Sportlichem Höhenflug folgt der Aufstieg zum Bürgermeister
Walter Lampe
Clausthal-Zellerfeld. Vom Lehrling zum Chef: Als Walter Lampe im Juli 1967 von der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld eingestellt wurde, hätte er sich diese Karriere nicht träumen lassen. 2001 übernahm er für 13 Jahre den Posten des hauptamtlichen Bürgermeisters in der Samtgemeinde Oberharz. Am Sonntag feiert der rastlose Pensionär seinen 70. Geburtstag.
Als der gebürtige Clausthal-Zellerfelder seinen Vertrag als Verwaltungslehrling unterzeichnete, stand für ihn vor allem der Sport im Mittelpunkt. Damals gehörte er bereits der Nationalmannschaft der Deutschen Skispringer an. Seine Karriere als Leistungssportler führte ihn 1968 zu den Olympischen Spielen nach Grenoble. Mehrmals nahm er auch an der Vierschanzentournee teil. 1970 wurde er Deutscher Meister im Skispringen.
Bis heute engagiert er sich ehrenamtlich für „seinen“ Sport. Seit 20 Jahren ist er Präsident des Niedersächsischen Skiverbandes (NSV). Im Deutschen Skiverband ist er ebenfalls in mehreren Gremien vertreten.
Auch in der 1972 gegründeten Samtgemeinde Oberharz setzte Lampe schnell zum Höhenflug an. Im Alter von nur 32 Jahren nahm er im Frühjahr 1981 auf dem Stuhl des Ordnungsamtsleiters Platz. Es sollten aber noch zwei Jahrzehnte vergehen, bis er an der Spitze der Verwaltung ankam.
Im Jahr 2001 wurde der Diplom-Verwaltungswirt nicht nur Chef von rund 270 Mitarbeitern, sondern auch (hauptamtlicher) Bürgermeister für alle Einwohner in den Mitgliedsgemeinden Clausthal-Zellerfeld, Altenau, Wildemann und Schulenberg. In seiner 13-jährigen Amtszeit packte der Oberharzer einige heiße Eisen an. Dazu gehörte unter anderem die Konsolidierung der Kurbetriebsgesellschaft (KBG), bei der er heute ebenso im Aufsichtsrat sitzt wie bei den Stadtwerken in Clausthal-Zellerfeld.
Darüber hinaus gilt Lampe als Wegbereiter für die Neuerschließung von Torfhaus. Bei der städtebaulichen Entwicklung von Clausthal-Zellerfeld hatte er vor allem mit politischen Widerständen zu kämpfen. Der erneuerte und auf Urbanität getrimmte Marktkirchenplatz in Clausthal trägt allerdings seine Handschrift.
Dass er als letzter Samtgemeindebürgermeister in die Oberharzer Geschichte einging, dazu trug er selbst bei. Im Dezember 2014 unterzeichnete er gemeinsam mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius, dem Goslarer Landrat Thomas Brych und den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden den Zukunftsvertrag.
Dieser besiegelte das Ende der – von den Oberharzern ohnehin nie geliebten – Samtgemeinde. Aus dieser wurde zum 1. Januar 2015 die Einheitsgemeinde Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, zu deren Vätern Lampe fraglos gehört.
Denn an den oftmals zähen Verhandlungen, deren Ziel die Entschuldung der Kommune war, beteiligte er sich maßgeblich. Die Vertragsunterzeichnung war eine seiner letzten Amtshandlungen, bevor er dann am 31. Dezember 2014 in den (Un-)ruhestand ging.