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Neue Ziele für die kommende Saison

Rennfahrer Arne Hoffmeister: Kleines Budget, große Leistung

<p>Nach rund zehn Jahren in der Rennserie VLN will Arne Hoffmeister nun auch international sein Können unter Beweis stellen. Foto: privat</p>

<p>Nach rund zehn Jahren in der Rennserie VLN will Arne Hoffmeister nun auch international sein Können unter Beweis stellen. Foto: privat</p>

Rennfahrer Arne Hoffmeister aus Dörnten möchte in der kommenden Saison international an den Start gehen. Er bringt dafür zwar die Leistung mit, aber nicht das Geld. Eine erste Einladung gibt es schon. 

Von Sebastian Krause Samstag, 03.11.2018, 09:15 Uhr

Was braucht es, um ein guter Rennfahrer zu sein? Sicherlich Talent, Durchsetzungsvermögen und eine schnelle Auffassungsgabe. Aber auch viel Geld. Die ersten drei Eigenschaften bringt Arne Hoffmeister mit, die letzte nicht. Dennoch hat er es in seinem Sport weit geschafft. Seit rund zehn Jahren ist er in der Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) erfolgreich unterwegs. Nun denkt er aber über neue Herausforderungen nach, am liebsten möchte er in der kommenden Saison auch international durchstarten.

Dieses Ziel könnte schon bald in Erfüllung gehen. Wie er im Gespräch mit der GZ erzählt, habe er am Mittwoch eine Einladung für die NASCAR-Europameisterschaft erhalten. Die Rennserie sucht aktuell nach Fahrern. Hoffmeister hatte sich daraufhin beworben und nun eine Zusage erhalten. Am kommenden Freitag hat er bei einem kostenlosen Testtag in Frankreich die Möglichkeit, sich gut zu präsentieren. „Wenn der Test ganz gut läuft, habe ich vielleicht die Chance, dass das Budget, das ich mitbringen muss, sehr klein ist“, sagt der 30-Jährige. Falls daraus nichts werden sollte, habe er aber einen Bekannten aus der Rennserie, der die Kosten für ihn übernehme.

Auf Hoffmeisters Wunschzettel steht die NASCAR-Europameisterschaft aber nicht ganz oben. Anders sieht es bei der Lamborghini Super Trofeo oder der GT4-Europameisterschaft aus. In beiden Rennserien hatte Hoffmeister schon erfolgreiche Gaststarts, unter anderem stand er einmal auf der Pole Position. „Mir hat beides sehr gut gefallen“, sagt er. „Das war halt superinteressant, weil es auch andere Rennstrecken waren und super Autos sind.“

Die Chance, eines der begehrten Cockpits zu bekommen, schätzt er derzeit jedoch gering ein. Aktuell würden die Teams nach schnellen und vor allem finanzkräftigen Fahrern suchen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn so manche Suche erfolglos geblieben ist und die Preise nach unten gehen, komme seine Chance. Mit vielen Scheinen könne er aber nicht dienen, er wolle eher mit Leistung überzeugen. „Wenn die Teams frei auswählen könnten, würde ich sicherlich häufiger zum Fahren kommen. Da bin ich mir sicher“, sagt Hoffmeister, der aktuell für das Team Leutheuser Racing & Events fährt.

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Hoffmeisters Leidenschaft für den Motorsport wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater war früher Rallye-Fahrer, auch seine Mutter interessiert sich für schnelle Autos auf der Rennstrecke. Seine ersten Fahrten absolvierte er mit sieben Jahren im Kart beim MSC Langelsheim. Im Jahr 2009 folgte dann sein persönlicher Durchbruch, als er beim Opel Performance Center (OPC) Race-Camp, einem Rennfahrer-Casting, von rund 22.500 Bewerbern zu den acht Finalisten gehörte. Die durften ein Jahr später am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen. Das Team wurde damals Zweiter in seiner Klasse. Für den 30-Jährigen, der in Rhüden als Zerspanungsmechaniker arbeitet und seit Kurzem in Dörnten wohnt, einer seiner größten Erfolge.

Auch nach mehr als zehn Jahren Rennerfahrung sind seine Eltern noch immer ein wichtiger Faktor an der Rennstrecke. Wie Hoffmeister erzählt, waren sie in den vergangenen zehn Jahren bei fast jedem Rennen dabei. Das bedeutet ihm viel: „Wenn sie zu Hause bleiben würden, wäre es auch okay. Sie müssen wegen mir nicht jedes Mal 400 Kilometer dahinfahren. Aber es würde was fehlen, wenn sie jetzt nicht mehr kommen.“

Wenn es nach Hoffmeister geht, soll es auch in der kommenden Saison reichlich Gelegenheiten für Besuche an der Rennstrecke geben. Auch, wenn es für einen Aufstieg in eine internationale Rennserie nicht reichen sollte. Von seinem Hobby, mehr ist es für ihn nicht, will er nicht lassen: „Wenn man einmal richtig Benzin im Blut hat, dann kommt man davon nicht mehr weg.“

Bleibt am Ende noch die Frage nach dem Geld. Bislang hatte Hoffmeister das Glück, dass seine Sponsoren oder das Team ihn einen Startplatz ermöglicht haben. Er bringt dafür andere Eigenschaften eines Rennfahrers mit.

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