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Schuttberge auf dem Fliegerhorst: Anonyme Anzeige hat wenig Aussicht auf Erfolg

<p>Laut Fliegerhorst-Entwickler Folkert Bruns wird der Schutt von den Fliegerhorst-Baustellen auf dem Gelände zwischengelagert und dann recycelt. Foto: Sowa</p>

<p>Laut Fliegerhorst-Entwickler Folkert Bruns wird der Schutt von den Fliegerhorst-Baustellen auf dem Gelände zwischengelagert und dann recycelt. Foto: Sowa</p>

Goslar. Augenfällig sind sie ja, die Schuttberge auf dem Fliegerhorst. Zum Beispiel entlang der Straße „Franzosenhai“ liegen etliche Tonnen davon. Doch werden sie einfach illegal aufs Gelände gekippt? „Ein aufmerksamer Jürgenohler“, so nennt er sich selbst, ist davon überzeugt. Er hat Fotos gemacht und eine anonyme Strafanzeige gegen die Fliegerhorst-Entwickler erstattet. Erfolg versprechend dürfte sie allerdings nicht sein.

Mittwoch, 20.05.2020, 13:56 Uhr

Die Goslarer Polizei bestätigt auf GZ-Nachfrage, dass eine Anzeige wegen illegaler Schuttablagerung auf dem Ex-Kasernengelände vorliegt. Die Beamten seien dem Hinweis nachgegangen: „Es gibt keine Anzeichen einer Straftat“, lautet das bisherige Ergebnis der Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft müsse nun entscheiden, ob das Verfahren eingestellt wird.

„Derzeit sind uns keine illegalen Schuttablagerungen bekannt“, sagt auch Stadtsprecherin Elke Dreßler. Die Verwaltung gebe den Hinweis des „besorgten Bürgers oder der besorgten Bürgerin“ an die Eigentümer der betreffenden Grundstücke weiter, damit sie „falls erforderlich“ handeln können. Das 63 Hektar große Fliegerhorst-Gelände befinde sich „in weiten Teilen in der Bauphase“, erklärt Dreßler weiter. Der Verwaltung sei bekannt, dass Zwischenlagerungen des Bauschutts auf dem Gelände stattfinden.

Das bestätigt auch Fliegerhorst-Entwickler Folkert Bruns. Der Schutt werde anschließend recycelt und komme als Füllmaterial im Tiefbau zum Einsatz. Das Ganze werde gutachterlich begleitet. Die beweglichen Recycelanlagen seien aber nicht beliebig verfügbar, daher sammele sich der Schutt an – der Fliegerhorst sei ja auch nicht gerade eine kleine Baustelle. Doch was ist mit zwei großen Öltanks, die auf dem Gelände liegen und die in der Anzeige erwähnt werden? Die sind laut Bruns gereinigt und würden ebenfalls noch abtransportiert. Und die „riesige Bodendeponie“ in der Nähe der Görgsiedlung, auf der sich laut Anzeige meterhoch die Erde türmt? Dabei handele es sich um eine Deponie, auf der Boden gelagert wird, der vom Tiefbau auf dem Gelände stammt, erklärt Bruns. Zudem gebe es einen Recycling-Platz für Schutt, der ebenfalls vom Görg-Weg aus zu sehen ist.

Bruns hat angesichts des regen Bautreibens an allen möglichen Fliegerhorst-Ecken nur ein Kopfschütteln für die Anzeige übrig, zumal sie anonym verfasst wurde. Ihn ärgere vielmehr, dass manche Leute ihren Bauschutt gleich mit auf das Fliegerhorst-Gelände kippen. Die Entsorgung gehe dann auf seine Kappe.

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