Rolf Meyer im Alter von 78 Jahren verstorben
<p>Rolf Meyer in seiner Paraderolle bei der Moderation einer Sportveranstaltung im Bündheimer Schloss. Am Donnerstag ist der 78-Jährige verstorben. Archivfoto: Gietemann</p>
Bad Harzburg. Unerwartet ist am Donnerstag Rolf Meyer verstorben. Der 78-Jährige war bekannt für sein vielfältiges Engagement unter anderem in Politik, Sport und Kirche.
Aufgewachsen an der Nordseeküste zog es den Wilhelmshavener bald nach Bad Harzburg, wo er als gelernter Tischler auf die Verwaltungslaufbahn umsattelte. Gerade einmal fünf Jahre dauerte es, bis Rolf Meyer 1975 bei der Stadt Bad Harzburg Leiter des Amtes für Soziale Dienst wurde, was er bis zu seiner Pensionierung 30 Jahre später blieb.
Jugend, Sport und Soziales waren die Inhalte seiner Amtsleitung, aber auch seines ehrenamtlichen Engagements. In der Verwaltung kümmerte er sich unter anderem um Kindergärten, Sportvereine oder Städtepartnerschaften. Es ist wenig verwunderlich, dass Bad Harzburgs erste Partnerschaft 1988 mit Meyers alter Heimatstadt Wilhelmshaven geschlossen wurde.
Vereine profitierten oft von seiner großen Profession für den Sport. Selbst zeigte er als Leichtathlet, Boxer oder Judoka Talent, aber vor allem als Handballer machte er auf sich aufmerksam und war ein Mann der ersten Stunde der 1974 gegründeten Handballspielgemeinschaft Bad Harzburg.
Schon zwei Jahre zuvor war er Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft der Harzburger Turn- und Sportvereine und etablierte sich als Stimme des Sports. Sei es der Ball des Sports im Kurhaus oder die Sportlerehrung im Freizeitzentrum Harlingerode oder im Bündheimer Schloss – über Jahrzehnte führte er souverän mit sonorem Tonfall durch diese Veranstaltungen.
Ein Talent, das er auch als Stadionsprecher bei Handball- oder Laufveranstaltungen pflegte und das ihn kreisweit bekannt machte. Denn der langjährige stellvertretende Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB) Goslar moderierte auch die Kreissportlerehrung.
Der KSB machte ihn später zum Ehrenmitglied ebenso wie sein Heimatverein MTK Bad Harzburg, dessen 2. Vorsitzender er viele Jahre lang war. Bis zum Schluss hatte der Familienvater und Großvater zahlreiche Ämter inne, denn Ruhestand war nichts für Meyer.
Nach seiner Pensionierung saß er noch zehn Jahre im Stadtrat und engagierte sich im Harzburger Rennverein. Dabei blieb er seinen vorherigen ehrenamtlichen Aufgaben unter anderem im Kirchenvorstand der St. Andreasgemeinde und in der Bad-Harzburg-Stiftung treu. Der hochgewachsene Mann mit dem festen Händedruck war bekannt für seine klare Meinung. Und diese verteidigte er gerne auch mal mit ironischem Unterton in seiner sonoren Stimme, die vielen im Gedächtnis bleiben wird.