Reinecke-Gemälde ist wieder „zu Hause“
<p>Den „Frühling im Oberharz“ zeigt das 60 mal 65 Zentimeter große Ölgemälde von Karl Reinecke, das der Verein Heimatstube Altenau jetzt zurückkaufte. Foto: Heimatstube</p>
Altenau. Lange galt das Bild als verschollen, ja, es wurde sogar vermutet, es sei wie viele andere Werke des Künstlers im 2. Weltkrieg durch Feuer vernichtet worden. Jetzt kehrte es nach Hause zurück: Nach mehr als 80 Jahren ist dem Verein Heimatstube Altenau-Schulenberg der Rückkauf des Ölgemäldes „Frühling im Oberharz“ von Karl Reinecke-Altenau gelungen.
Altenau. Lange galt das Bild als verschollen, ja, es wurde sogar vermutet, es sei wie viele andere Werke des Künstlers im 2. Weltkrieg durch Feuer vernichtet worden. Jetzt kehrte es nach Hause zurück: Nach mehr als 80 Jahren ist dem Verein Heimatstube Altenau-Schulenberg der Rückkauf des Ölgemäldes „Frühling im Oberharz“ von Karl Reinecke-Altenau gelungen.
Das Gemälde zeigt eine nach langem Winter erwachende Berglandschaft, noch in fahlen Erdfarben mit nur zaghaft hervorlugendem Grün. Reinecke selbst schildert die Vorfrühlingsstimmung in seiner Kurzgeschichte „Das Fest zwischen Ostern und Pfingsten“, in der er den ersten Kuhaustrieb thematisiert: „Denn dieser Sonntag, an dem nach langer Wintersnot die Kühe zum ersten Male wieder auf die Bergweide gehen, ist wie eine Bannlöse. Unten im Land ist mit Vogelsang und Apfelbaumblühen längst der Frühling eingezogen. Er will auch hinauf ins Harzheimatland. Aber der Winter hat alle Täler verklüftet und treibt ihn mit Schneeschauern zurück. Graue Wochen lang geht ein Kämpfen hin und her. Die Schneewehen an den Hängen wollen nicht kleiner werden. Auf den Straßen kleben schmutzige Eisschollen. Regen und Schnee platschen durcheinander. (...) Die Luft ist erfüllt mit aufgeregtem Gebrause. Es ist nicht Winter, es ist nicht Frühjahr. Das ist der Bergstadtleute böseste Zeit. Niemand sehnt sich mehr nach dem Frühling als sie. Keiner begrüßt ihn dankbarer. Wenn aber die Kühe wieder auf die Weide treiben, ist ihnen das wie die frohe Botschaft: der Lenz ist da, nun muss sich alles wenden. Oft genug freilich prasselt’s mit Hagelschauern hinein in diese Frühlingshoffnung. Aber der Bann ist gebrochen.“
Bis vor Kurzem war lediglich eine Schwarz/Weiß-Fotografie des Gemäldes aus dem Jahr 1930 bekannt. Dr. Kai Gurski führt das Bild in seinem Werkverzeichnis unter „Vorfrühling im Oberharz; vor 1930; Öl auf Leinwand (?); Originalmaße unbekannt; Signatur (links unten): Reinecke-Altenau; Verbleib unbekannt.“
Im Juli hatte eine Recherche den ehemaligen Besitzer des Gemäldes auf die Internetseite der Altenauer Heimatstube geführt – und er bot das Objekt dem Vorstand des Trägervereins zum Kauf an. Der kam schnell überein, das Gemälde anzukaufen. Auf welchen Wegen das Bild aus dem Harz beziehungsweise aus Reineckes hannoverscher Wohnung nach Brandenburg gelangt ist, konnte nicht ermittelt werden. Der Verkäufer hatte es vor Jahren von einem Kunsthändler gekauft.
„Wir sind froh, dass wir dieses Ölbild für unsere Sammlung erwerben konnten“, sagt Roland Riesen, Vorsitzender des Vereins Heimatstube e.V.. Damit sei es ab sofort nicht mehr der Öffentlichkeit entzogen, sondern als Teil der Ausstellung für jedermann zugänglich. „Möglich wurde der Erwerb nur, weil uns der Verkauf unseres Kalenders einen gewissen finanziellen Spielraum bringt, den wir natürlich zur Weiterentwicklung unseres kleinen Museums nutzen“, unterstreicht Riesen.
„Wer uns also in unserer Arbeit unterstützen möchte, tut das durch den Kauf des Kalenders, oder er wird Mitglied in unserem Verein. Beides würde uns sehr freuen.“