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Schnellumbauzug „Mammut“ schnauft sich durch Schladen

<p>Der Mammut glänzt in der Sonne – und macht ordentlich Spektakel, wenn er sich mit maximal 350 Metern pro Stunde beim Gleisbau voranschiebt. Derzeit ist er in Schladen im Einsatz. Fotos: Gereke</p>

<p>Der Mammut glänzt in der Sonne – und macht ordentlich Spektakel, wenn er sich mit maximal 350 Metern pro Stunde beim Gleisbau voranschiebt. Derzeit ist er in Schladen im Einsatz. Fotos: Gereke</p>

Schladen. Es rattert und zischt, es knattert und staubt in Schladen – der „Mammut“ schnauft durch den Ort. So heißt der Schnellumbauzug, den die Deutsche Bahn für ihre Gleisbauarbeiten einsetzt. Mit Millionenaufwand werden derzeit Gleise im Raum Schladen erneuert und Kabeltrassen angelegt, um künftig Weichen und Signale vom elektronische Stellwerk aus zu steuern.

Von Andreas Gereke Mittwoch, 18.07.2018, 19:00 Uhr

Schladen. Es rattert und zischt, es knattert und staubt in Schladen – der „Mammut“ schnauft durch den Ort. So heißt der Schnellumbauzug, den die Deutsche Bahn für ihre Gleisbauarbeiten einsetzt. Mit Millionenaufwand werden derzeit Gleise im Raum Schladen erneuert und Kabeltrassen angelegt, um künftig Weichen und Signale vom elektronische Stellwerk aus zu steuern.

Rund 600 Meter lang ist das gelbe Ungetüm, das die neuen Gleise einbaut und ein Gesamtgewicht von mehreren Hundert Tonnen hat. Dank Raupenfahrwerk ist neben dem maschinellen Gleisumbau auch ein gleisloses Vorstrecken möglich. Heißt: Auf Ketten schiebt sich die Mammut-Spitze voran, das Ende des SUM 14, so die Bezeichnung des Schnellumbauzugs, fährt dann auf dem selbst verlegten Gleis.

Auf dem schier endlosen Zug stapeln sich hinten die Schwellen, die von Kränen, die über den Zug fahren, zum Einbauen nach vorne transportiert werden. Rums, rums, rums –mit Getöse spuckt der Zug die Schwellen im richtigen Abstand aus, um darauf die Schienen zu platzieren, die neben dem Schotterbett liegen. Im Anschluss wird noch eine Stopfmaschine kommen und die Anlagen mit Schotter anfüllen.

Insgesamt sind es 16 Kilometer Gleise, die die Bahn im Raum Schladen erneuert – die Kosten alleine dafür belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro, teilt eine Sprecherin der Bahn mit. Rund 60Jahre alt sind die Abschnitte, die jetzt erneuert werden. Die neuen Gleise bedeuten aber nicht, dass dort künftig die Züge schneller fahren dürfen, so eine Bahnsprecherin.

Die Bauarbeiten bedeuten für Verkehrsteilnehmer Umwege, denn teilweise sind die Bahnübergänge in Schladen voll gesperrt. So wie gestern, als vormittags am Bahnübergang Bahnhofstraße nichts ging. Der wird auch noch einmal am Donnerstag, 26. Juli, von 14 bis 19 Uhr gesperrt. Seit gestern Nachmittag ist der Übergang Königsberger Straße dicht – fast durchgehend (mit einer Ausnahme am Donnerstag, 26. Juli) bis zum Samstag, 18. August.

Und natürlich auch Anwohner bekommen die Bauarbeiten zu spüren, denn die sind mit einer erheblichen Lärmbelästigung verbunden, wenn die Maschinen mit Getöse rollen. Bahnreisende von und nach Braunschweig müssen zudem längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen – rund 30 Minuten. Denn zwischen Vienenburg und Wolfenbüttel verkehrt derzeit kein Zug. Schienenersatzverkehr ist die Devise, so wie es das Informationssystem im Bahnhof Schladen verheißt – und das noch bis zum 26. August. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über die Abfahrtszeiten der Ersatzbusse informieren, heißt es.

Rums, rums – Schwelle für Schwelle spuckt der SUM 14 auf den Schotter aus.

Rums, rums – Schwelle für Schwelle spuckt der SUM 14 auf den Schotter aus.

Keine Züge verkehren im Bahnhof Schladen – stattdessen Ersatzverkehr.

Keine Züge verkehren im Bahnhof Schladen – stattdessen Ersatzverkehr.

Auf dem Schnellumbauzug fahren Kräne hin und her, um die neuen Schwellen zum Verlegen nach vorne zu transportieren.

Auf dem Schnellumbauzug fahren Kräne hin und her, um die neuen Schwellen zum Verlegen nach vorne zu transportieren.

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