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Pfarrer Andreas Jensen verlässt St.-Stephani

Pfarrer Andreas Jensen beim Pfingstgottesdienst 2017. Zum 1. August wechselt er als Referent in die Zentrale der Evangelischen Kirche in Deutschland – nach Hannover.  Archivfoto: Epping

Pfarrer Andreas Jensen beim Pfingstgottesdienst 2017. Zum 1. August wechselt er als Referent in die Zentrale der Evangelischen Kirche in Deutschland – nach Hannover. Archivfoto: Epping

Goslar. Das Personalkarussell der Pfarrer in Goslar kommt nicht zum Stillstand. Jetzt teilt Stephani-Pfarrer Andreas Jensen mit, dass er ins Kirchenamt der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) nach Hannover wechselt– zum 1.August. Stephani sucht einen neuen Pfarrer.

Von Sabine Kempfer Donnerstag, 07.06.2018, 17:08 Uhr

Goslar. Das Personalkarussell der Pfarrer in Goslar kommt nicht zum Stillstand. Jetzt teilt Stephani-Pfarrer Andreas Jensen mit, dass er ins Kirchenamt der EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) nach Hannover wechselt– zum 1.August. Stephani sucht einen neuen Pfarrer.

Es sei keine Bewerbung weg aus Goslar, sondern hin zu den neuen Aufgaben in der EKD, erläutert Jensen, der den Schritt nicht als „Flucht“ verstanden wissen will. In Hannover wird er „Referent für Seelsorge, Gottesdienst und Gemeindeformen“ – das Referat gehört zur Abteilung „Kirchliche Handlungsfelder“, in dem es um Zukunftsfragen geht, um Koordination, Vernetzung, darum, „Dinge ins Gespräch zu bringen“.

„Das ist ein Stückchen weg vom selber Taufen“, meint Jensen. 18 Jahre war er „in Gemeinde unterwegs“, hat aber auch in Goslar schon Organisatorisches übernommen – Jensen, seit 2005 vor Ort, gilt als Motor des „moderierten Prozesses“, der zehn Jahre dauerte und notwendig war, um das neue Konstrukt des „Gestaltungsraumes“ mit der Rechtsform des Kirchengemeindeverbandes auf den Weg zu bringen. Dieser tritt zum 1. Januar 2019 in Kraft und erhält einerseits die Eigenständigkeit der Kirchengemeinden, andererseits setzt er auf Vernetzung, Bündelung und Verteilung zentraler Aufgaben und Synergieeffekte. Durch die Regionalisierung erhalten die Pfarrer, verkürzt gesagt, Aufgaben über ihre eigene Kirchengemeinde hinaus und behalten ihre vollen Stellen.

In Jensens Augen ist es der richtige Zeitpunkt, zu gehen – wobei sich das Gehen nur auf die Ausübung seines Berufes bezieht. Die Familie, die gerade ein Haus in der Kornstraße gekauft hat, bleibt in Goslar. „Ich werde vom Pfarrer in Stephani zum Gemeindemitglied“, sagt Jensen. Bei den Einführungen der neuen Kirchenvorstände ließ er die Katze aus dem Sack; diejenigen, die jetzt Verantwortung übernehmen, sollten wissen, wo sie dran sind.

Der Gestaltungsraum kommt, die Pfarrer ziehen an einem Strang, der Kirchenvorstand ist angetreten, das Feld ist bestellt; „Das ist in die Gänge gekommen, das wird nicht kollabieren“, ist Jensen sicher. „Wir arbeiten jetzt schon über die Grenzen hinaus, vernetzen uns mit großer Freude“, behauptet Jensen,der als Pfarrer des Gemeindeverbandes Südost auch für St.Peter und St. Johannes zuständig ist.

Seit dem Tod von Reinhard Brückner, ein „massiver Einschnitt in das Leben der Gemeinde“, kam neben dem persönlichen Verlust auch jede Menge Mehrarbeit auf Jensen zu. Auf die erste Stellenausschreibung kam keine Resonanz, auf die zweite wurde mit Blick auf die Neustrukturierung verzichtet. Erst im letzten Sommer konnte er manches abgeben. „Ich bin tief dankbar, dass unsere Familie das gehalten, ausgehalten hat“, sagt er heute. „Das war keine einfache Zeit.“

Nach dem Verlust von Brückner und Pfarrer Ekkehard Hasse fragte sich Jensen, „auf was ich eigentlich warten will im Leben“. Der Reiz des Neuen lockte, für vorerst sechs Jahre stellt ihn die Landeskirche frei. Dass es in Goslar gut weitergeht, ist ihm wichtig, und er ist zuversichtlich, denn Goslar sei attraktiv, als Stadt wie als kirchlicher Raum. Jensens letzte Amtshandlung wird die Leitung des Konfirmandenferienseminars und die Hinführung der Jungen und Mädchen zur Konfirmation sein. Seine Stelle wird ausgeschrieben, bis sie besetzt wird, regelt Propst Thomas Gunkel die Vakanzvertretung; Goslar ist darin geübt.

DAS STICHWORT:

Rund 200 Menschen in Hannover bilden das Kirchenamt der EKD, (Evangelische Kirche in Deutschland), die Zentrale. Sie unterstützen laut Homepage den Ratsvorsitzenden, Gremien und Kommissionen, organisieren die Zusammenarbeit der 20 Landeskirchen, geben Impulse zur Weiterentwicklung und gestalten mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit das gesellschaftliche Gesicht der evangelischen Kirche. Im EKD-Kirchenamt werden auch die internationalen Beziehungen der evangelischen Kirche verwaltet, zum Weltkirchenrat ebenso wie zu den mehr als 100 deutschsprachigen Auslandsgemeinden.

Goslar bleibt auch in Zukunft die Wahlheimat der Familie Jensen.

Goslar bleibt auch in Zukunft die Wahlheimat der Familie Jensen.

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