteile abgestürzt. „Es ist ein Riesenglück, dass sich dort gerade keine Leute aufhielten“, sagt der Ortsbrandmeister. Der Sturm riss zudem ein Gewächshaus weg. „Es ist zwei Grundstücke weitergeflogen“. Auch auf dem derzeit ungenutzten Parkplatz eines Hotels türmten sich umgeworfene Eichen.
Bereits das Gewitter am Sonntag traf den Ort heftig. Eine Windhose wütete im Stadtwald und riss 2000 Festmeter Holz um, die Hälfte des Jahreseinschlags, sagt Forstamtsleiter Ulrich Bosse. Bei einem Orkan wie „Kyrill“ waren es 3500 Festmeter Windbruch.
Dort, wo der Sturm wütete, „liegt alles kreuz und quer“, sagt Bosse. Betroffen sind „alle Baumarten, von der Eiche bis zur Fichte“, auch 150 Jahre alte Bäume wurden umgerissen. Der Bürgermeister beschreibt den Schaden im Stadtwald als „ganz fürchterlich“.
Der Forstamtsleiter ist derweil dabei, die Schäden zu begutachten und zu entscheiden, welche Stämme rasch aus dem Wald geholt werden müssen, um das Holz unbeschadet verkaufen zu können. Einige Wanderwege bleiben vorerst gesperrt. Es werde längere Zeit dauern, alle Schäden zu beseitigen, sagt Woyda.
Bürgermeister Hartmann befürchtet, dass der Ort noch nicht alle Wetterunbilden überstanden hat. Für kommenden Sonntag seien Temperaturen von bis zu 38 Grad mit anschließendem Gewitter für Bad Sachsa vorhergesagt.
Umgeworfene und abgenickte Bäume im Stadtwald von Bad Sachsa. Foto: Bosse
Sturmschaden an einem Dach.
Zerstörte Spielgeräte am Spielplatz neben der Tennishalle.