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Spezial-Unternehmen repariert das Turm-Dach der Trinitatiskirche

Arbeit in luftiger Höhe: Ein Mitarbeiter der Spezialfirma aus Kassel tauscht die defekten Schiefer-Elemente des Kirchturm-Dachs aus.  Foto: Eggers

Arbeit in luftiger Höhe: Ein Mitarbeiter der Spezialfirma aus Kassel tauscht die defekten Schiefer-Elemente des Kirchturm-Dachs aus. Foto: Eggers

Braunlage. Wer hätte das gedacht: Der Schiefer aus dem Harz und der aus dem Sauerland ähneln sich so stark, dass sie zusammen auf dem Dach des Turms der Trinitatiskirche verlegt werden können. Das spitz nach oben zulaufende Bauwerk wird noch bis zum heutigen Donnerstag repariert. Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Kassel seilen sich dazu in luftiger Höhe ab.

Mittwoch, 08.04.2020, 16:31 Uhr

Es ist schon ziemlich spektakulär anzusehen, wie die Handwerker durch Seile gesichert, die lockeren Schiefer-Ziegel unter anderem mit Spezial-Schrauben am Dach befestigen. Trotz der Corona-Krise bleiben immer wieder Passanten stehen, schauen nach oben und sehen den Spezialisten bei der Arbeit zu. „In der Vergangenheit war der Schiefer teilweise nur geklebt worden“, sagt Pfarrerin Kirsten Müller. Dies sei wahrscheinlich einer der Gründe gewesen, warum bei Stürmen in den vergangenen Wochen immer wieder mal Ziegel vom Dach gefallen waren. „Glücklicherweise ist dabei niemand verletzt worden.“

Aber die Kirchengemeinde habe handeln müssen. Zunächst sei es nicht leicht gewesen, jemanden zu finden, der dieses Dach repariert. Es sei geplant gewesen, einen 80-Tonnen-Kran einzusetzen, um an das Dach zu kommen. „Aber wir liegen direkt an einer Bundesstraße, das hatten wir leider nicht genehmigt bekommen“, berichtet die Pastorin. Also habe eine andere Lösung gefunden werden müssen.

Dann habe sich der Hohegeißer Pastor Andreas Widlowski an das Spezial-Unternehmen aus Kassel erinnert, mit dem er bereits zusammengearbeitet hatte. Die Firma Seilkonzept GmbH unter Leitung des Dachdeckers Patrick Jöhren übernahm die Arbeiten. Die Spezialisten des Unternehmens, das europaweit tätig ist, haben Erfahrungen mit „gerüstloser Baudenkmalpflege“. Unter anderem halfen sie auch bei der Verhüllung des Reichstags in Berlin.

Kirsten Müller rechnet mit Reparaturkosten in Höhe von 10.000 Euro. In diesem Zusammenhang lobt die Pastorin die Nachbarschaft zum Restaurant Rialto. Inhaber Alessandro De Soghe habe die Kirchengemeinde stets gut über die defekten Schiefer-Elemente informiert.

Der Schiefer für das Dach stammt aus der Grube Magog in Bad Fredenberg im Sauerland. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Abbaugebiet. Der schwarze Tonschiefer, der in einer Tiefe von bis zu 120 Meter gewonnen wird, sei dem des Harzes sehr ähnlich, berichtet Kirsten Müller. Deshalb habe sich die Kirchengemeinde in Absprache mit den Fachleuten der Landeskirche Braunschweig für dieses Material entschieden.

Nach Auffassung der Handwerker ist das Dach laut Pfarrerin Müller nun wieder gut in Schuss. „Sie hatten dem Zustand des Dachs vor Beginn ihrer Arbeiten die Schulnote ,4‘ gegeben, und jetzt benoten sie es mit einer ,3 plus‘.“ Die Geistliche ist deshalb zuversichtlich, dass die nächsten zehn Jahre erst einmal nichts am Dach gemacht werden müsse, zumal das nächste Bauvorhaben ja bereits anstehe.

„Und das ist ein großes“, kündigt Kirsten Müller an. Die Kirchengemeinde will die Fassade der Trinitatiskirche komplett sanieren und hofft dabei auf ganz viele und hohe Zuschüsse, unter anderem aus dem Topf des Förderprogramms Dorfentwicklung Harzer Klosterdörfer. Wenn die Mittel zügig gewährt würden, kann sich die Pastorin vorstellen, bereits in diesem Jahr mit den Arbeiten zu beginnen.

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