Radiologiezentrum hat hohe Strahlkraft
Seit 2011 hat das Radiologiezentrum am Bad Harzburger Standort einen Magnet-Resonanz-Tomografen in Betrieb.
Bad Harzburg. Einen Magnet-Resonanz-Tomografen hat das Radiologiezentrum schon. Nun wird weiter aufgerüstet: Es werden Räumlichkeiten vorbereitet, in denen Computer-Tomograf, aufgestellt wird.
Für knapp eine Million Euro erweitert das Radiologiezentrum Nordharz (RZN) seine diagnostische Ausstattung um etwas, das für eine Stadt von der Größe Bad Harzburgs durchaus außergewöhnlich sein dürfte, sagt jedenfalls Geschäftsführer Ingolf Senking: Derzeit werden Räume umgebaut, um dort einen Computer-Tomografen (CT) aufstellen zu können. Allein der kostet 500.000 Euro. Zudem wird bald Röntgen-Therapie angeboten.
Seit zehn Jahren ist das Radiologiezentrum am Bad Harzburger Krankenhaus beheimatet, als Untermieter von Krankenhausbetreiber Asklepios. Senking vergleicht das mit einem Tchibo-Shop im Edeka-Einkaufszentrum.
Natürlich werden die Patienten aus der orthopädischen Fachklinik im Radiologiezentrum untersucht, aber viele Ärzte aus der Region empfehlen ihren Patienten das RZN. Mittlerweile auch vermehrt aus Sachsen-Anhalt. Das liege nach Ansicht der Betreiber an den guten Untersuchungsmethoden. Seit fünf Jahren beispielsweise hat das Radiologiezentrum einen MRT, einen Magnet-Resonanz-Tomografen.
Die Laden läuft, könnte man es lässig ausdrücken, und deshalb will das Radiologiezentrum nun seine Möglichkeiten am Bad Harzburger Standort um einen Computer-Tomografen ausbauen. MRT und CT ergänzen sich, denn sie decken verschiedene Felder der Diagnostik ab. Während ein MRT beispielsweise sehr gut für die Darstellung von Knochen und Gelenken geeignet ist, können die Ärzte innere Organe wie die Lunge besser auf Bildern aus dem CT erkennen. Während der MRT mit starken Magnetfeldern arbeitet, verwendet das CT Röntgenstrahlen. Zudem ist ein CT wesentlich schneller, eine Untersuchung dauert wenige Sekunden, während man im MRT schon mal einige Minuten liegt.
Allerdings stellt man sich so ein Gerät, auch wenn es wesentlich kleiner und leichter ist als der tonnenschwere MRT, nicht mal eben ins Haus. Der 80 Quadratmeter große Bereich, den das Radiologiezentrum von Asklepios dazugemietet hat, muss erst einmal um- und ausgebaut werden. Beispielsweise muss neue Technik eingebaut werden, von der Kühlung bis zur Verkabelung. Denn wie alle anderen Diagnosegeräte des Radiologiezentrums soll auch der CT seine Bilder direkt in Computer einspielen, die miteinander vernetzt sind. Damit können Diagnosen innerhalb weniger Minuten gestellt werden. Auch können die Befunde samt Bilder auf Rechnern an verschiedenen Standorten abgerufen werden.
Da jedoch mit Röntgenstrahlen gearbeitet wird, müssen die neuen Räume eine besondere Abschirmung haben. Nicht für die Patienten, denn deren Strahlenbelastung sei laut dem Mediziner und RZN-Mitgesellschafter Dr. Christian Macher minimal bis nicht messbar. Doch wer und was sich ständig um die Räume herum befindet, muss von dauerhafter Röntgenstrahlenbelastung abgeschirmt werden. Deshalb werden die Untersuchungsräume mit Blei ausgekleidet. Besonders die Bereiche, in denen die neue Röntgen-Therapie angeboten wird, die nach der Erweiterung ebenfalls mit angeboten werden soll. Mit dieser Behandlung habe man gute Erfahrungen gemacht, erzählen Macher und Senking. Die Röntgen-Therapie soll bei gutartigen schmerzhaften Gelenkerkrankungen helfen.
Senking versteht die Investition – die im Herbst abgeschlossen sein soll – auch als Standortsicherung für das Radiologiezentrum. Man dokumentiere langfristige Verbundenheit. Das fanden auch Thomas Beckröge und Edda Schaper, die als Vertreter der städtischen Wirtschaftsförderung zur Projektvorstellung eingeladen worden waren: Eine umfangreiche medizinische Versorgung sei auch ein Standortfaktor beispielsweise für Neubürger. Beckröge war auch beeindruckt von den Untersuchungszahlen des RZN und dem Einzugsbereich der Patienten: „Der gute Ruf des Radiologiezentrums strahlt weit aus.“
Dr. Christian Macher und Ingolf Senking zeigen Thomas Beckröge und Edda Schaper die 80 Quadratmeter großen Räume, in denen bald der Computer-Tomograf stehen wird. Fotos: Schlegel