Siegervogel in der letzten Minute gekauft
Während Max-Henner Schiers die Säcke mit den Enten entleert, halten unten im Fluss die Entenschubser die ganze Meute bis zum Start zusammen. Foto: Weiss
Altenau. Seit 18 Jahren organisiert Max-Henner Schiers die Hubertuswoche in Altenau. Vor zwölf Jahren erfand er das Entenrennen, das am Samstag zahlreiche Besucher in den Musikgarten lockte.
Rund 500 zu je einem Euro verkaufte gelbe Plastikenten paddelten die Große Oker hinab, vom Café Meier bis zum Kurgastzentrum.
„Wer zum Entenrennen kommt, muss mit Wasser rechnen“, lachte Schier kurz vor dem Start. Der Himmel hatte gerade seine Schleusen geöffnet. Ein heftiger Schauer trieb die Startgesellschaft unter ein Garagendach.
Ganz allein lässt sich eine solche Veranstaltung natürlich nicht durch den Fluss bringen. Jürgen Kast, Holger Schiers und Ulf Marcinkowski fungieren deshalb als „Entenschubser“, wie sie selbst sagen. Zwei von ihnen halten mit einem Drahtrechen an einer Engstelle alle Enten zusammen, damit niemand durch Frühstart einen Vorteil hat. Aber wie das so ist, ein Flattervogel schlüpfte durch ein Loch und entwischte den Häschern, die in Wathosen gekleidet, mitten in der Oker standen.
Das schlechte Gewissen schien die kleine Ente zu quälen. In einer Mauer-Nische wartete sie auf alle anderen Kollegen.
Die Strecke wurde in einer guten Stunde zurückgelegt. Zwischendurch wurden die Wettbewerber von jeder Brücke beobachtet. Die Startnummern konnte man von dort aus jedoch nicht erkennen.
Im Kurpark verengte sich der Fluss erneut durch Drahtgitter, so dass man den Zieleinlauf genau kontrollieren und die Reihenfolge festlegen konnte. Diese spielte nicht nur wegen des Hauptpreises, sondern auch bei der späteren Vergabe von ungefähr 200 Trostpreisen eine Rolle.
Siegerin Verena Riesen war total überrascht. Zusammen mit ihrer Familie hatte sie nämlich ihre Ente in letzter Minute kurz vor dem Start erworben.
Während draußen nach den flotten Schlagern von Sergej die Entenpreise vergeben wurden, erwartete die Schützengesellschaft drinnen die Interessenten am Schießstand mit dem Lasergewehr. Seit 2004 verfügt die Gesellschaft über diese Anlage. „Hier können Kinder unter zehn Jahren, die noch nicht an ein Luftgewehr dürfen, das Ziel anvisieren,“, erklärt der stellvertretende Schützenvogt Ulf Lohkamp.
Die Hubertuswoche hatte am Freitag mit einer Eröffnungswanderung begonnen, an der 50 Personen fast nebenbei Informationen über Forst und Jagd erhielten. Die Bläser Jägerschaft begleiteten den Heimatabend. Weitere Berichte folgen.