Schäfchen auf der Streuobstwiese
Eine kleine Schafherde wohnt auf der Streuobstwiese im Schimmerwald. Bis zum späten Sommer wird sie von den Landesforsten zur Beweidung dort gehalten. Spaziergänger sollten das Schild „Bitte nicht füttern“ beherzigen. Denn die Tiere werden ausreichend versorgt. Fotos: Potthast
Eckertal. Runter vom Hänger, rein ins hohe Gras und losgefuttert: . Eine kleine Herde Schafe ist am Mittwoch auf die Streuobstwiese im Schimmerwald gezogen. Und sie bleibt bis Ende August, vielleicht Anfang September. Solange werden sich die wolligen Wiederkäuer an Halmen und Kräutern und an allem, was sie sonst noch so an Leckereien finden, gütlich tun.
Das Biotop in Eckertal gehört den Niedersächsischen Landesforsten. Deren Mitarbeiter werden den Sommer über wieder zu Schäfchen-Kümmerern. In der Anfangsphase, so ist es laut Försterin Ines Mackeldey geplant, täglich. Es müsse nachgeschaut werden, wie sie sich einleben und ob es den Lämmern gut gehe. Frisches Wasser gebe es regelmäßig – jetzt und später. Und später werde außerdem regelmäßig zugefüttert.
{picture1s} Am Dienstag, kurz nach der Ankunft der flauschigen Lämmer und ihrer nicht mehr flauschigen, weil geschorenen Mutterschafe durfte die achte Klasse der Schladener Werlaschule die Erst-Versorgung übernehmen. Sie ist für eine Woche im Jugendwald-Einsatz und untergebracht in Schulenberg, genauer im Waldpädagogikzentrum (WPZ) Harz. Was wiederum eine Bildungseinrichtung der Landesforsten und als Haus Ahrendsberg bekannt ist. Dorthin verschlägt es immer wieder Schulklassen, die dann auch auf der Streuobstwiese mitarbeiten. „Die wird von uns bespielt“, sagt Ines Mackeldey.
Am Dienstag haben die Schladener Schüler erst einmal Wasser in den Tank gefüllt und Futter bereitgestellt, bevor sie noch eine andere Aufgabe bekamen. Nämlich die, junge Bäume festzuzurren. Die sind schon durch ein Holzgerüst vor Verbiss geschützt, mussten nun noch an dem Gerüst mit starkem Band befestigt werden, damit sie bei stärkerem Wind nicht brechen.
Auf der Streuobstwiese wachsen verschiedene Sträucher und Baumarten, unter anderem Kirsche, Pflaume, Quitte, Schlehe, Mehlbeere, Apfel und Holunder. Seit 2017 gibt es dort ein Insektenhotel, im vergangenen Jahr wurden weitere Nistkästen verteilt. „Künftig soll“, sagt Försterin Ines Mackeldey, „noch ein Imker hierher“. Biologische Vielfalt – gestern war übrigens der Internationale Tag der biologischen Vielfalt – ist die Maßgabe der Landesforsten. Zumal der aktuelle Weltreport zum Artensterben des Weltbiodiversitätsrats Anfang Mai ein düsteres Bild gezeichnet habe, so Landesforsten-Pressesprecher Michael Rudolph. Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten seien danach vom Aussterben bedroht. Auf der Streuobstwiese wird im Kleinen gegengesteuert, lernen Schüler die Wichtigkeit der Vielfalt von Flora und Fauna. Während die Werlaer am Mittwoch damit beschäftigt waren, dafür etwas zu tun, mümmelten sich die Schafe durch das Gras. Spaziergänger können sie von der Sitzbank aus künftig beobachten. Sie sollten sie aber auf keinen Fall füttern. Darauf weist die Försterin hin.
Niedersächsische Landesforsten, Waldpädagogisches Zentrum Harz (WPZ), Biotop, Streuobstwiese im Schimmerwald, Eckertal, Schafe