Selbstgemacht: Fruchtiger Kirschwein
Dunkel glänzen die Früchte der Großen Schwarzen Knorpelkirsche. Fotos (4): Leifeld
Das trockene, sehr heiße Hochsommerwetter beschert eine Dürre auf den Feldern, im Erwerbsgartenbau und in der Landwirtschaft, aber die Kirschernte im heimischen Garten ist so gut und reichhaltig wie in kaum einem anderen Jahr. Die Äste biegen sich unter den vielen Zentnern Kirschen. Was aber tun, wenn bereits alle Kirschkuchen gebacken und Kirschmarmeladen gekocht sind?
Das trockene, sehr heiße Hochsommerwetter beschert eine Dürre auf den Feldern, im Erwerbsgartenbau und in der Landwirtschaft, aber die Kirschernte im heimischen Garten ist so gut und reichhaltig wie in kaum einem anderen Jahr. Die Äste biegen sich unter den vielen Zentnern Kirschen. Was aber tun, wenn bereits alle Kirschkuchen gebacken und Kirschmarmeladen gekocht sind?
Auch Gläser zum Einkochen sind keine mehr da und Kirschen vom Baum naschen – das mag nach dem fünften Kilo auch niemand mehr. Selbst die Hühner kriegen schon glasige Augen, wenn vom Sommerwind eine reife Kirsche ins Gehege fällt. Unbeachtet bleibt die Frucht liegen.
Getreu meinem Motto. „Was man nicht essen kann, muss man trinken“, rückt dann die Kirschweinzubereitung ins Visier – und die ist deutlich einfacher als zunächst angenommen wird. Da wäre zunächst mein Kirschbaum. Eine Schwarzkirsche mit süßen, saftigen Früchten und einer hohen Fruchtqualität. Die Große Schwarze Knorpelkirsche ist eine traditionelle Sorte, seit 1540 bekannt. Ein riesiger, uralter Baum.
Das Rezept basiert auf dem Pflücken von zehn Kilogramm Kirschen und einer knappen Stunde Balancieren im Baum. Erst werden die Süßkirschen gewaschen und dann zerdrückt, ohne die Steine zu beschädigen. Antigeliermittel entsprechend der Vorgabe auf der Packung wird zugegeben und der Fruchtbrei, Maische genannt, bleibt bis zum nächsten Tag abgedeckt stehen.
Der Fruchtbrei wird abgepresst, was am effektivsten in einem „Presssack“ oder einer Obstpresse geschieht. 10 Kilogramm Kirschen ergeben in etwa sieben Liter Fruchtsaft. Hinzu kommen zwei Liter Wasser. Zwei Kilogramm Zucker, die abgemessene Hefekultur für Portwein oder Burgunder und vier Gramm Hefenährsalztabletten. Alles zusammen wird in einen Gärballon (Weinballon) gefüllt. Dieser wird mit einer Gummikappe und einem Gäraufsatz verschlossen. Es darf nicht vergessen werden, Wasser in den Gäraufsatz zu füllen. Sollte die Gummikappe zu eng sein, kann sie mit heißem Wasser etwas gedehnt werden. Luftdicht abgeschlossen wird der Weinballon an einen gut temperierten Ort gestellt. Einmal täglich sollte der Inhalt leicht geschwenkt werden. Dann heißt es, geduldig warten.
Ist der Gärprozess nach einigen Wochen abgeschlossen und hat sich die Hefe abgesetzt, muss der klare Wein mit einem Weinheber abgezogen werden. Der Ballon wird gereinigt und der abgezogene Wein wieder eingefüllt. Schwefeltabletten werden zugegeben. Der Ballon wird wieder verschlossen. Nun aber wird der Wein kühl gestellt. Eine weitere Klärung wird abgewartet und der Wein erneut abgezogen. Dann wird er in Flaschen gefüllt und verschlossen, etikettiert und gelagert.
Welche Qualität der Kirschwein 2018 haben wird, lässt sich im Voraus schwer sagen. 2015 hatte der Wein meiner Großen Schwarzen Knorpelkirsche einen Alkoholgehalt von 19Prozent.
Tipp: Alle Zutaten und Utensilien für die Weinherstellung sind in der „Parfümerie Peter“ in der Goslarer Rosentorstraße bei sehr guter Fachberatung erhältlich.
Die Kirschen werden zerdrückt, ohne die Kerne zu beschädigen. Dabei entsteht die Maische.
Dann wird der Saft aus der Maische abgepresst. Zurück bleibt ein zäher Brei.
Zum Schluss kommen Saft und andere Zutaten in den Gärballon.