Revision der Wurmbergseilbahn: „Alte Dame“ zeigt sich für Saison bereit
Max Rieche, Bernd Nette und Amer Kajevic kümmern sich auf Stütze 1 um die Rollen und Wippen. Fotos: Seltmann
Braunlage. Wieder alles in Schuss rechtzeitig vor der Wintersaison: Die Wurmbergseilbahn beendet ihre Revision. Am Samstag um 9 Uhr startet die erste Kabine. Und auch die erste Beschneiung im Skigebiet am Hexenritt läuft bereits.
{picture1s} „Bis Weihnachten“, das heißt, bis zu den Ferien, hofft Betriebsleiter Fabian Brockschmidt den Gästen am Hexenritt wintersportliche Bedingungen anbieten zu können. Für die Beschneiung des Gebiets am Braunlager Hausberg werden Minustemperaturen zwischen 3 und 5Grad benötigt, das wäre optimal. Dazu wäre eine Luftfeuchtigkeit von weniger als 100 Prozent wünschenswert. „Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist der Schnee nass, der Ertrag geringer“, so Brockschmidt. Wenn das Wetter mitspielt, wäre also Ferien-Skivergnügen im Harz gesetzt.
Eine dritte Pumpe wurde für die Schneeerzeugung angeschafft, sodass bei entsprechender Witterung statt bisher 600 Kubikmeter Schnee pro Stunde 1000 Kubikmeter produziert werden können. Beim Probelauf der Beschneiungsanlage vergangene Woche lief es glatt, einige Software-Fehler wurden noch ausgebügelt. Die 100 Lanzen und 15 Kanonen waren zuvor gründlich überprüft worden. Seit Anfang November standen die 74Kabinen am Wurmberg still. Auch wenn das herbstliche Wetter noch viele Besucher gelockt hatte, musste doch die „alte Dame“, wie die knapp 20 Jahre alte Wurmbergseilbahn liebevoll genannt wird, wie immer gründlich überholt werden. Die 35 Mitarbeiter – vom Beschneier bis zum Pistenraupenfahrer – kümmerten sich in den vergangenen Wochen um jedes Detail. Jede Station wurde genauestens unter die Lupe genommen. Für die Berg- und die Talstation setzte Brockschmidt jeweils eine Woche an. Die Mittelstation, die so groß ist wie die beiden anderen zusammen, wurde innerhalb von zwei Wochen komplett auf Herz und Nieren überprüft. Außerdem wurden die 18 Lastengehänge abgenommen, die während der Sommersaison für den Transport der Monsterroller genutzt wurden.
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Schon vor der Revision waren die 23 Stützen der Seilbahn – die längste von ihnen 18 Meter hoch – mit einem Lastenkorb angefahren worden, sodass die Mitarbeiter sich vom Zustand ein Bild machen konnten. Nur bei Stillstand können die Stützen 1, 12, 13, 18 und 23 komplett heruntergelassen werden. Auf dem Boden wurden Verschleißteile ausgetauscht und alles gründlich in Augenschein genommen. Darunter auch die insgesamt 340 Rollen, über die das Förderseil der Bahn geführt wird. Bis zu 9 Millimeter darf die Bandage der Rolle eingelaufen sein, sonst wird sie ausgetauscht.
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„Alle müssen alles können“, sagt Brockschmidt, auch wenn viele Mitarbeiter einen Schwerpunkt haben. Wie sein Stellvertreter Christian Baumann. Er nimmt jede einzelne Klemme auseinander, mit der die Kabinen auf das Seil kuppeln, während Kollegen die Kabinen-Türautomatik kontrollieren. Für jede Klemme braucht Baumann zwei Tage. Alle zwei Jahre wird so jede Klemme einmal durchgecheckt. Und jeder Vorgang wird noch einmal kontrolliert, protokolliert und abgezeichnet. „Wir haben einen hohen Sicherheitsstandard“, betont er. Auch die Optik war in den vergangenen Wochen Thema. Georg Wende, seit 35 Jahren bei der Wurmbergseilbahn beschäftigt, sorgte in den Kabinen für Sauberkeit, es wurde gesaugt, poliert und lackiert, damit für die Saison alles bereit ist.