Seilbahninvestor sucht den Kompromiss
Schierke. Der Hildesheimer Investor Gerhard Bürger soll auf Anraten des Ministeriums für Landesentwicklung in Magdeburg mittlerweile nun doch einen alternativen Trassenverlauf für die geplante Seilbahn in Schierke vorgelegt haben.
Schierke. Der Hildesheimer Investor Gerhard Bürger soll auf Anraten des Ministeriums für Landesentwicklung in Magdeburg mittlerweile nun doch einen alternativen Trassenverlauf für die geplante Seilbahn in Schierke vorgelegt haben.
Bürger selbst bestätigt entsprechende Berichte nicht. Er sagt aber, er sei mit der zuständigen Raumplanungsbehörde in ständigem Kontakt: „Wir nähern uns an.“ Entscheidend ist die Frage, ob ein veränderter Trassenverlauf umweltverträglicher ist und größere Chancen hat, eine Baugenehmigung zu erhalten. Wichtig ist zudem, ob die Trasse einer Klage standhält. Naturschützer haben angekündigt, gegen das Vorhaben juristische Schritte einzuleiten. Bei dem Vorgang im Ministerium handele es sich nicht um eine offizielle Prüfung, eher um eine „erste Abstimmung“. Der Vorgang könne einige Wochen dauern, sagte ein Sprecher.
Ende 2017 gelangte das Ministerium nach einem Gutachten des Thünen-Institutes zu der Erkenntnis, dass der bisherige Trassenverlauf streng geschützten Moorwald beeinträchtigt und kaum Chancen hat, verwirklicht zu werden. Gerhard Bürger erklärte zunächst, er wolle an seiner Variante festhalten, kündigte aber zugleich eine Lösung an. Die Angelegenheit bleibt kompliziert. Das Raumordnungsverfahren beim Ministerium in Magdeburg für die Seilbahn plus Skiabfahrt und Ganzjahresangeboten in Schierke läuft seit anderthalb Jahren. Danach folgt die Planfeststellung beim Landkreis Harz, um eine Baugenehmigung für das Projekt auf einer geschützten Fläche zu erhalten.
Aktuell ist zudem der Stadtrat in Wernigerode am Zug. Die Grünen-Stadträtin Sabine Wetzel fragte im Schierke-Ausschuss, ob es nicht an der Zeit sei, die Notbremse zu ziehen. Neben dem Risiko von Klagen, die das ohnehin unsichere Projekt begleiten, kämen der eingetretene Zeitverzug und die Kosten. Die aktuelle Trassenneuplanung könnte nach einer Schätzung aus dem Ministerium bis zu 400.000 Euro kosten. Laut einem Bericht der „Volksstimme“ soll die Stadt 300.000 Euro bezahlen, weil der Investor die Umplanungen nicht länger alleine bezahlen wolle. „Wir müssen die Kosten gemeinsam im Auge behalten“, sagt Investor Bürger.
Mehrkosten hatte die Stadt bereits bei der Eisbahn „Schierke-Arena“ tragen müssen, weil das Land wegen der deutlich gestiegenen Ausgaben den Fördergeldhahn zugedreht hatte. Nun drohen auch ungeplante Kosten im Zusammenhang mit dem Ende 2017 eröffneten Schierke-Resort. Es geht um eine Summe in sechsstelliger Höhe für die Entsorgung von Bauschutt des ehemaligen Heinrich-Heine-Hotels, das für das Resort weichen musste.