Zähl Pixel
GZ-Archiv

Schaeffler macht jetzt ohne IFT-Gründer in Clausthal weiter

Die 1990 gegründete Clausthaler Ingenieurgesellschaft für Triebwerkstechnik GmbH wird in die Schaeffler Engineering GmbH übergehen.  Archivfotos: Bertram

Die 1990 gegründete Clausthaler Ingenieurgesellschaft für Triebwerkstechnik GmbH wird in die Schaeffler Engineering GmbH übergehen. Archivfotos: Bertram

Clausthal-Zellerfeld. Die Ingenieurgesellschaft für Triebwerkstechnik GmbH (IFT) wird in die „Schaeffler Engineering GmbH“ integriert – ohne IFT-Gründer und Geschäftsführer Christian Degenhardt.

Von Dieter Böhl Dienstag, 30.09.2014, 20:00 Uhr

15 Monate nach Übernahme der Ingenieurgesellschaft für Triebwerkstechnik GmbH durch die Schaeffler AG (Herzogenaurach) verlässt der Firmengründer und Geschäftsführer Christian Degenhardt das Clausthaler Unternehmen. Ob freiwillig, ist nicht ganz klar.

Die weltweit agierende Schaeffler-Gruppe war bereits 2001 zu 49 Prozent bei der IFT eingestiegen, die Degenhardt 1990 mit zwei weiteren Gesellschaftern aus der TU Clausthal heraus gegründet hatte. Auf der Bilanzpressekonferenz im März vorigen Jahres gab der Technologiekonzern bekannt, dass das Clausthaler Unternehmen mit damals rund 70 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von neun Millionen Euro zum 1. Juli 2013 eine hundertprozentige Tochter der Schaeffler AG werde.

„Mein Anliegen war es, frühzeitig den Fortbestand des Unternehmens und langfristig vor allem die Arbeitsplätze hier zu sichern“, begründete Degenhardt seinerzeit den Verkaufsentschluss. Zu seinem jetzt bekannt gewordenen Ausscheiden mochte er allerdings keine Stellungnahme abgeben. Das lässt darauf schließen, dass zwischen ihm und dem Mutterkonzern Stillschweigen vereinbart worden ist.

Der treibt nun offenbar die bereits 2013 angekündigte Integration der IFT in den konzerneigenen Dienstleister Schaeffler Engineering GmbH (Werdohl) voran. Die ebenfalls damals erfolgte Ankündigung von Prof. Peter Gutzmer, Forschungs- und Entwicklungsvorstand bei der Schaeffler AG, wonach die Übernahme „keinerlei personelle Auswirkungen“ haben werde, trifft jetzt jedoch nicht mehr ganz zu.

„Von einer Trennung kann hier keine Rede sein“, betont allerdings Andreas Braun, Marketing Manager der Schaeffler Engineering GmbH, auf Anfrage der GZ: „Herr Degenhardt verlässt das Unternehmen einvernehmlich wie längerfristig geplant. Er hat sich in den Monaten vor seinem Ausscheiden sehr intensiv um die erfolgreiche Integration und Neuausrichtung der IFT in Schaeffler Engineering engagiert.“ Deren Geschäftsführer, Rolf Laufs und Stefan Bauerreis, seien nun für beide Unternehmen verantwortlich. Die Standortleitung in Clausthal übernehme der langjährige IFT-Mitarbeiter Christopher Lehne.

Sind weitere personelle Veränderungen zu erwarten? Alle Änderungen seien auf eine Wachstumsstrategie ausgerichtet, und der geplante Personalaufbau in Clausthal werde weiterverfolgt, erklärt Braun. Somit seien Standortsicherung und -ausbau auch zukünftig wichtige Aspekte. „Gerade die Nähe zu der TU Clausthal bringt für Schaeffler Engineering eine gute Möglichkeit, Fachkräfte zu rekrutieren.“

Gibt es darüber hinaus Auswirkungen auf den Standort Clausthal? „Im Zuge der Integration wird sich eine standortübergreifende Organisation etablieren, sodass Mitarbeiter von einem Standort mit Mitarbeitern des anderen Standorts projektmäßig zusammenarbeiten“, schildert Braun. IFT verfügt über großes Know-how und eine Vielzahl von Prüfständen vor allem für Verbrennungsmotoren mit allem Drum und Dran. Zu den größten Kunden unter europäischen Automobilherstellern gehören der Volkswagen-Konzern und seine Zulieferbetriebe.

Christian Degenhardt ist überdies Mitgesellschafter der benachbarten Ingenieurgesellschaft für Fahrversuche (IFV), die vor Jahren aus der IFT hervorgegangen ist und von Dr.Mathias Meinecke geführt wird.

ift-Degenhardt

ift-Degenhardt

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!