Silbermond nimmt Lincke-Ring entgegen
Ein Ring für vier: Andreas Nowak, Johannes Stolle, Stefanie Kloß und Thomas Stolle. Foto: Epping
Die Musik hat am Freitag Turnschuhe und Anzug, Röhrenjeans und Kostümchen zusammengebracht. Die Pop-Rocker Silbermond bildeten einen deutlichen Kontrast zu den 400 Gästen, die ihnen zu Ehren ins Kurhaus nach Hahnenklee gekommen waren. Dort überreichte Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk ihnen den Paul-Lincke-Ring, im Gedenken an den Berliner Komponisten.
Gut gelaunt, locker und authentisch gekleidet, anstatt verkleidet, verfolgten die Musiker Stefanie Kloß, Thomas Stolle, Andreas Nowak und Johannes Stolle in der ersten Reihe die formelle Zeremonie. Einen Brückenschlag der besonderen Art vollzog Dr. Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, der die Laudatio hielt.
Vom Künstler Caspar Friedrich angefangen, über Helene Fischer bis hin zu Goethe, arbeitete er die Besonderheiten der Künstler aus Bautzen heraus. Der Name der Band und seine Bedeutung in Kunst, Literatur und Musik zog sich wie ein roter Faden durch seine unterhaltsame wie fundierte Rede. „Silbermond greift die Traditionen des deutschen Schlagers auf und vermeidet es gleichzeitig, Kitsch anzurühren“, lobte Moritz.
Die Musiker seien so erfolgreich, weil sie den Zeitgeist treffen würden, jedoch ohne Kalkül. Ein abgründiges Verlangen spreche aus den Songs der Balladenmeister, eine Unsicherheit, aber auch eine Lust, sich auf große Gefühle einzulassen.
Stefanie Kloß bedankte sich im Namen der Band bei Junk dafür, in einer Tradition mit Künstlern wie Udo Lindenberg stehen zu dürfen, der sie selbst stark beeinflusst habe. Musik solle vor allem ehrlich sein und aus dem Herzen kommen, befand die Sängerin.
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