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Verein soll gegen Corona-Regeln verstoßen haben

SV Upen wird bei Ordnungsamt anonym angeschwärzt

<p>Auf dem Sportplatz des SV Upen herrscht Unruhe: Jetzt hat der Verein eine anonyme Anzeige erhalten, weil er gegen Vorschriften verstoßen haben soll. Foto: Leifeld</p>

<p>Auf dem Sportplatz des SV Upen herrscht Unruhe: Jetzt hat der Verein eine anonyme Anzeige erhalten, weil er gegen Vorschriften verstoßen haben soll. Foto: Leifeld</p>

Der SV Upen wird beim Ordnungsamt Liebenburg angeschwärzt, dass er gegen Corona-Maßnahmen verstoßen haben soll. Der Verein weist die Vorwürfe zurück. Die Behörden sehen keinen Anlass zum Handeln. 

Dienstag, 09.06.2020, 16:55 Uhr

Zeichnet sich da eine Schlammschlacht ab? Der SV Upen ist beim Ordnungsamt der Gemeinde Liebenburg anonym angeschwärzt worden. Dem Verein wird vorgeworfen, dass er beim Training seiner Fußballerinnen gegen die niedersächsische Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verstoßen haben soll. Das Schreiben liegt der GZ vor, es ist mit „Deine Nachbarn“ unterzeichnet.

Der anonyme Verfasser habe demnach das angebliche Fehlverhalten „über Fotos und kleine Videos“ festgehalten und habe sich gezwungen gesehen, Anzeige zu erstatten. Dies sei beim Ordnungsamt und beim Landkreis Goslar erfolgt. Beide Behörden hätten darauf mitgeteilt, dass sie „beim nächsten Vorfall sofort die Polizei rufen sollen“, heißt es in dem Schreiben.

Diese Behauptung weist die Gemeinde Liebenburg auf GZ-Anfrage entschieden zurück. „Das ist absoluter Unsinn. Das hat hier keiner mitgeteilt“, heißt es seitens der Behörde. Die Anordnung sei gar nicht erteilt worden, weil das Schreiben von einem anonymen Absender stamme. Der SV Upen sei lediglich über die derzeit geltenden Maßnahmen zur Ausübung von Sport hingewiesen worden. Auch gebe es keine polizeiliche Anzeige. Das bestätigt auch die Polizeiinspektion Goslar. „Die Leute, die die Coronafälle bearbeiten, wissen von nichts“, sagt ein Sprecher.

Beim SV Upen sorgen die Vorwürfe für Unverständnis, der Verein distanziert sich entschieden davon. „Ich bin dermaßen erbost darüber, dass in einem kleinen Dorf wie Upen auf eine Art und Weise versucht wird, etwas kaputt zu machen“, sagt Vorsitzender Werner Schwarz. Er vermisse bei den Absendern den Mut, den Verein direkt anzusprechen, um die Angelegenheit zu klären. „Darüber bin ich total frustriert.“

Schwarz könne sich nicht erklären, warum es zur anonymen Anzeige gekommen ist. Mit Vorstandsmitglied Anja Meier hat der Verein eine Corona-Beauftragte bestimmt, sie ist zugleich Trainerin der Damen-Mannschaft. Bei den Einheiten seien alle behördlichen Vorgaben eingehalten worden, das gelte auch für Fahrgemeinschaften. „Auch uns gut gesinnte Nachbarn könnten bezeugen, dass hier der Trainingsablauf von den Verantwortlichen reibungslos und nach den Vorschriften der Corona-Pandemie eingehalten worden ist“, sagt Schwarz.

Der SVU-Vorsitzende habe zwar einen Verdacht, wer hinter dem Schreiben steckt, Namen wolle er aber nicht nennen. Dorfbewohner würden ebenfalls auf dieselbe Person kommen, meint Schwarz. „Die Leute sollen mich doch persönlich ansprechen und dann würde ich das sofort und umgehend abstellen, wenn es Verfehlungen geben sollte“, sagt er.

Unterdessen hält sich der Verein rechtliche Schritte gegen die anonymen Absender vor. Denn das unerlaubte Filmen und Fotografieren verstößt gegen Regeln des Datenschutzes. Wie der 2. Vorsitzende Peter Bartsch anmerkt, seien davon auch Minderjährige betroffen. „Hoffentlich weiß derjenige, dass er Filmmaterial gar nicht verwenden darf“, sagt Schwarz. Er hoffe aber auf eine einvernehmliche Lösung im Interesse des Sports.

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