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„Schrader & Tautz“ meldet Insolvenz an

Das Handwerks-Unternehmen Schrader & Tautz hat Insolvenz angemeldet.  Foto: Sowa

Das Handwerks-Unternehmen Schrader & Tautz hat Insolvenz angemeldet. Foto: Sowa

Goslar. Ein Goslarer Familienunternehmen muss nach fast 100 Jahren schließen. Die Tischlerei und Glaserei „Schrader & Tautz“ an der Wachtelpforte steckt seit Anfang November im Insolvenzverfahren.

Mittwoch, 14.11.2018, 16:19 Uhr

Goslar. Ein Goslarer Familienunternehmen muss nach fast 100 Jahren schließen. Die Tischlerei und Glaserei „Schrader & Tautz“ an der Wachtelpforte steckt seit Anfang November im Insolvenzverfahren.

„Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens ist mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingestellt worden“, teilt Wirtschaftsjurist Lars Rühmland von der zuständigen Insolvenzverwaltung Schwarz+Rühmland mit. Die Mitarbeiter seien unter Berücksichtigung der Kündigungsfristen entlassen und freigestellt worden. Bei „Schrader & Tautz“ seien zuletzt noch acht Mitarbeiter beschäftigt gewesen. In dem laufenden Insolvenzverfahren gehe es nun vor allem um die „geordnete Liquidation des Unternehmens“.

Die Gläubiger seien über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens informiert und aufgefordert worden ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Wie lange sich das Verfahren hinziehen wird, ist laut Rühmland schwer einzuschätzen. „Sollten keine langwierigen Rechtsstreite geführt werden müssen, ist mit der Beendigung des Verfahrens innerhalb eines Jahres zu rechnen“, so der Jurist.

1920 wurde das Traditionsunternehmen von Tischlermeister August Schrader in Hahnenklee gegründet. In den 1950er Jahren hat er die Firma an seinen Sohn Heinz übergeben. 1975 übernahm dessen Sohn, der ebenfalls Heinz heißt, die Geschäftsführung. 1979 wurde die Glaserei Tautz aus Langelsheim übernommen. 1983 zog das Unternehmen in die Baßgeige. Der Firmensitz in der „Langen Wanne“ fiel 1998 einem Großbrand zum Opfer.

In Jahr 2000 stieg Heinz Schraders Sohn Falk mit in das Unternehmen ein, 2013 übernahm er das Zepter. Schrader & Tautz war somit vier Generationen in Familienhand.

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