Riesen-Zucchini im Hochbeet
Genau 6,2 Kilogramm wiegen diese Zucchini, die ich nach nur vier Tagen Abwesenheit und deshalb fehlender Kontrolle von meinem Hochbeet erntete. Was tun, damit sie nicht verderben? Foto: Borchers
Dieses Gartenjahr war wirklich verrückt: Erst kalt und regnerisch, zum Schluss tropisch heiß und trocken. Die Radieschen und der Salat schossen, was das Zeug hielt, der Apfelbaum blühte gar nicht erst, aber Kartoffeln gediehen sehr gut und Zucchini habe ich jetzt viel zu viele.
Obwohl ich ihnen nicht einmal Dünger gegönnt habe. Dazu kommt, dass ich einige Tage unterwegs war und hinterher einen Schock bekam, als ich ins Hochbeet blickte: Innerhalb von nur vier Tagen waren die Zucchini so dick geworden, dass ich auf einen Schlag mit 6,2 Kilogramm davon in die Küche zurückkehrte. Und auf dem Hochbeet wuchsen schon die nächsten der Sommerkürbisse heran, die ich auf keinen Fall so groß werden lassen wollte wie die eben geernteten. Aber für alle Früchte fand sich eine Verwendung. Zunächst freuten sich die Arbeitskollegen, die gern kochen, über einige der Sommerkürbisse. Der Rest landete nach und nach zuhause in der Pfanne oder auf dem Grill.
Schließlich stellte ich fest, dass nicht jeder so ein Glück mit seinen Pflanzen hat. Eine Leserin aus Bredelem fragte: Die Zucchini-Pflanze in ihrem Garten habe zwar Blüten, aber keine Früchte. Was sie denn da machen könne?
Die Ursache dafür ist vermutlich mehrschichtig. Wie gesagt, das Wetter war anfangs sehr kühl. Das führt bei Zucchini dazu, dass viel mehr männliche (mit langem Stängel) als weibliche Blüten (mit kurzem Stängel und einem Fruchtknoten) ausgebildet werden. Zudem fliegen die Insekten nicht, wenn es zu kühl ist. Lösung: selbst die Bestäubung übernehmen. Dazu eine voll entwickelte männliche Blüte abtrennen, die Blütenblätter entfernen und mit den Staubfäden über den Stempel der weiblichen Blüten streichen. Sobald die Früchte beginnen zu wachsen, die Blütenblätter entfernen. Denn bei feuchtem Wetter vergammeln diese schnell und das Risiko einer Pilzkrankheit steigt.
Wichtig ist außerdem eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen, denn unter Stress bilden Zucchini verstärkt männliche Blüten. Bewährte Sorten für Regionen mit kühlerem Klima sind „Dundoo“ oder die Kletter-Zucchini „Black Forest“.
Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie der Autorin eine E-Mail an christina.borchers@goslarsche-zeitung.de.
So sind Zucchini lange haltbar: Eingelegt mit Gewürzen oder als Mixed Pickles.
Im Backofen werden aus dünnen Scheiben knusprige Zucchini-Chips.