Zähl Pixel
GZ-Archiv

Pilotprojekt im Landkreis: Notfallhelfer in tiefen Lebenskrisen

Bei schweren Unfällen und anderen Schicksalsschlägen sind Seelsorger wichtig, die sich um Angehörige oder um die Einsatzkräfte kümmern.  Foto: dpa

Bei schweren Unfällen und anderen Schicksalsschlägen sind Seelsorger wichtig, die sich um Angehörige oder um die Einsatzkräfte kümmern. Foto: dpa

Sie nennen sich Krisenhelfer und sollen einspringen, wenn Menschen sich in tiefen Krisen befinden: Im Kreis Goslar wurden elf Frauen und Männer auf schwierige Aufgaben vorbereitet.

Von Oliver Stade Dienstag, 18.03.2014, 20:00 Uhr

Wenn Menschen Angehörige verlieren, ihr Hab und Gut verschwunden ist oder einen schweren Unfall überlebt haben, dann befinden sie sich in einer Ausnahmesituation. Pfarrer und extra geschulte Mitarbeiter des Rettungsdienstes leisten dann Beistand.

Doch offenbar gibt es zu wenig Notfallseelsorger im Landkreis. „Um für den nächsten Patienten schnell wieder einsatzbereit zu werden, mussten die Rettungsmitarbeiter den Hinterbliebenen häufig allein zurück lassen“, sagt zum Beispiel Christian Lenz (48).

Der Rettungsassistent bei den Kreiswirtschaftsbetrieben Goslar und Dozent an der Rettungsschule Goslar hatte die Idee zu der Initiative, die der Landkreis Goslar und die Kreiswirtschaftsbetriebe als Träger des Rettungsdienstes umgesetzt haben.

Für 7000 Euro wurden sechs Rettungskräfte, ein Theologe, eine Krankenschwester und drei Verwaltungsmitarbeiter sieben Monate lang geschult.

Ihre Aufgabe verlangt mehr als Einfühlungsvermögen und Sensibilität. Sie müssen Menschen beistehen, die nicht mehr weiterwissen. Sie überbringen Todesnachrichten, sprechen mit Verwandten und Einsatzkräften, die Schreckliches erlebt haben.

Lenz bildete die elf Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 54 Jahren zusammen mit Petra Horaiske (52) aus. Sie ist Gemeindereferentin, Mediatorin sowie Notfallseelsorgerin aus Peine.

Die Krisenhelfer müssen mentale Stärke und Reife mitbringen, sich stetig mit dem Tod auseinandersetzen und ihre eigene Persönlichkeit reflektieren – das sind einige der Voraussetzungen, wie sie in einer Landkreismitteilung beschrieben sind.

Am kommenden Dienstag werden die Einsatzkräfte in den Dienst gestellt. Landrat Thomas Brych überreicht ihnen die Zertifikate für ihre Ausbildung. Außerdem erhalten sie Einsatzjacken und Dienstausweise. Krisenhelfer sind: Funda Ar, Tanja Damman, Heiko Grüter-Tappe, Bettina Lienkamp, Nicole Lux, Amrei Meyer, Daniel Müller, Anke Nachtigall, Anette Suck, Angelika Willgeroth und Markus Wüstefeld.

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!