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Sigmar Gabriel: Goslar feiert seinen zehnten Ehrenbürger

<p>Liebe Politik-Gäste aus Berlin und Hannover wie Hubertus Heil, Doris Schröder-Köpf und Boris Pistorius. Foto: Epping</p>

<p>Liebe Politik-Gäste aus Berlin und Hannover wie Hubertus Heil, Doris Schröder-Köpf und Boris Pistorius. Foto: Epping</p>

Goslar. Der erste Goslarer Ehrenbürger hieß Ludwig Wilhelm von Uslar, war Leiter des Communion-Bergamtes und erhielt seine Auszeichnung im Jahr 1823 für seine Verdienste um den Verkauf des letzten Anteils der Stadt am Bergwerksbetrieb des Vitriolhofs. 

Von Frank Heine Samstag, 22.09.2018, 14:00 Uhr

Seit Freitag ist der frühere Ministerpräsident Niedersachsens, dreifache Bundesminister und SPD-Parteichef Sigmar Gabriel der zehnte Mann auf der Liste der Goslarer Ehrenbürger. In der Kaiserpfalz lauschten beim offiziellen Festakt rund 500 geladene Gäste den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Lobrede auf den 59-jährigen Goslarer hielt. Anschließend ging es zur rustikaleren Feier den Hohen Weg hinab ins Große Heilige Kreuz.

Apropos Goslarer Ehrenbürger: Zuletzt hatte die Stadt am 6. März 2009 dem Multiunternehmer und Mehrfach-Mäzen Hans-Joachim Tessner an dessen 65.Geburtstag die Ehrenbürgerwürde verliehen. Laudator seinerzeit war Sigmar Gabriel – sein erster Goslar-Auftritt mit Brille übrigens.

Gabriels gestriger Laudator Steinmeier wiederum ist ein langjähriger Wegbegleiter schon seit der Gabriel-Zeit als Fraktionschef im Hannoveraner Landtag. Der heutige Bundespräsident, der sein Amt nicht zuletzt einem forschen Gabriel-Vorstoß verdankt, stand auch an der Seite des Goslarers, als dieser im November 2009 in Dresden – einem Freitag, den 13. – nach einer fulminanten Rede mit 94,2Prozent als Nachfolger von Franz Müntefering zum SPD-Chef gewählt wurde – und anschließend vor Rührung ein paar Tränchen verdrückte. Dieser Tag war sicherlich ein Glanzlicht seiner Karriere.

In weniger guter Erinnerung dürfte ihm der Wahlkampf 2003 in Niedersachsen sein, an dessen Ende er seinen Stuhl als Ministerpräsident für Christian Wulff (CDU) räumen musste. Bundeskanzler Gerhard Schröder grätschte mit einem Nein zur Vermögenssteuer dazwischen. Ein weiteres Schröder-Nein machte Goslar weltberühmt. Im Odeon-Theater – ja, Goslar hatte noch ein Theater – verkündete Schröder am 21. Januar das deutsche Nein zur Beteiligung am Irak-Krieg der Amerikaner. Mächtigen Eindruck hatte auch ein anderer Kanzler und SPD-Chef auf den jungen Gabriel gemacht. Noch heute erzählt er begeistert von seiner Begegnung mit Willy Brandt in Goslar, den ereinst zusammen mit Wilhelm Schmidt traf. 2005 übernahm Gabriel den Bundestagswahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel des heutigen Bundesvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt.

Vorgänger Franz Müntefering (li.) und der gestrige Laudator Frank-Walter Steinmeier (re.) applaudieren, als der Goslarer Sigmar Gabriel am 13. November 2009 in Dresden zum neuen SPD-Parteichef gewählt wird – und ein paar Tränen der Rührung verdrückt. Gabriel tritt mit diesem Amt auch in die großen Fußstapfen von Willy Brandt, den er einst zusammen mit Wilhelm Schmidt als junger Politiker in Goslar traf.  Archivfotos: Epping, SPD-Büro

Vorgänger Franz Müntefering (li.) und der gestrige Laudator Frank-Walter Steinmeier (re.) applaudieren, als der Goslarer Sigmar Gabriel am 13. November 2009 in Dresden zum neuen SPD-Parteichef gewählt wird – und ein paar Tränen der Rührung verdrückt. Gabriel tritt mit diesem Amt auch in die großen Fußstapfen von Willy Brandt, den er einst zusammen mit Wilhelm Schmidt als junger Politiker in Goslar traf. Archivfotos: Epping, SPD-Büro

Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel

Ehrenbürger Sigmar Gabriel mit

Ehrenbürger Sigmar Gabriel mit

Sigmar Gabriel und Gerhard Schröder 2003 im Odeon

Sigmar Gabriel und Gerhard Schröder 2003 im Odeon

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