Robert-Koch-Schule in Clausthal-Zellerfeld ist jetzt „Europaschule“
Viel Beifall erhielten die Schülerinnen und Schüler für ihre akrobatischen Darbietungen.
Clausthal-Zellerfeld. „Europaschule in Niedersachen“ – mit diesem Titel darf sich seit dem neuen Schuljahr das Gymnasium in Clausthal-Zellerfeld schmücken. Im Rahmen einer Feierstunde in der Aula überreichte Susanne Pavlidis, Dezernentin der Landesschulbehörde in Braunschweig, Schulleiterin Jutta Reusing, jetzt die dazugehörige Urkunde.
Durch die seit vielen Jahren gepflegten Austauschbegegnungen sowie innerschulische Aktivitäten sei Europa schon lange ein wichtiges Thema an der Robert-Koch-Schule (RKS), erläuterte Reusing im Rahmen der Feierstunde. Zu der hatten sich neben der gesamten Schulgemeinschaft auch einige geladene Gäste ein Stelldichein gegeben.
Voraus gingen der Veranstaltung zwei Projekttage, in denen sich die Schülerinnen und Schüler der RKS auf verschiedene Art und Weise dem Oberthema Frieden in Europa und der ganzen Welt widmeten. Eine Wandertour am ehemaligen Eisernen Vorhang, der Jahrzehnte lang den Harz in Ost und West geteilt hatte, gehörte ebenso dazu wie die Recherchen zu den Friedensnobelpreisträgern.
Zu einem echten Heimspiel wurde der Besuch von Schuldezernentin Susanne Pavlidis an der RKS. Die Löwenstädterin verbrachte in Clausthal-Zellerfeld einen großen Teil ihrer Schulzeit und machte an der RKS 1979 auch ihr Abitur. Dass sie es dabei als gebürtige Griechin nicht immer ganz leicht hatte, wurde aus ihren Worten deutlich. Damals sei ein Migrationshintergrund noch eher die Ausnahme als die Regel gewesen, erinnerte sich Pavlidis.
In dieser Hinsicht hat sich seitdem eine Menge an dem Gymnasium getan, wie die Schülerinnen und Schüler recherchierten. Häufig stammt mindestens ein Elternteil nicht aus Deutschland, sondern auch einem anderen Teil Europas oder sogar aus einem anderen Erdteil.
„Die RKS fördert den europäischen Gedanken“, freute sich Pavlidis. Und es gelte, diesen im Sinne der Völkerverständigung am Leben zu erhalten.
Die stellvertretende Landtagspräsidentin Petra Emmerich-Kopatsch, die ebenfalls einen Teil ihrer Schulzeit an der RKS verbrachte, freute sich, „dass sich die Schule in diesen wirklich schwierigen Zeiten zu Europa bekennt“. Darauf sei nicht nur sie als Clausthal-Zellerfelderin, sondern der gesamte Landtag in Hannover stolz.
Als Dritte im Bunde der ehemaligen RKS-Schülerinnen gratulierte Clausthal-Zellerfelds Bürgermeisterin Britta Schweigel dem Gymnasium zur Auszeichnung. „Meine alte Schule ist immer noch am Puls der Zeit“, freute sich die Oberharzerin, die 1979 gemeinsam mit Susanne Pavlidis ihr Abitur an der RKS „gebaut“ hatte. Vor dem Hintergrund, „dass nationalistische Parteien in ganz Europa, auch in Deutschland, erstarken“, sei das Engagement des Gymnasiums für die Völkerverständigung ein wichtiges Signal, meinte Schweigel.
Thomas Walter, der in Vertretung von Landrat Thomas Brych die Glückwünsche des Landkreises Goslar überbrachte, forderte die Schülerinnen und Schüler auf, die Zukunft Europas mitzugestalten.
Kritische Fragen zum Zustand Europas stellte die RKS-Klasse 12b. Diese war am Vorabend der Veranstaltung mit Lehrer Thomas Gundermann von einer Austauschfahrt zurückkehrt, die nach Berlin und Polen führte. In dem Rahmen besuchte die Klasse auch Breslau und die KZ-Gedenkstätte Auschwitz.
Mit Blick auf die langjährige und erfolgreiche Partnerschaft mit L’Aigle in der Normandie verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler der RKS mit einem in französischer Sprache gesungenen Lied. Damit schloss sich der Kreis, der musikalisch mit der Europahymne „Ode an die Freude“ begonnen hatte.
Auf ihren Lorbeeren ausruhen kann – und will – sich die neue Europaschule allerdings nicht: Die Auszeichnung wird nur für fünf Jahre verliehen.
Mehrere musikalische Beiträge umrahmten die Feierstunde in der Aula der Robert-Koch-Schule.
Unter dem Wappen, das die Partnerschaft von Clausthal-Zellerfeld und L’Aigle symbolisiert, fand das Schild „Europaschule“ einen würdigen Platz. Schulleiterin Jutta Reusing, stellvertretende Landtagspräsidentin Petra Emmerich-Kopatsch, Bürgermeisterin Britta Schweigel, Schuldezernentin Susanne Pavlidis und Kreisvertreter Thomas Walter (von links) freuen sich über die Auszeichnung. Fotos: Kirmse