Solidarity spendet für AWO-Begegnungsstätte und Hilfsfonds „Armut im Alter“
Ehrenamt hilft Ehrenamt: Erhard Lösch, Ute Taube, Margot Neumann und Björn Krause (von links) bei der Spendenübergabe des Vereins Solidarity. Foto: Ebeling
Clausthal-Zellerfeld. Zwei Spendenschecks zu je 1000 Euro sorgten am Montagnachmittag für Freude in der AWO-Begegnungsstätte: Der Verein Solidarity, der sich nach erfüllter „Mission“ der Flüchtlingshilfe auflösen will, stellt seine restlichen Kassenbestände für soziale Zwecke in der Unistadt und der Region zur Verfügung.
Für Björn Krause, 1. Vorsitzender des aus einer studentischen Initiative zur Flüchtlingshilfe und Unterstützung sozial benachteiligter Menschen hervorgegangenen Vereins, sieht darin nicht nur die Erfüllung des satzungsgemäßen Verwendungszwecks der verbliebenen Finanzmittel, sondern vor allem einen Ausdruck der Wertschätzung, die man den ehrenamtlichen Projekten der AWO und des Hilfsfonds „Armut im Alter“ vor Ort entgegenbringe, unterstrich Vorsitzender Björn Krause. Weitere Beträge will er demnächst für die Obdachlosenarbeit und für krebskranke Kinder in der Harzregion an die jeweiligen Verantwortlichen übergeben. „Der Restbestand geht dann laut Satzung zurück an den AWO-Bezirksverband“, erklärt er.
In Clausthal-Zellerfeld werden ältere und sozial benachteiligte Menschen von den Spenden profitieren. Der Ortsvorstand der Arbeiterwohlfahrt mit Ute Taube an der Spitze verfolgt seit Längerem schon das Ziel, die Begegnungsstätte am Zellbach „barrierefrei“ zu machen. Seit dem Umbau des ehemaligen Sparkassengebäudes müssen die Gäste der fast täglich stattfindenden Kaffeenachmittage und Kulturveranstaltungen ohne Fahrstuhl auskommen. Mit einem Plattform-Treppenlift, so der ursprüngliche Plan, sollen Besucher mit Rollstuhl oder Rollator die fünf Stufen vom Foyer zum Veranstaltungsraum künftig überwinden können. „Bauliche Hindernisse“ machten jedoch einen Strich durch die Rechnung, erläutern Ute Taube und 2. Vorsitzender Erhard Lösch: Ein Kellerraum unter der Treppe mache aus Gründen der Statik den für die ins Auge gefasste Konstruktion erforderlichen Eingriff unmöglich. Jetzt bahne sich über Kontakte der Zellerfelder Schützengesellschaft, die ganz Ähnliches für ihren Kleinkaliberstand plant, eine Alternative an: „eine Hebebühne, die über die Stufen geführt wird“, so Ute Taube. Näheres zu Möglichkeiten und Kosten sollen Gespräche in den nächsten Tagen ergeben, fest stehe jedenfalls, dass die 1000 Euro zusammen mit bereits bewilligten Zuschüssen unter anderem der Stadt für die Barrierefreiheit eingesetzt werden sollen.
Den zweiten Scheck nahm Margot Neumann für den von ihr initiierten Hilfsfonds „Armut im Alter“ entgegen. Unterm Dach des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Harzer Land finden hier Menschen mit geringer Rente Unterstützung beim Erwerb medizinischer Hilfsmittel, die notwendig und vom Arzt verordnet sind, für die die Kassen aber nicht zahlen. „Der Hilfebedarf nimmt zu“, weiß die Clausthalerin, die fast täglich erlebt, wie Bedürftige dem „nächsten Ersten“ entgegen zittern, um sich auch nur die Augentropfen oder die Hörgerätebatterie endlich kaufen zu können. Von der Brille in passender Sehstärke – nicht zuletzt ein Sicherheitsfaktor – ganz zu schweigen. „Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, können heute von ihrer Rente nicht leben – traurig ist das“, sagt sie. Jeder Cent werde dringend gebraucht.